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Revision stattgegeben BGH hebt Mordurteil gegen Raser auf

Der Bundesgerichtshof hat die erste Verurteilung zweier Raser wegen Mordes in Deutschland aufgehoben. Der Fall muss neu verhandelt werden.
Update: 01.03.2018 - 15:29 Uhr 2 Kommentare
Das illegale Autorennen kostete einen Menschen das Leben. Quelle: dpa
Unfallort in Berlin

Das illegale Autorennen kostete einen Menschen das Leben.

(Foto: dpa)

KarlsruheDas bundesweit erste Mordurteil gegen Raser ist aufgehoben: Der Bundesgerichtshof (BGH) gab am Donnerstag in Karlsruhe der Revision zweier Männer statt, die nach einem illegalen Autorennen vom Landgericht Berlin zu lebenslangen Haftstrafen wegen Mordes verurteilt worden waren (4 StR 399/17). Die beiden damals 24 und 26 Jahre alten Männer waren in der Nacht zum 1. Februar 2016 auf dem Kurfürstendamm im Stadtzentrum mit bis zu 170 Kilometern pro Stunde unterwegs, rasten über elf Kreuzungen mit mehreren roten Ampeln und fuhren dabei einen Mann tot.

Aus Sicht des Landgerichts haben die Raser den Tod anderer billigend in Kauf genommen, um zu gewinnen. Die beiden hätten „mittäterschaftlich und mit bedingtem Vorsatz“ gehandelt und das Auto dabei als Mordwaffe genutzt. Der BGH sieht den Vorsatz - er ist Voraussetzung für ein Mordurteil – vom Landgericht nicht belegt. Er wies die Sache zur Neuverhandlung an eine andere Kammer des Landgerichts zurück.

Die beiden Raser können nun auf eine wesentlich mildere Strafe hoffen. Bei einer fahrlässigen Tötung reicht der Rahmen von einer Geldstrafe bis zu fünf Jahren Haft.

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  • dpa
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2 Kommentare zu "Revision stattgegeben: BGH hebt Mordurteil gegen Raser auf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Schade Chance vertan – alles weitere kann sich jeder selbst Denken; oder warten wenn Marvin & Hamdi feixend in die Kamera lachen. Wäre ggf. auch mal wieder eine Möglichkeit für schöne Selfies mit Regierungsbeteiligung.

  • Warum ist der "Vorsatz nicht belegt"? Weil die beiden sich nicht genau den Menschen zum Ziel genommen haben, den Sie dann überfahren haben, sondern nur allgemein irgendwen, der halt gerade des Weges kam oder hätte können?
    Nehmen wir einmal an, ich schieße auf irgendjemand, weil ich vielleicht Spaß am Schießen habe. Und habe auch nicht direkt einen Tötungsvorsatz, sondern es ist mir auch recht, wenn der andere durch meinen Schuß nur verwundet wird. Oder wenn er gar unverletzt überlebt, weil er zufällig eine Schnupftabakdose bei sich trägt (zugegebenermaßen heute nicht mehr so wahrscheinlich, wie zu Zeiten des Alten Fritz) und diese (leider?) die wie damals den Schuß abfängt?
    Ich habe das Gefühl: wenn wir die Mordmerkmale so stark in Zweifel ziehen, sollten wir diesen Tatbestand besser gleich abschaffen. Denn dann ist es nur noch reine Glücks- oder Pechsache, ob ein Mord als solcher bestraft wird oder doch nur fahrlässige Tötung angenommen wird.

    Peter Schnupp

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