Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Neuss Mann ersticht Sachbearbeiterin in Jobcenter

Schreckliche Bluttat in einem Jobcenter: Im rheinischen Neuss sticht ein Mann auf eine junge Mitarbeiterin ein. Die 32-Jährige stirbt wenig später im Krankenhaus. Der Täter wird festgenommen. Sein Motiv ist unklar.
26.09.2012 Update: 26.09.2012 - 19:35 Uhr 25 Kommentare

Jobcenter-Mitarbeiterin in Neuss getötet

Neuss Eine 32 Jahre alte Sachbearbeiterin des Jobcenters im rheinischen Neuss ist am Mittwoch von einem Kunden erstochen worden. Tatverdächtig ist ein 52 Jahre alter Mann aus der Stadt. Der mutmaßliche Täter war bei dem unangemeldeten Besuch mit ihr allein im Büro, als er sie mit dem Messer attackierte. Ein Kollege des Opfers alarmierte die Polizei. Die Frau starb später im Krankenhaus. Der Mann wurde nage des Jobcenters vorläufig festgenommen. Über das Tatmotiv wurde zunächst nichts bekannt. Eine Mordkommission ermittelt, wie die Polizei des Rhein-Kreises Neuss berichtete.

Der Notruf war gegen 9.05 Uhr bei der Polizei eingegangen. Eine Mitarbeiterin werde bedroht. Als die ersten Polizisten am Tatort eintrafen, fanden sie die verletzte Frau mit schweren Stichwunden gefunden. Zeugen wiesen die Beamten auf den Tatverdächtigen hin. Er wurde kurz darauf festgenommen. „Wir wissen, dass Täter und Opfer alleine im Zimmer waren. Das bedeutet, dass wir keine unmittelbaren Zeugen haben“, sagte Staatsanwältin Britta Zur. Der Mann sei für die Polizei ein unbeschriebenes Blatt gewesen.

Eine Polizistin steht in einem Jobcenter in Neuss neben einer Krankentrage. Quelle: dpa

Eine Polizistin steht in einem Jobcenter in Neuss neben einer Krankentrage.

(Foto: dpa)

Das Opfer arbeitete seit 2009 für das Jobcenter Rhein-Kreis Neuss. Die Frau sei Arbeitsvermittlerin für Arbeitslosengeld II-Empfänger in einem Projekt für über 50-jährige Kunden gewesen, teilte das Jobcenter mit.

15 Menschen in dem Jobcenter standen nach der Bluttat unter Schock. Notärzte und Seelsorgern betreuten sie. Das Jobcenter bleibe mindestens bis einschließlich Freitag geschlossen, teilte der Rhein-Kreis Neuss als ein Träger mit.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    An- und Übergriffe auf Beschäftigte von Jobcentern nähmen zu, stellte die Deutsche Polizeigewerkschaft in Nordrhein-Westfalen fest. Bei einer Befragung von 500 Mitarbeitern im Jahr 2009 habe jeder vierte angegeben, Opfer eines Übergriffs gewesen zu sein. Anlass seien häufig ablehnende Bescheide in Hartz IV-Verfahren. Die komplizierte und oft schwer durchschaubare Gesetzeslage provozierten Wut und Verzweiflung. Wenn es um die Existenz gehe, dann seien Kurzschlusshandlungen alles andere als vorhersehbar. „Nichts rechtfertigt jedoch den brutalen und tödlichen Messerangriff auf die junge Frau“, stellte der NRW-Vorsitzende Erich Rettinghaus fest.

    Die Situation in vielen Jobcentern sei durch Überlastung und Frust geprägt, stellte der Vorsitzende der Jobcenterpersonalräte Uwe Lehmsiek in einer Mitteilung fest. Druck und Sparzwänge trügen zu aggressivem Kundenverhalten bei. Übergriffe könnten durch einen realistischen Betreuungsschlüssel und eine „vernünftige Personalausstattung reduziert werden.

    Das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, Heinrich Alt, zeigte sich entsetzt und betroffen. „Nichts, aber auch gar nichts, rechtfertigt eine solche Handlungsweise“, sagte auch er laut Mitteilung in Nürnberg. Alle Sicherheitsmaßnahmen in den Jobcentern könnten einen Vorfall dieser Art nicht verhindern. „Unsere Mitarbeiter können sich nicht hinter Schutzglas verschanzen. Wir brauchen eine Vertrauensbasis mit unseren Kunden. Dazu müssen wir eine offene Behörde sein.“

    • afp
    • dpa
    Startseite
    25 Kommentare zu "Neuss: Mann ersticht Sachbearbeiterin in Jobcenter"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Unfassbar, welche Kommentare ich hier lesen muss.
      Ich fühle mich genötigt klarzustellen, dass...
      1) Die Mitarbeiter im Jobcenter ausschließlich ihre (schlecht-bezahlte, meist befristete) Arbeit machen und offenbar damit auch noch ihr Leben auf's Spiel setzen.

      2) Oft kann man es sich nicht aussuchen, wo man arbeitet, das wissen - im Gegensatz zu ihren Kunden - die Jobcenter-Mitarbeiter ganz genau. Und trotzdem machen sie ihren Job.

