Sturmtief „Ruzica“ Düsseldorfer Rosenmontagszug abgesagt

Katerstimmung in den Karnevalshochburgen Düsseldorf und Mainz: Wegen Sturmgefahr wurden in beiden Städten die traditionellen Rosenmontagszüge abgesagt. In Köln soll der „Zoch“ in abgespeckter Version ziehen.
Update: 08.02.2016 - 09:03 Uhr
Schlechte Nachrichten für Karnevalisten: In Mainz wurde der Rosenmontagszug wegen einem Sturmtief abgesagt. Quelle: dpa
Mainzer Fastnacht

Schlechte Nachrichten für Karnevalisten: In Mainz wurde der Rosenmontagszug wegen einem Sturmtief abgesagt.

(Foto: dpa)

Sturmtief „Ruzica“ wirbelt den Karneval durcheinander: Bereits am Sonntag haben die Mainzer Karnevalisten ihren traditionellen Rosenmontagszug abgesagt, heute traf die Karnevalshochburg Düsseldorf die gleiche Entscheidung. In Köln soll der „Zoch“ dagegen ab 10 Uhr ziehen – wenn auch in abgespeckter Version. Die Prunkwagen samt Figuren sollen zwar wie geplant rollen – Großfiguren in den Fußgruppen seien aber nicht zugelassen, ebenso wie Fahnen und Trageschilder. Zuvor hatten die Veranstalter bereits mitgeteilt, dass die sonst üblichen 500 Pferde nicht am Zug teilnehmen würden.

Die ersten Ausläufer des Karnevals-Sturmtiefs „Ruzica“ hatten am frühen Morgen den Westen Nordrhein-Westfalens erreicht. Das Sicherheitskonzept des Düsseldorfer Rosenmontagszugs sah vor, dass der Zug ab Windstärke 8 abgesagt werden muss. Allerdings soll der Zug nachgeholt werden, teilte das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) mit. Eine Entscheidung über einen Termin will das CC „schnellstmöglich“ bekanntgeben. Statt des ausgefallenen Zuges sollten in Düsseldorf am Vormittag die politischen Mottowagen vor dem Rathaus auffahren.

Rio tanzt gegen die Virus-Angst
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Viel nackte, schwitzende Haut, viel Angriffsfläche für die Gelbfiebermücke Aedes aegypti, die Zika überträgt - und der Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff den Krieg erklärt hat.

Der Mainzer Carneval Verein (MCV) begründete die Entscheidung mit Sturmböen, die der Deutsche Wetterdienst für Montag vorausgesagt hat. „Die Entscheidung ist ganz klar, die Sicherheit geht vor“, sagte MCV-Präsident Richard Wagner am Sonntagabend. Es sei mit Windböen bis zu 100 Stundenkilometern zu rechnen, sagte der stellvertretende Leiter der Mainzer Feuerwehr, Björn Patzke. Das größte Risiko drohe am Nachmittag, mit einer Abschwächung sei erst ab 19 Uhr zu rechnen. Insofern könne es mehr oder weniger während des gesamten Rosenmontags zu unberechenbaren Böen kommen. Ob der Umzug zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden kann, ließ der MCV offen.

Nach den letzten Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes wird der Sturm sogar noch etwas stärker als zunächst erwartet. Im Essener Stadtteil Kupferdreh, in Duisburg, Hagen und Wenden im Sauerland sind die Rosenmontagszüge deshalb schon abgesagt.

So närrisch feiert Deutschland Altweiber
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Im strömenden Regen, aber mit guter Laune eröffnen die Närrinnen und Narren um Punkt 11.11 Uhr den Straßenkarneval. Der inoffizielle Feiertag Weiberfastnacht unterscheidet sich zu den üblichen Karnevalsfeiertagen dadurch, dass keine Karnevalsumzüge stattfinden, sondern im Kostüm in den Kneipen, Bars und auf den Straßen gefeiert wird.

Auftakt in Köln zur Weiberfastnacht
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Auch in Köln lassen sich die Karnevalbegeisterten nicht durch die Vorfälle der Silvesternacht abschrecken. Es wird rund um dem Dom ausgelassen auf den Straßen gefeiert und mit Freude den Karnevalmarathon der nächsten Tage eingeleitet.

Rathaussturm in Düsseldorf
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Fester Bestandteil der Weiberfastnacht ist der Rathaussturm durch die Närrinnen, die Möhnen, wie hier in Düsseldorf. Die symbolische Machtübernahme hat einen historisch ernsten Kern: Die Einmischung der Frauen in das im 19. Jahrhundert noch rein männliche Fest Karneval.

Scheren und Bützchen
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Auch in anderer Hinsicht geht es den Männern an den Kragen – und zwar buchstäblich: Krawatten werden als Symbol der männlichen Macht per Schere gekappt. Die anschließend nur noch mit einem Krawattenstumpf herumlaufenden Männer, werden von der Frau durch ein sogenanntes Bützchen (Küsschen) entschädigt. Wichtig ist dabei zu beachten, dass die Krawatte nur bei vorheriger Zustimmung abgeschnitten werden darf. Anderenfalls liegt eine Eigentumsverletzung vor, so ein Urteil durch das Amtsgericht Essen.

Die Sicherheit an Weiberfastnacht hat höchste Priorität
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Nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln und der daraus resultierenden Kritik an der Polizei, wird den Sicherheitsvorkehrungen in dieses Karnevals-Feiertagen eine besonders große Aufmerksamkeit entgegen gebracht. Allein in Köln sind in diesem Jahr 2500 Polizisten unterwegs. Das sind drei Mal so viele wie im vergangenen Jahr. Die Verantwortlichen wollen damit beweisen, das man in Köln noch unbeschwert feiern kann.

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Für Frauen gibt es in diesem Jahr auf der Domplatte einen extra „Security Point“ mit professionellen Beraterinnen, an die man sich jeder Zeit bei Übergriffen wenden kann. In Köln wurden in den letzten Jahren zur Karnevalszeit etwa 50 sexuelle Übergriffe pro Jahr angezeigt.

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Doch trotz Rekordaufgebaut der Polizei und miesem Wetter ist die Stimmung so ausgelassen und fröhlich wie jedes Jahr. Gemeinsam mit dem Kölner Dreigestirn feierte die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker den Beginn der besonders tollen Tage.

In Köln wollen die Jecken wegen der erwarteten Windböen unter anderem auf die sonst üblichen 500 Pferde und auf große Figuren verzichten. „Wir lassen uns das Feiern auch vom Wetter nicht vermiesen“, sagt Zugleiter Christoph Kuckelkorn. Allerdings sollen Experten noch einmal den Zugweg kontrollieren, um „mögliche Gefahrenpunkte frühzeitig zu beseitigen“. Unter anderem sollen an allen Tribünen die Planen, die die Besucher von Wind und Regen schützen, entfernt werden. Ob noch weitere Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden müssen, wollen die Verantwortlichen von Karnevalsverein, Stadt, Polizei und Feuerwehr am Montagmorgen beschließen.

Selbst wenn Rosenmontagszüge wie geplant stattfinden: Auf ungemütliches Wetter müssen sich die Jecken allemal einstellen. Denn Tief „Ruzica“ (gesprochen: Ruschiza) soll neben Sturm auch starken, anhaltenden Regen und womöglich sogar Gewitter in die Karnevalshochburgen bringen.

  • dpa
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