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Über 600 Tote Hilfe für chinesische Erdbebenopfer läuft an

Nach dem Erdbeben im Grenzgebiet zwischen Tibet und China läuft die Hilfe an. Knapp 10 000 Verletzte warten auf medizinisches Material, Nahrung und Zelte. Viele Helfer leiden jedoch in 4000 Metern Höhe selber an Sauerstoffmangel.
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Verletzter Säugling: Helfer leiden an Höhenkrankheit. Quelle: Reuters

Verletzter Säugling: Helfer leiden an Höhenkrankheit.

(Foto: Reuters)

HB PEKING. Nach dem verheerenden Erdbeben mit 617 Toten im tibetischen Hochland in Westchina sind die Hilfsmaßnahmen angelaufen. Mehr als 300 Menschen wurden noch unter den Trümmern ihrer Häuser vermisst, berichteten die Behörden am Donnerstag. Über 9100 Menschen seien verletzt. Kaltes Wetter, starker Wind und häufige Nachbeben erschwerten das Schicksal der Überlebenden und die Bergungsarbeiten.

Da die betroffene Präfektur Yushu in rund 4000 Meter Höhe liegt, litten viele eingeflogene Helfer wegen des Sauerstoffmangels unter der Höhenkrankheit.

Die Erdstöße der Stärke 7,1 hatten die Stadt Jiegu, den Verwaltungssitz der Präfektur, zu mehr als 80 Prozent zerstört. Rund 15 000 Häuser seien eingestürzt, erklärten die Behörden. "Viele, viele Menschen sind tot", sagte eine Studentin telefonisch der Nachrichtenagentur dpa in Peking. "Alles ist zerstört." In den Trümmern suchten Bergungstrupps verzweifelt nach Verschütteten. Es fehlte dringend an medizinischer Hilfe, Medikamenten, Nahrung und Trinkwasser. Schwerverletzte sollen ausgeflogen werden. Etwa 100 000 Menschen sind von dem Erdbeben betroffen.

Erste Hilfslieferungen trafen in dem entlegenen Erdbebengebiet an der Grenze zu Tibet ein. Aus allen Teilen des Landes wurde Hilfsgüter und Spenden zugesagt. Zelte, Decken, Kleidung und Nahrung wurden mit Flugzeugen oder auf dem Landweg transportiert. Die beschädigte Straße zum Flughafen von Yushu konnte repariert werden. Die Lage der Obdachlosen war wegen der nachts auf den Gefrierpunkt fallenden Temperaturen schwierig. Viele mussten unter freiem Himmel schlafen.

8300 Zelte trafen am Donnerstag ein. Weitere 28 800 sollen folgen. "Die Zelte sind ausreichend für 100 000 Menschen", sagte Zhou Ming, Direktor des Verwaltungsministeriums in Peking.

"Mit Fahrzeugen wurden Trinkwasser und Nahrung nach Yushu gebracht, aber es ist bei weitem nicht genug", erläuterte ein Provinzsprecher telefonisch der dpa. Regierung und Militär organisierten mehrere Transportflugzeuge. Tausende Rettungskräfte und zahlreiche Ärzteteams wurden mobilisiert. Ein Feldhospital soll aufgebaut werden. Die medizinische Versorgung der vielen Verletzten war schwierig, da es an einfachsten medizinischen Dingen fehlte.

Das Erdbeben hat elf Schulen einstürzen lassen. Nach vorläufigen Angaben kamen 66 Schüler und zehn Lehrer ums Leben. Dutzende Schüler wurden noch unter den Trümmern vermisst. Der Einsturz der Schulen weckte Erinnerungen an das verheerende Erdbeben mit 87 000 Toten im Mai 2008 in der Provinz Sichuan, wo viele Schulgebäude durch Pfusch am Bau eingestürzt waren, während andere Häuser den Erdstößen standgehalten hatten. Tausende Kinder kamen damals ums Leben, was eine emotional aufgeladene Kontroverse ausgelöst hatte.

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