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Türkei Trauer und Empörung über das Spar-Bergwerk

Die Türkei ist am Tag nach dem Bergwerkunglück in Staatstrauer. Angehörige der verschütteten Bergarbeiter warten verzweifelt auf Informationen, eine Kühlhalle wurde zur Leichenhalle umfunktioniert.
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280 Tote, Hunderte noch eingeschlossen

Istanbul In der türkischen Bergarbeiterstadt Soma warten verzweifelte Angehörige auf Nachrichten aus der Tiefe der Kohlestollen. Lebendig oder tot, höchstes Glück oder tiefe Trauer? Vor laufenden Fernsehkameras werden am Mittwoch weitere rußverschmierte Opfer des katastrophalen Bergwerkunglücks durch ein Spalier der Sicherheitskräfte zu Krankenwagen getragen.

Um die große Zahl der Leichen bewältigen zu können, sei eine Kühlhalle für Melonen nahe der Mine zur Leichenhalle umfunktioniert worden, berichten türkische Medien. Vor einem Krankenhaus hält die Polizei Angehörige zurück. Einige sind still in Tränen versunken, andere schreien aufgebracht.

Denn in die Trauer mischt sich am Tag nach dem Unglück helle Empörung. Nicht nur die Gewerkschaften werfen der Betreibergesellschaft Soma Kömür vor, Profit sei im türkischen Bergbau einmal mehr vor Sicherheit gegangen. Das Unglück sei kein Schicksal, sondern von Menschen verschuldet.

Dabei soll die islamisch-konservative Regierungspartei AKP eine schützende Hand über die Betreiberholding gehalten haben. Mit ihrer Mehrheit war Ende April im Parlament ein Antrag der Opposition, die eine Kontrolle in Soma durchsetzen wollte, abgelehnt worden.

Im September 2012 habe der Chef der Soma Holding, Alp Gürkan, in einem Interview gefeiert, dass er die Kosten in dem Bergwerk nach dessen Übernahme aus Staatsbesitz deutlich habe senken können, berichtet die Zeitung „Hürriyet Daily News“. Die Produktionskosten pro Tonne Kohle seien von bis zu 140 US-Dollar (knapp 102 Euro) pro Tonne auf nun knapp 24 US-Dollar (knapp 17,50 Euro) gesenkt worden.

780 Männer waren zum Zeitpunkt des Unglücks unter Tage
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