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„Sewol“-Fährunglück Anklage fordert Todesstrafe für Kapitän

Als die „Sewol“ im April vor Südkorea kenterte, verließen Kapitän und Crew das sinkende Schiff, wiesen aber Passagiere an, zu bleiben. Mehr als 300 Menschen kamen ums Leben. Dem Kapitän droht nun die Todesstrafe.
27.10.2014 - 10:07 Uhr 1 Kommentar
Sewol-Kapitän Lee Joon Seok hat im Prozess zugegeben, einen unerfahrenen Steuermann allein durch starke Unterströmungen fahren gelassen zu haben. Quelle: dpa

Sewol-Kapitän Lee Joon Seok hat im Prozess zugegeben, einen unerfahrenen Steuermann allein durch starke Unterströmungen fahren gelassen zu haben.

(Foto: dpa)

Gwangju/Seoul Gegen den Kapitän der südkoreanischen Unglücksfähre „Sewol“ soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft die Todesstrafe verhängt werden. Für drei weitere ranghohe Besatzungsmitglieder forderte die Anklage am Montag in Gwangju lebenslange Haft. Kapitän Lee Joon Seok habe Schiff und Passagiere im Stich gelassen, lautete die Begründung.

„Er hat sich gerechtfertigt und gelogen. Er hat kein Bedauern gezeigt (...) und daher fordern wir die Todesstrafe“, hieß es weiter. In dem am 10. Juni eröffneten Prozess sind Kapitän Lee und drei andere ranghohe Crew-Mitglieder wegen fahrlässiger Tötung in besonders schwerem Fall angeklagt. Elf weitere Besatzungsmitglieder müssen sich wegen minder schwerer Verletzungen des Seerechts verantworten.

Der 69-jährige Lee hatte in dem Prozess Fehler eingeräumt. So gab er zu, dass er einen zu unerfahrenen Steuermann mit der Aufgabe allein gelassen habe, das Schiff durch einen für starke Unterströmungen bekannten Kanal zu steuern.

Der Kapitän und seine Crew sollen die Passagiere auf dem sinkenden Schiff angewiesen haben, zu bleiben, wo sie waren – fast eine Stunde lang harrten die Passagiere somit in ihren Kabinen oder auf ihren Sitzen aus. Die Schiffsführung verließ die Fähre, während hunderte Menschen noch festsaßen.

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    Das Schiff war am 16. April mit 476 Menschen an Bord vor Südkorea gekentert. Rund 300 Menschen kamen ums Leben, unter ihnen etwa 250 Schüler einer Schule in Ansan. Laut einem Anfang Juli veröffentlichten Bericht zu dem Unglück trugen Inkompetenz, Behördenversagen, Korruption und Geldgier der Reederei zu der Katastrophe bei. Der Prozess läuft seit Juni.

    • afp
    • dpa
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    1 Kommentar zu "„Sewol“-Fährunglück: Anklage fordert Todesstrafe für Kapitän"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Es wäre ein gerechtes Urteil
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      Als die „Sewol“ im April vor Südkorea kenterte, verließen Kapitän und Crew das sinkende Schiff, wiesen aber Passagiere an, zu bleiben. Mehr als 300 Menschen kamen ums Leben. Dem Kapitän droht nun die Todesstrafe.

      Er ist also als Erster vom sinkenden Schiff geflohen, hat aber den Passagieren die Anweisung gegeben, an Bord zu bleiben.

      Wie heißt es in der Seefahrt: Der Kapitän verlässt als Letzter das sinkende Schiff! Da ist die Todesstrafe angemessen.

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