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Streit um Hochhaus in Wuppertal „Hoffentlich wird der Warnschuss aus London endlich ernstgenommen“

Nach der Brandkatastrophe in London hat die Debatte um Feuergefahr in Wohntürmen Deutschland erreicht – und sie wird schärfer. Bewohner einer Anlage in Wuppertal mussten ihre Wohnungen verlassen.
28.06.2017 - 09:21 Uhr 1 Kommentar

Nach Brand in London – Wuppertal lässt Hochhaus räumen

Wuppertal Einen besseren Brandschutz für Gebäude in Deutschland haben Feuerwehrfachleute als Konsequenz aus der Brandkatastrophe von London gefordert. Dabei gehe es explizit um Häuser unterhalb der Hochhausgrenze, also Häuser zwischen 7 und 22 Metern, sagte der Leitende Branddirektor der Frankfurter Feuerwehr, Reinhard Ries, der Deutschen Presse-Agentur. „Wir können nur hoffen, dass der Warnschuss aus London endlich ernstgenommen wird“, erklärte Ries.

Ab einer Gebäudehöhe von 22 Metern sind in Deutschland nicht-brennbare Fassaden vorgeschrieben. In Wuppertal war am Dienstagabend ein elfstöckiges Wohnhaus geräumt worden, dessen Fassadendämmung dem ausgebrannten Wohnturm in London ähneln soll. Bei dem Großbrand in der britischen Hauptstadt waren vor genau zwei Wochen mindestens 79 Menschen ums Leben gekommen. Aus einigen Bundesländern kamen Rufe nach Konsequenzen.

Ries zufolge behauptet ein Großteil der Fachwelt einschließlich Industrie und Politik, die Wärmedämmverbundsysteme seien sicher. Dies sei aber nicht der Fall, sagte er. Die Frankfurter Feuerwehr gilt als Vorreiter für Brandschutz bei höheren Gebäuden - auch, weil in der Main-Metropole bundesweit die meisten Hochhäuser stehen.

In London hatte ein defekter Kühlschrank das Feuer entfacht, das sich über die Fassade rasend schnell durch alle 24 Stockwerke des Sozialbaus fraß. Bei einer Untersuchung anderer Hochhäuser in Großbritannien stellten Fachleute seither bei allen 95 bisher überprüften Gebäuden eine erhöhte Feuergefahr fest. Der Hersteller der Fassadenteile stoppte inzwischen den Verkauf des betreffenden Materials für Hochhäuser.

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    Bayerns Innenminister Joachim Herrmann leitete nach eigenen Angaben erste Schritte zur Überprüfung insbesondere von Gebäudedämmungen ein. „Mir geht es hier insbesondere um die Überprüfung, ob die aus energetischen Gründen geforderte Außendämmung bei Häusern unter 22 Meter Höhe eine zusätzliche Brandgefahr auslöst und ob es bei unseren einschlägigen Vorschriften und deren Umsetzung Handlungsbedarf gibt“, teilte der CSU-Politiker auf Anfrage mit.

    Bis 22 Meter Höhe reichen die Einsatzgeräte der Feuerwehr, bei höheren Gebäuden könnten nur über das Hausinnere Menschen gerettet und Brände gelöscht werden. „Wir werden genau verfolgen, was die Ermittlungsergebnisse in London ergeben werden“, sagte Herrmann.

    „Wir haben in Deutschland völlig andere Standards“
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    1 Kommentar zu "Streit um Hochhaus in Wuppertal: „Hoffentlich wird der Warnschuss aus London endlich ernstgenommen“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • „Wir haben in Deutschland völlig andere Standards als in Großbritannien.“

      Und Wuppertal hat völlig andere Standards als Deutschland??

      Egal, Energiesparen durch Gebäude-Dämmung ist einfach zu wichtig - ein paar Opfer für die Reduzierung des globalen CO2-Ausstoßes sollte man schon bringen, oder?

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