Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Tijuana-Kartell in Mexiko Drogenboss beim WM-Schauen festgenommen

Das könnte das Ende seines Kartells bedeuten: Trotz Millionenkopfgelds war der mexikanische Drogenboss Fernando Sánchez Arellano nicht zu fassen - bis er das WM-Spiel zwischen Mexiko und Kroatien schaute.
25.06.2014 Update: 25.06.2014 - 03:10 Uhr Kommentieren
Drogenkonsum und -handel sind ein großes Problem im Mexiko. Der Boss eines mächtigen Drogenkartells wurde nun festgenommen - doch eine rivalisierende Verbrecherorganisation könnte sein Geschäft übernehmen. Quelle: AFP

Drogenkonsum und -handel sind ein großes Problem im Mexiko. Der Boss eines mächtigen Drogenkartells wurde nun festgenommen - doch eine rivalisierende Verbrecherorganisation könnte sein Geschäft übernehmen.

(Foto: AFP)

Tijuana/Mexiko-Stadt Die mexikanischen Streitkräfte haben im Norden des Landes den Anführer des Tijuana-Kartells festgenommen. Fernando Sánchez Arellano alias „El Ingeniero“ sei am Montag in Tijuana gefasst worden, teilte das Innenministerium am Dienstag mit. Medienberichten zufolge schlugen die Sicherheitskräfte zu, als der Verdächtige gerade das WM-Spiel zwischen Mexiko und Kroatien schaute.

Sanchez Arellano hatte 100.000 Dollar in bar bei sich, wie ein Polizeisprecher auf einer Pressekonferenz erklärte. Dabei wurden Bilder des Verhafteten in einem grünen Mexiko-Trikot gezeigt. Auf den Wangen hatte er die mexikanischen Nationalfarben Grün, Weiß und Rot geschminkt.

Sánchez Arellano gehörte zu den meistgesuchten Drogenhändlern des Landes. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte ein Kopfgeld in Höhe von 30 Millionen Pesos (1,7 Mio Euro) auf ihn ausgesetzt. Ihm werden Drogenhandel, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Verstöße gegen das Waffenrecht vorgeworfen.

Auch die US-Antidrogenpolizei DEA suchte nach dem Mann. Im vergangenen Jahr hatte das Finanzministerium in Washington Sánchez Arellano auf eine schwarze Liste gesetzt und seine Vermögenswerte in den Vereinigten Staaten eingefroren.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Sánchez Arellano gehörte bereits zur zweiten Führungsgeneration des Kartells, das Ende der 1980er Jahre von den Brüdern Arellano Félix gegründet worden war. Nach der Festnahme seines Onkels Eduardo Arellano Félix übernahm er 2008 die Führung des Kartells. Er habe eng mit seiner Mutter Enedina zusammengearbeitet, einer Schwester der Kartell-Gründer, heißt es bei der auf Sicherheitsthemen spezialisierten Nachrichtenseite Insight Crime.

    Machtkampf um Drogenschmuggel in die USA

    Das Tijuana-Kartell war einst eines der wichtigsten Verbrechersyndikate Mexikos und kontrollierte den Drogenschmuggel in den Westen der USA. Zudem kassierte es Abgaben von anderen kriminellen Gruppen, die in der Region operierten. Wie das verfeindete Sinaloa-Kartell ging die Gruppe aus dem bis zur Festnahme seines Gründers Miguel Ángel Félix Gallardo mächtigen Guadalajara-Kartell hervor.

    Die Organisation verfügt über ausgezeichnete Kontakte zu Behörden und Sicherheitskräfte bis hinein in die USA. Experten zufolge hat das Syndikat zudem ein Geschäftsmodell entworfen, das die Verantwortung der Bosse für die kriminellen Geschäfte weitgehend verschleiert. Nachdem zahlreiche ihrer Führungsmitglieder festgenommen oder getötet worden waren und das Sinaloa-Kartell in ihren Einflussbereich drängte, hatte die Gruppe zuletzt allerdings erheblich an Einfluss verloren.

    Die Festnahme von Sánchez Arellano könnte das endgültige Ende des Tijuana-Kartells bedeuten, schreiben die Analysten von Insight Crime. Ein echter Rückschlag für das organisierte Verbrechen sei das allerdings nicht. Es dürfe davon ausgegangen werden, dass das Sinaloa-Kartell die Geschäftsfelder des Konkurrenten übernimmt.

    • dpa
    • ap
    Startseite
    Mehr zu: Tijuana-Kartell in Mexiko - Drogenboss beim WM-Schauen festgenommen
    0 Kommentare zu "Tijuana-Kartell in Mexiko: Drogenboss beim WM-Schauen festgenommen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%