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Notstand ausgerufen Moskau macht Feuerwalze zur Chefsache

Der Kampf gegen die in Russland wütenden Waldbrände scheinen mancherorts aussichtslos. Die Helfer sind am Ende ihrer Kräfte, Regen ist nicht in Sicht - nun rief Präsident Medwedew für sieben Regionen den Notstand aus. Wladimir Putin warnte gleichzeitig vor Plünderungen von Waffenlagern und Kraftwerken.
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Nur an wenigen Stellen fruchtete der Kampf gegen die Flammen bisher. Quelle: dpa

Nur an wenigen Stellen fruchtete der Kampf gegen die Flammen bisher.

(Foto: dpa)

HB MOSKAU/BERLIN. Mindestens 40 Tote und hunderte Verletzte, verkohlte Dörfer, erschöpfte Helfer: Die verheerenden Wald- und Torfbrände in Russland sind die schwerste Naturkatastrophe im Riesenreich seit Jahrzehnten. "Höllenfeuer: 50 Meter hohe Flammen", titelten Moskauer Zeitungen am Montag. Sogar Satellitenbilder zeigten die Rauchschwaden im europäischen Teil des Landes. Kremlchef Dmitri Medwedew verhängte in sieben Regionen des Landes den Ausnahmezustand und verfügte die Sperrung der Waldgebiete für "Unbefugte".

Gegenwärtig gebe es 7000 Brände verschiedener Größe, sagte der Leiter des nationalen Krisenzentrums, Wladimir Stepanow. Nach offiziellen Angaben verloren bisher 40 Menschen ihr Leben. Von Moskau seien die Brände noch zehn Kilometer entfernt, hieß es. Weite Teile der Hauptstadt waren durch den beißenden Brandrauch in einen dichten Nebel gehüllt. Landesweit kämpfen hunderttausende Einsatzkräfte gegen die Feuersbrunst. Rekordhitze und Trockenheit würden noch Tage andauern, sagten Meteorologen.

Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat wegen der verheerenden Waldbrände über sieben Provinzen den Notstand verhängt. "Es ist eine Tragödie", sagte Medwedew in einer Fernsehansprache am Montag. Bislang kamen mindestens 40 Menschen in den Flammen um. Tausende wurden obdachlos. Medwedew forderte die Behörden auf, den Obdachlosen bis zum Beginn des Winters wieder ein Dach über dem Kopf zu schaffen. Entsprechende Weisungen erließ auch Ministerpräsident Wladimir Putin.

Putin forderte die Behörden zudem auf, Waffenlager, Kraftwerke und andere wichtige Einrichtung besonders zu schützen. "Dass Waffen in die falschen Hände geraten, ist das Letzte, was wir brauchen", sagte Putin bei einem Treffen mit Verantwortlichen aus den Waldbrandgebieten.

Verzehnfacht wurden unter anderem die Feuerwehrleute an einem atomaren Forschungszentrum, in dem zu Sowjetzeiten die ersten Atom- und Wasserstoffbomben entwickelt worden waren. Nach Angaben der Atomfirma Rosatom bestand jedoch keine Gefahr für die Anlage in Sarow in der Region Nischni Nowgorod.

Im erheblich zerstörten Dorf Lenkowo bei Moskau zogen die Helfer am Montag die Leichen von zwei Kindern aus den Trümmern. Auch in der am stärksten betroffenen Region Nischni Nowgorod, etwa 400 Kilometer östlich von Moskau, starben fünf Menschen. Hunderte wurden verletzt, tausende verloren Hab und Gut. Dörfer sind in Schutt und Asche gelegt.

Nach Darstellung von Stepanow brennen rund 500 000 Hektar, das ist die doppelte Fläche von Luxemburg. Auch Biosphärenreservate wie in Rjasan, rund 200 Kilometer südöstlich von Moskau, seien ein Raub der Flammen geworden, sagte er nach einer Meldung der Agentur Interfax.

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2 Kommentare zu "Notstand ausgerufen: Moskau macht Feuerwalze zur Chefsache"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Waffen SiND bereits in den falsschn Händen.
    ich wünschte dem russischen Volk, daß es das irgendwann versteht ...

  • Feuer sollte die Welt zerstören heißt es in der:
    -
    "buch der bücher"
    -
    bedrohung ist jedenfalls gegeben.