      3) Mich erstaunt die immernoch weit verbreitete Annahme, dass im Jobcenter (oder "Arbeitsamt") tatsächlich Arbeit zu bekommen ist?! Ich lese/höre immer wieder über Beschwerden, dass diesem oder jenem keine Arbeit vom Amt zugeteilt wurde.
      Also bitte: Beim Arbeitsamt im SGB II Bereich sind doch überwiegend nur noch die übrig, die nirgends sonst unterkommen: 38 Jahre, 4 Kinder, keine Ausbildung, schlechte Sprachkenntnisse, keine Berufserfahrung
      Das ganze System ist NUR darauf ausgerichtet, diese Leute zu verwalten. Die ganzen "Maßnahmen" sind dafür gedacht, den Menschen beizubringen, wie man morgens früh aufsteht und irgendwo hin geht. Wie man eine Bewerbung schreibt. In der Eingliederungsvereinbarung werden 3-5 Bewerbungen pro Monat ausgemacht, die dann noch nichtmal auf die Reihe bekommen werden. Das erwartet noch nichtmal einer. Es geht nur um eine fiktive Gegenleistung für das vom Staat empfangene Steuergeld und um "Beschäftigungstherapie". Und mal ehrlich: Kunden, die in den Aufzug pinkeln um sich an "ihrer" Sachbearbeiterin zu "rächen" sind noch das mildeste, was die armen Leute da jeden Tag erleben.

      4) Wer auch immer gepostet hat, dass der "Staat es nicht schafft, Arbeit zu schaffen" - Bitte nochmal nachdenken, bevor die Mauer wieder hochgezogen wird und "alle Arbeit haben"...Also wirklich...

    • Sehr geehrter DERRichter, bitte entschuldigen Sie diesen Fehler. Wir haben Ihren Kommentar nicht aufgrund von Werbung, sondern beleidigender Inhalte editiert. Mit freundlichen Grüßen

    • Dreamfield, sollten Ihre Ausführungen zum Jobcenter Kiel der Wahrheit entsprechen, wäre das ein Skandal ersten Ranges. Obwohl ich den Wahrheitsgehalt Ihrer Ausführungen nicht beurteilen kann, habe auch ich, wie schon zuvor an dieser Stelle kundgetan, aus meiner beruflichen Erfahrung im Sozialbereich den Eindruck gewonnen, dass gerade in den Leistungsabteilungen der Jobcenter viel zu Diskriminierung, Bösartigkeit [...]. +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

      Bitte achten Sie auf unsere Netiquette:
      „Nicht persönlich werden“
      http://www.handelsblatt.com/netiquette

    • Was heißt hier "Kommentaren sind keine Werbeflächen".
      Ich hatte in meinem vorhergegangenen Kommentar lediglich daraufhin gewiesen, dass gemäß meiner beruflichen Erfahrungen im Sozialbereich gerade Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Jobcenter Sachbearbeitersektionen [...] Dies -so meine Argumentation- provoziere in nicht wenigen Fällen Frust und Wut bei den Hartz-IV Empfängern, die sich auch schon in viel Selbstmorden bei den Hartz IV Empfängern niedergeschlagen hat. Wann entschuldigt sich Alt endlich für diese Opfer? Den Mord inb Neuss vermag das natürlich nicht zu rechtfertigen.

      Werbung habe ich vorher definitiv nicht betrieben. Handelsblatt Online sollte nicht unter falschen Vorwürfen Zensur betreiben.

    • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

      Bitte achten Sie auf unsere Netiquette:
      „Nicht persönlich werden“
      http://www.handelsblatt.com/netiquette

    • n-tv.de hat auch den Migrationshintrgrund erfasst.

      Für den Mord ist die Personalpolitik der Bundesagentur für Arbeit verantwrtlich, niemand sonst.

      Wer in einem Jobcenter arbeitet wesswas ich meine.

      Man kennt die Kunden nicht und hat auch keine Zeit für sie.

      Schade daa es nur eine Lobby für die Bezieher von Sozialleitungen gibt.

      Der Sozialstaat gehört abgeschafft.

      Eine Hartzer kostet jährlih eine Million Euro.

      Die Frau ist für nichts gestorben, umsonst - füt gar nichts, so wie die Soldaten in Afghanistan.

      [...] +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

      Bitte achten Sie auf unsere Netiquette:
      „Nicht persönlich werden“
      http://www.handelsblatt.com/netiquette

    • @Baier: Guten Abend, sehr geehrte/r Herr/Frau "Baier", vielen Dank für Ihre Info. (Hatte ich doch wieder Recht ;-) )

      Das heutige und die Geschehnisse dieser Art in der Vergangenheit sind ein Spiegel der Gesellschaft.

      Meine persönliche Konsequenz war Deutschland zu verlassen und ich tat richtig daran.





    • @HBOpinion: Zur Nationalität hat als einzige Zeitung BILD eine Angabe gemacht: er ist Marokkaner bzw. kommt von dort her. So langsam halte ich BILD für die einzige aufrechte Zeitung, die nicht dem linkssozialistischen Kuschelkurs unterliegt.

    • @Derrichter:

      Sie wollen doch hoffentlich diese tat nicht beschönigen oder verharmlosen? Diese Verharmlosung geht entschieden zu weit.

    • Laut Bild war es ein Marokkaner. Warum wird das im HB nicht erwähnt?

    Alle Kommentare lesen
    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%