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Til Schweiger stellt seine Stiftung vor „Ganz schnell, ganz viel Geld“ für Flüchtlinge

Til Schweiger will nach seinem verbalen Engagement für Flüchtlinge auch karitative Projekte unterstützen. Dafür hat sich der Schauspieler prominente Hilfe geholt. Doch er setzt auch auf finanzielle Unterstützung aus der Wirtschaft.
  • Jakob Huss
17.09.2015 - 19:41 Uhr

Til Schweiger will mit Stiftung „Welle in Gang setzen“

Berlin Gemeinsam mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) stellte der gut gelaunte Schauspieler Til Schweiger heute in Berlin seine neue Stiftung vor. Die „Til Schweiger Foundation“ soll Flüchtlingskindern, aber auch benachteiligten jungen Deutschen helfen. Der zuletzt oft kritisierte Schweiger konnte sich der Präsentation seiner Pläne in der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg auf die Unterstützung seiner prominenten Helfer verlassen.

Sandra Maischberger moderierte die Veranstaltung. Auf dem Podium saßen neben Gabriel und Schweiger auch die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU), der Schauspieler Jan Josef Liefers und der Rapper Thomas D. Zusammen mit Fußball-Bundestrainer Joachim Löw und Springer-Chef Mathias Döpfner bilden sie den Beirat der Stiftung – und kamen dazu fast alle in blauen Shirts, auf denen Schweigers Stiftungslogo prangte

Mit seinen Helfern will Schweiger, wie er sagte, „ganz schnell, ganz viel Geld“ eintreiben. Er selbst habe 100.000 Euro in die Stiftung gesteckt. Nun will er bei deutschen Konzernen „Klinken putzen“ gehen, um Geld einzusammeln. Auch Rapper Thomas D. hat 100.000 Euro gespendet. Er hofft, dass Politiker und Unternehmen seinem Beispiel folgen: „Jetzt müsst ihr die Kohle rausrücken.“

Die Stiftung war Anfang August im Eiltempo gegründet worden. Zuerst war sie als Hilfsorganisation für traumatisierte Kinder gedacht. Nun werden zwei Flüchtlingsunterkünfte in Osnabrück und Hamburg gefördert, weitere Projekte sollen folgen, sagte Schweiger. Der 51-Jährige betonte, die Stiftung sei „mit der heißen Nadel“ gestrickt und vor allem eine Reaktion auf die fremdenfeindlichen Übergriffe der vergangenen Monate.

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    Gabriel lobte, dass sich die Stiftung sowohl an Deutsche als auch an Flüchtlingskinder richte. Er warnte zugleich vor einer Stimmung, „in der es heißt: 'Na ja, für die habt ihr alles, für mich nix'“.

    Die Stiftungspräsentation war auch ein persönlicher Triumph für Schweiger. Er hatte sich auf Facebook mehrfach mit Kritikern der deutschen Flüchtlingspolitik auseinandergesetzt und sich deutlich gegen rassistische Kommentare gewehrt. Der Politik hatte Schweiger Untätigkeit vorgeworfen und angekündigt, selbst eine Flüchtlingsunterkunft in Osterode einrichten zu wollen. Ein in das Projekt involvierter Geschäftsfreund hatte jedoch den Argwohn von Politik und Medien geweckt.

    Mit dem Gouvernator gegen Fremdenhass
    „Ihr seid so arm! Schämt euch!“
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    Mit diesen harschen Worten zu den rassistischen Ausfällen einiger seiner Facebook-Fans erregte Til Schweiger die Gemüter. Was folgte, war ein verbales Scharmützel. Während er einem Teil seiner Fans Fremdenfeindlichkeit und Herzlosigkeit vorwarf, keilten diese einhellig zurück: Schweiger wisse als hervorragend bezahlter Schauspieler doch gar nicht, wie schlecht es vielen Deutschen gehe. Und überhaupt: Was habe er denn für die Flüchtlinge getan?

    (Foto: dpa)
    Prominente Unterstützung
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    Ein Vorwurf, den Schweiger offenbar nicht auf sich sitzen lassen wollte. Flugs trommelte er einige prominente Freunde zusammen, darunter auch den Fantastische-Vier-Rapper Thomas D., und gab die Gründung einer Stiftung bekannt: Die „Til Schweiger Foundation“, die heute offiziell gegründet wird, soll als erstes Projekt eine Einrichtung für Flüchtlinge unterstützen. Ziel der sei es, für Verfolgte in Deutschland eine Atmosphäre des Willkommenseins zu schaffen, so eine Sprecherin.

    (Foto: picture alliance / dpa)
    Bundestrainer ist auch dabei
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    Schon vor der offiziellen Gründung kommt die Stiftung auf ein beachtliches Vermögen: Neben jeweils 100.000 Euro, die von Schweiger selbst und Thomas D. gespendet wurden, sind zusätzliche 50.000 Euro zusammengekommen – „ohne Werbung dafür gemacht zu haben“, betonte Schweiger gegenüber der „Bild“-Zeitung. Neben Thomas D. und Jogi Löw soll auch...

    (Foto: dpa)
    Medienleute
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    ...Axel-Springer-Vorstand Matthias Döpfner dem Stiftungsrat angehören. Weiteres Ratsmitglied aus der Medienbranche: NDR-Programmleiter und ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber (nicht im Bild).

    (Foto: ap)
    Politik macht mit
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    Politische Unterstützung kommt von der ehemaligen CDU-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth: Auch sie soll dem Stiftungsrat der „Til Schweiger Foundation“ angehören. Aus der politische Sphäre ist sie nicht die einzige, die das Projekt gutheißt. Auch...

    (Foto: dpa)
    Vizekanzler an Bord
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    ...Vizekanzler und SPD-Parteichef Sigmar Gabriel wird die Stiftung als Ratsmitglied unterstützen. Mit ihm hatte Til Schweiger vorab ein Gespräch geführt, um „gemeinsame Aktionen für Flüchtlingsfamilien und gegen rechtsradikale Hetzer“ auszuloten, berichtete die „Bild“ vor einigen Tagen.

    (Foto: AFP)
    Arbeitskollege
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    Unterstützung erhält Schweiger nicht nur von Musikern, Sportlern und Politikern – sondern auch aus der eigenen Zunft. Mit Jan Josef Liefers ist neben Schweiger selbst ein weiterer Tatort-Kommissar in den Stiftungsrat gekommen. Doch damit nicht genug...

    (Foto: dpa)

    Die prominenten Unterstützer hat die Kritik nicht abgeschreckt. Noch erschöpft von einem Drehtermin in Moskau plauderte Schweiger zufrieden über das Zustandekommen der Stiftung. Süssmuth sagte, sie sei von Schweigers Entschlossenheit und Tatkraft „beeindruckt“. Gabriel sagte, nur Schweiger könne mit der Art und Weise, wie er rede, so tief in die Gesellschaft hineinwirken.

    Auch Schweiger suchte wieder die Nähe zum SPD-Chef. Gabriel flöße ihm „Respekt“ ein, auch Süssmuth sei „fantastisch“, sagt er. Sogar die Kanzlerin bekam ein Lob: „Dafür wie sie sich jetzt positioniert, hat sie meinen tiefsten Respekt.“ Auch Merkel dürfe gerne noch bei ihm mitmachen.

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