Umstrittenes Moderationshonorar Jauch kassierte für seinen Auftritt bei Maschmeyer

Günther Jauch stand auf der Honorarliste von Carsten Maschmeyer, den der Moderator in seiner Sendung hart angegangen war. Der Ex-AWD-Chef wiederum schießt zurück und beziffert Jauchs damaliges Honorar mit 18.000 Mark.
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Günther Jauch befragte Ex-AWD-Chef Carsten Maschmeyer. Quelle: dpa

Günther Jauch befragte Ex-AWD-Chef Carsten Maschmeyer.

(Foto: dpa)

DüsseldorfBeim ARD-Polittalk hatte sich Gastgeber Günther Jauch am Sonntag noch auf Stargast Carsten Maschmeyer eingeschossen, jetzt hat der AWD-Chef via „Bild“-Zeitung zurückgeschlagen. In der Sendung hatte Jauch eingeräumt, dass er selbst einmal für den umstrittenen Finanzdienstleister gearbeitet hat. Bei einer firmeninternen Veranstaltung trat Jauch 1991 vor AWD-Mitarbeitern und ließ sich den Auftritt offenbar gut honorieren.

Laut der „Bild“-Zeitung, die Carsten Maschmeyer selbst zitiert, kassierte Jauch damals 18.000 D-Mark. Günther Jauch hat diese Summe auf Anfrage von Handelsblatt Online nicht dementiert. Er ließ über seinen Anwalt lediglich mitteilen, die Summe lasse sich „gegenwärtig in der Schnelle nicht verifizieren“.

Während der Talkshow hatte Jauch seinen ehemaligen Geldgeber Maschmeyer vergleichsweise hart angegangen. Maschmeyer bekam kaum Gelegenheit, von den hilfreichen Innovationspreis-prämierten Firmen seiner aktuellen MaschmeyerGroup zu reden, sondern wurde von Jauch zum Thema AWD befragt.

Kein Wunder, denn der NDR als für Jauchs Show verantwortlicher Sender hatte erst im vergangenen Jahr die unternehmerischen Machenschaften des ehemaligen AWD-Chefs in der Reportage „Der Drückerkönig und die Politik“ an den Pranger gestellt. Bis vors Gericht zog Maschmeyer gegen den Sender, um eine kritische Dokumentation über ihn zu verhindern.

Jauch hatte in der eigenen Show nicht mit Vorwürfen an Maschmeyer gespart, von „bewusster und vorsätzlicher Falschberatung“ gesprochen, die „nicht wenige Kunden in den Ruin getrieben“ habe, und setzte einige kleine Provokationen. Einen eingespielten Ausschnitt aus einer anno 1999 gehaltenen Motivations-Rede des seinerzeit deutlich weniger glatt gebügelten Hannoveraners kommentierte er mit „Wenn Sie da ,Wollt ihr die totale Provision?' gerufen hätten..."

Wirklich konkrete Äußerungen machte Maschmeyer in der Sendung nicht – wie Jauch derzeit auch nicht zu dem von Maschmeyer 1991 erhaltenen Honorar.

  • deli
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12 Kommentare zu "Umstrittenes Moderationshonorar: Jauch kassierte für seinen Auftritt bei Maschmeyer"

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  • Solange de TV-Zuschauer solchen geistigen Dünnschiss braucht, gibt es keine Chance. Und weiterhin wird unser gezahltes GEZ an die Quatschköpfe fliessen. Aber keine Sorge, die solchen Mist arrangieren (ARD + ZDF Programmdirektoren) wollen doch auch nicht als Hartz IV - Empfänger enden. Warum schaltet der Normalo bloss den TV nicht einfach aus ? Es heisst nicht umsonst: "Mit dem Zweiten verblödet man besser"

  • Mal darueber nachgedacht, das die Sache mit Maschmeyer abgesprochen war? Immerhin hat er sich ja rausgeredet, das die Fonds, die er verkauft hat, verantwortlich sind, was so verkehrt nicht ist, zumindest sind diese mitverantwortlich. Maschmeyer ist offensichtlich Publicitygeil , gibt sich gelaeutert, spielt den milden Kapitalisten, und die Talkshows des oeffentlich rechtlichen geben ihm die Plattform sich und sein Blondi im Promigespraech zu halten, wozu zeigt man im Hintergrund ein Foto von Maschi und seiner Tussi. War doch allses inzeniert, bis ins Detail. Nachher trifft man sich auf den entsprechenden Events und plaudert als wenn nichts gewesen ist, war ja auch nichts, war ja abgesprochen. Schade das sich Fr. Wagenknecht fuer diesen Circus als kritisches Feigenblatt zur Verfuegung stellt. Und die Presse schreibt, Jauch ging Maschi hart an, was fuer eine Lachnummer.

  • ...auch beim größten Strukturvertrieb Deutsche Vermögensberatung (DVAG) machte er als Moderator und Journalist indrekt mit seinem Auftritt in den 90er Jahren Werbung.Letztendlich eigentlich für die Aachen und Münchener Versicherung. Dolle Werbung für die Versicherung über die Deutsche Vermögensberatung. Ob Prominenz aus der Politik, Sport und sonstiges Showgeschäft, weiß, was sie da tut frage ich mich. Hauptsache die Kohle oder Spende scheint zu stimmen.

