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Tagebuch eines Japaners - Teil 4 Zurück in einem anderen Tokio

Der Schrecken hat Japan im Griff, doch für die Bürger muss das Leben weitergehen. In einem Tagebuch für Handelsblatt Online beschreibt ein junger Japaner, wie er seinen Alltag meistert. Aufgezeichnet von Jan Keuchel.
  • F. Sato
22.03.2011 - 14:01 Uhr Kommentieren
Tagebuch eines Japaners

Tagebuch eines Japaners

22. März 2011: Ich bin zurück in Tokio. Am Wochenende kam die Anweisung der Firma, dass man ab Dienstag von Telearbeit zum Normalbetrieb übergeht. Am Montag war in Japan noch Feiertag.

Auf dem abendlichen Weg nach Tokio im Schnellzug wird mir noch einmal bewusst, wie viele Menschen hier leben. Ab Yokohama sieht man ohne Unterbrechung nur noch die Lichter von Häusern, von Hochhauswohnungen und Einfamilienhäusern. Sie leuchten nicht nur in der Ferne, sondern auch nah an den Gleisen. Wenn man aus Kioto kommt, fällt zudem sofort die Dunkelheit in Tokio auf. Überall wird Strom gespart. Rolltreppen stehen (sehr erfreulich für Reisende mit großen Koffern!), die Beleuchtung auf den Bahnsteigen ist überall nur zur Hälfte an. In den 24-Stunden-Läden, den so genannten Convenience Stores, sind die Lichter der Ladenschilder ausgeschaltet, auch im Inneren selbst sind nicht alle Beleuchtungen an.

Die Regale für Instant-Nudeln sind  immer noch so gut wie leer. Allerdings ist der Grund nicht mehr nur, dass die Menschen Hamsterkäufe getätigt haben. Mittlerweile wird diese Art der Ware zu Hauf in die Flüchtlingslager geschickt. Für einige Zeit muss man sich wohl an diese Umstände gewöhnen. Tokio ist anders geworden.

Der Autor des Tagebuchs ist ein 29-jähriger Unternehmensberater aus Tokio. Den Namen des Autors hat die Redaktion auf seinen Wunsch hin geändert.

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