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Prozess Autobahnschütze wollte Fahrern „Denkzettel“ verpassen

Fünf Jahre lang hielten mysteriöse Schüsse auf deutschen Autobahnen Ermittler in Atem, bis das BKA dem mutmaßlichen Rachefeldzug eines Fernfahrers auf die Spur kam. Ab heute muss sich dieser vor Gericht verantworten.
11.08.2014 - 11:23 Uhr Kommentieren
Das Einschussloch durch ein Projektil Kaliber 22 in einer Autotür. Heute beginnt in Würzburg der Prozess um eine Serie von Schüssen auf Autobahnen. Quelle: dpa

Das Einschussloch durch ein Projektil Kaliber 22 in einer Autotür. Heute beginnt in Würzburg der Prozess um eine Serie von Schüssen auf Autobahnen.

(Foto: dpa)

Würzburg Der mutmaßliche Autobahnschütze wollte anderen Lastwagenfahrern nach den Worten des Staatsanwalts einen „Denkzettel“ für ihr Fahrverhalten verpassen. Der Fernfahrer habe sich entschlossen, ihnen dazu in die Ladung oder in den Lkw zu schießen, sagte Oberstaatsanwalt Boris Raufeisen beim Prozessauftakt am Montag vor dem Landgericht Würzburg. Angeklagt sind 170 Fälle.

Der 58-Jährige aus der Eifel soll über Jahre hinweg immer wieder von seinem Steuer aus auf Lastwagen geschossen haben. Drei Menschen wurden dabei verletzt. In fünf Fällen wirft die Anklage ihm versuchten Mord vor – dies weist die Verteidigung zurück. Der Mann selbst hatte bei der Polizei betont, er habe niemanden verletzen wollen.

Der Mann habe zwar nur Sachschäden anrichten wollen, sagte Raufeisen. Er habe die Gefahr für Leib und Leben anderer aber billigend in Kauf genommen. Der Angeklagte habe freihändig und ohne genaueres Anvisieren durch die geöffnete Scheibe geschossen.

Der Mann soll von 2008 bis 2013 mehr als 700 Mal zur Waffe gegriffen haben. Die Serie von Schüssen auf deutschen Autobahnen hatte Ermittler lange Rätsel vor Rätsel gestellt.

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