    Was hier dem Fernsehzuschauer dann später mit Auftritten von "Maschi" mit dem Journalisten J. in einer sendung zugemutet wird, ist eine "Volksverdummung". Die meisten sitzen davor und kennen die Zusammenhänge nicht oder nur teilweise. Ansonsten würden sie solche anrüchigen Sendungen abschalten. Die Unglaubwürdigkeit und Integrität von solchen Journalisten und Moderatoren steht für mich außer Frage. hauptsache die Kasse stimmt. Hüben wie drüben. Der Zuschauer schaut und zahlt brav seine GEZ.

    Für eine solche Volksverdummung müßte er eigentlich Schadensersatz fordern können.

    Solange der Bürger die Zusammenhänge nicht kennt oder versthet, können solche Vertriebe schalten und wahlten wie sie wollen. Die Moderatoren und Journalisten spenden u.a. ihren Beitrag dazu.

    Weiter so!

    Wenn sich da mal der Fuchs nicht mal selbst in den Schwanz beißt.

  • "Erstaunlich, dass jemand wie Maschmeyer die Vertraulichkeit eines Vertrags bricht. Das Honorar basiert auf einer Geschäftsbeziehung. Seit wann werden Vertragsangelegenheiten über die Bildzeitung herumposaunt." -
    Im Fussball hört/liest man doch laufend, was die Spieler verdienen! Where do you live? I saw you behind the dead-tree yesterday.

  • @Heino
    Vollkommen richtig, was Sie über Jauch schreiben.
    "Durch Biertrinken den Regenwald retten", war die größte Nummer von diesem Clown (obwohl sie überhaupt nicht komisch gemeint war).
    Sabine Christiansen in ihren schwarzen Nylons war wirklich besser. Schon deshalb, weil sie gar nicht erst versuchte, sich als moralische Instanz zu empfehlen.

  • @ Peter

    Richtig, diese Dampfplauderer langweilen nicht nur, die kotzen mich mitlerweile an. Das einzige was die können ist Fragen, die andere formuliert haben, von ihren Kärtchen ablesen. Das macht mein zehnjähriger Enkel auch, für ein Taschengeld.
    Es ist unglaublich wie man in der ARD und dem ZDF Geld für Labersäcke aus dem Fenster wirft. Dafür dürfen wir uns Wiederholungen ohne Ende ansehen.

  • Man hätte in der Sendung über Jauch sprechen müssen, der seine Millionen-Honorare den Gebühren verdankt. Die sind im Gegensatz zu den VW-Gewinnen kaum steigerungsfähig und doch tut Jauch so, als ginge ihn die ganze Diskussion nichts an. Mir wäre es lieber, die ARD investierte das Geld in aufwändige Dokus und echten Journalismus als in überbezahlte Schwätzer wie Jauch, Pilawa und Co.

  • Jauch kriegt den Hals nie voll und mit unseren Gebühren müssen wir den ganzen Wahnsinn noch bezahlen.


  • Kennt jemand zufällig Zeugen, die belegen können, das Herr Maschmeyer wirklich mal in Göttingen (oder sonst wo) ein oder mehrere Semester Medizin studiert hat?
    Für mich klingt dieser Part seines Lebenslaufs sehr stark nach Legendenbildung. So nach dem Motto: "Uui, Medizinstudium wie angesehen und seriös...!" Ich frage mich, ob irgendein investigativer Journalist das mal überprüft hat.

    @Matschmister
    Was beim AWD im wesentlichen bedenklich war, sind nicht Anlageprodukte, die im Nachhinein nicht hielten, was sie versprachen, sondern die Tatsache, dass Leute zum kündigen bestehender Verträge bewogen wurden (mit entsprechenenden Verlusten) nur um vermeintlich bessere Verträge über den AWD abzuschließen. Provision ich hör Dir trappsen;-) Dies wurde dann meißt von sogenannten Finanzberatern gemacht, die zuvor einen ehrwürdigen Beruf erlernt hatten (Fleischer, Kfz-Mechaniker, etc.) und nun mit der Aussicht auf Reichtum ihre Verwandschaft & bekanntschaft mit AWD-Produkten versorgten. Wenn die alle einen oder mehrere neue Verträge hatten, war dann meist schluss mit dem Leben in Saus & Braus als Finanzberater.
    Nur die "Führungsoffiziere des AWD kassierten weiterhin freudig die Provisionen für die von ihrem "Kanonenfutter" (Drücker, Struckis, etc.) angeschaften Verträge.
    Und Herr Jauch bietet Herrn Maschmeyer noch die Bühne, um sich als seriöser Geschäftsmann zu gerieren. Da hilft dann auch kein grenzwertiger Nazivergleich, den er 100pro gezielt eingesetzt hat, um bloß irgendwie mal wieder auf sich aufmerksam zu machen. Der Spiegel hat schließlich auch regelmäßig das Dritte Reich auf dem Titel.

  • „und eine charackterliche Elite, Fairplay, Ehrlichkeit blablabla, sind sie die netten Jungs und Mädchen von nebenan ...,“ zu welcher Sie aber nicht gehören, Herr Maschmeyer!

    Hier das Video zum Thema:
    http://www.youtube.com/watch?v=Z1raIG7o9T8

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