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Rekordtemperaturen Auf Deutschland rollt nächste Hitzewelle zu

Deutschland schwitzt: Hochsommerlichen Temperaturen drängten sich Hunderttausende am Samstag auf den Fanmeilen zum WM-Duell Deutschland gegen Argentinien. Nach kurzer Abkühlung erwarten Meteorologen eine zweite Hitzewelle. Hilfsdienste waren überall auf eine größere Zahl von Notfällen wegen der extremen Temperaturen vorbereitet.
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Besucher des Rheinstrandbades Rappenwört in Karlsruhe. Die Hitze treibt die Deutschen in Scharen in Bäder und Strände. Quelle: dpa

Besucher des Rheinstrandbades Rappenwört in Karlsruhe. Die Hitze treibt die Deutschen in Scharen in Bäder und Strände.

(Foto: dpa)

HB BERLIN. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Samstag vor schweren Hitzegewittern im Westen und Südwesten. Nach einer leichten Abkühlung erwarten die Meteorologen in der zweiten Wochenhälfte eine neue Hitzewelle. Zwischen Hoch "Yari" und einem kräftigen Tief über Island liegt Deutschland im Schwitzkasten der heißen Luft, die aus dem Mittelmeerraum und Nordafrika nach Europa strömte. Mit Höchstwerten zwischen 27 Grad im Westen und 32 Grad im Osten erwartete der DWD am Sonntag nicht mehr so eine Gluthitze wie zuletzt. Während es im Norden und Westen am Sonntag meist heiter und trocken bleibt, müssen die Menschen in den übrigen Landesteilen mit starken Gewittern rechnen. Auch für Montag und Dienstag sind Gewitter und Schauer angekündigt. In den Nächten sollen die Temperaturen Anfang der neuen Woche wieder auf unter 20 Grad sinken.

Bei Temperaturen vielerorts weit über 30 Grad zog es die Menschen am Samstag in Scharen an Strände und Seen, in Eisgeschäfte und auf schattige Plätze in Parks. Trotz einer Warnung vor den Risiken starteten 4300 Menschen in Schwerin zum traditionellen Fünf-Seen-Lauf. Mehr als 40 Teilnehmer brachen bei großer Hitze zusammen, zwei von ihnen kamen mit einer lebensbedrohlichen Überhitzung in eine Klinik. Das Bayerische Rote Kreuz riet: Keine Mittagssonne, viel Schatten, luftige Kleidung, dazu viel Flüssigkeit. Vor allem ältere und kranke Menschen müssten auf ihren Flüssigkeitshaushalt achten, da viel ausgeschwitzt werde.

Der Start in den Urlaub oder Wochenendausflug wurde für viele Autofahrer zur Geduldsprobe. "Es ist voll aber nicht hoffnungslos", sagte ein Sprecher der Verkehrsüberwachung in Kiel. Der Verkehr stockte auf den Zufahrten zu den Ostsee-Inseln. Unfälle und der Beginn der Sommerferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland sorgten für lange Staus auf Bayerns Autobahnen. Fahrbahnschäden verursachte die Hitze unterdessen auf der Autobahn sieben in Niedersachsen. Bei mehr als 30 Grad Celsius hatten sich mehrere Betonplatten bei Seesen gegeneinander hochgedrückt, teilte die Polizei mit. Der Verkehr lief eingeschränkt weiter.

Wer bei bei extremen Temperaturen unterdessen auf hitzefrei bei der Arbeit hofft, ist schlecht beraten. "Es gibt arbeitsrechtlich kein hitzefrei", sagte der Sprecher des Bundesarbeitsgerichts (BAG) in Erfurt, Christoph Schmitz-Scholemann. Laut Paragraf 618 des Bürgerlichen Gesetzbuches sei der Arbeitgeber nur verpflichtet, den Arbeitsplatz so einzurichten, dass für das Leben und die Gesundheit der Arbeitnehmer keine Gefahr besteht. Die Arbeitsstättenverordnung fordere eine "gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur". Als angemessen gilt laut Schmitz-Scholemann eine Raumtemperatur von 26 Grad Celsius. "Der Arbeitnehmer kann aber nicht auf das Thermometer schauen und bei 26 Grad einfach die Arbeit niederlegen."

Auch anderswo in Europa litten die Menschen unter Hitze, Unwetter und Überschwemmungen. In Rumänien stieg die Zahl der Todesopfer in Folge der Überschwemmungen der vergangenen zehn Tage auf 23. Bis Montag ist in den bisherigen Überschwemmungsgebieten im Osten des Landes weiterer Regen angesagt. Im Süden der Niederlande geriet nach Medienberichten ein Heidegebiet bei Helmond in Brand. Das Feuer auf einer Fläche von 150 Hektar war am Samstag allerdings unter Kontrolle, zwei Menschen kamen mit Atemproblemen in eine Klinik. In einem Freibad in der Slowakei wurde eine 53-jährige Frau am Freitagabend von einem Blitz erschlagen. Sie hatte bei einem Gewitter trotz Warnung unter einem Baum Schutz gesucht.

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