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Top 10 der reichsten Russen Immer mehr Superreiche – Russland zählt mehr als 100 Dollar-Milliardäre

Die Zahl der Dollar-Milliardäre in Russland steigt. Immer noch kommen viele aus dem Rohstoffgeschäft, unter den Aufsteigern sind auch dubiose Wirtschaftsgrößen.
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Russlands Milliardärskaste wächst auf mehr als 100 Personen
Wladimir Lissin

Im Vergleich zum vergangenen Jahr konnte er sein Kapital um drei Milliarden US-Dollar steigen.

MoskauDie Zahl der russischen Milliardäre ist 2018 erstmals seit Beginn der Krise 2014 wieder über die Marke von 100 gesprungen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr dürfen sich zehn mehr Russen „Forbes“-Milliardär nennen – insgesamt 106.

Vorn bleibt alles beim Alten: Stahlbarone, Ölmagnaten und Bankiers haben die Top 10 der russischen Oligarchie fest im Griff. Dieses Jahr ist laut „Forbes“ der 61-jährige Besitzer des Stahlwerks Nowolipezk, Wladimir Lissin, mit geschätzt 19,1 Milliarden US-Dollar Vermögen der Krösus. Im Vergleich zum vergangenen Jahr konnte er sein Kapital um drei Milliarden Dollar steigern.

Auf Rang zwei bleibt wie 2017 der Besitzer von Severstal Alexej Mordaschow mit 18,7 Milliarden Dollar – ein Plus von 1,2 Milliarden. Vorjahressieger Leonid Michelson ist abgerutscht. Der Drittplatzierte verdient sein Geld vor allem mit Gas (Novatek) und Petrolchemie (Sibur).

Das zeigt schon, dass nur die wenigsten echte Aufsteiger sind: Gerade einmal drei der gezählten Milliardäre sind jünger als 40 Jahre alt. Einer davon, der 36-jährige Kirill Schamalow, geht dabei kaum als Selfmade-Unternehmer durch. Der Absolvent der Petersburger Staatsuniversität ist Sohn von Nikolai Schamalow, der sein erstes Geld in den 90er-Jahren als Vertreter von Siemens Medizintechnik machte, später dann Bankier wurde und in den elitären Kreis des ominösen Datscha-Kooperativs „Osero“ um Wladimir Putin aufstieg.

Auch der jüngere Schamalow soll beste Beziehungen in den Kreml besitzen, Medienangaben zufolge ist er der Schwiegersohn von Putin. Wenig verwunderlich, dass er vor ein paar Jahren günstig an Aktienpakete des Gasriesen Novatek und des in Sibirien beheimateten Chemieunternehmens Sibur gekommen ist. „Forbes“ taxiert sein Vermögen auf 1,4 Milliarden Dollar.

Interessanter ist da schon die Erfolgsgeschichte von Alexej Repik. Der 38-Jährige besitzt 2,1 Milliarden Dollar und soll sein Geld in der Pharmazie gemacht haben. Jedenfalls ist Repik Gründer und Besitzer des Arzneimittelherstellers R-Farm. Im vergangenen Jahr hat die japanische Mitsui ein Zehnprozent-Paket an dem Unternehmen gekauft.

Repik sitzt im Wirtschaftsbeirat des Präsidenten und ist Co-Vorsitzender des Unternehmerverbands „Delowaja Rossija“. Allerdings gibt es auch bei R-Farm einige schwarze Flecken. So haben die Behörden 2017 Untersuchungen wegen mutmaßlicher Korruption bei staatlichen Aufträgen eingeleitet.

Anfang 2018 sprach das Kartellamt von manipulierten Ausschreibungen durch Strohmänner, durch die R-Farm einen Teil seiner Aufträge gewonnen habe. Kurz darauf allerdings ruderte Kartellamtschef Igor Artemjew zurück und erklärte, es gebe keinen Grund zu weiteren Untersuchungen.

Zufall oder nicht: Repik ist seit kurzem Mitglied des Expertenrats beim Kartellamt.

Die wohl schillerndste Persönlichkeit allerdings ist der erst 33-jährige Pawel Durow. Der gebürtige Petersburger hat sich als Gründer des sozialen Netzwerks vkontakte einen Namen gemacht. Allerdings auch als Skandalnudel, als er Rubelscheine zu Papierfliegern faltete und sie aus dem Fenster seines Büros warf, während sich unten die Menge um das Geld prügelte.

Noch bekannter wurde sein Kampf für die Freiheit des Internets. 2014 musste er sich von vkontakte trennen, weil er sich vorher geweigert hatte, Daten von Euromaidan-Demonstranten aus dem Netz an den FSB zu übergeben. Seither lebt er als „Internet-Nomade“ im Ausland und hat dort mit dem Messenger-Dienst Telegram einen weiteren Volltreffer gelandet.

Streit mit dem Geheimdienst gab es auch in diesem Fall. Weil er die Verschlüsselungs-Codes seines Dienstes nicht an die russischen Behörden herausrücken wollte, versuchen diese nun seit einer Woche, Telegram in Russland zu blockieren – mit wechselndem Erfolg.

Für Durow selbst ist die Geschichte durchaus geschäftsfördernd. Sein nächstes Projekt ist die Herausgabe einer Kryptowährung, die durch den Skandal mit den russischen Behörden international reichlich PR erfährt.

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