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Umstrittenes Urteil Schizophrener Mehrfachmörder in USA hingerichtet

Ein schizophrener Mörder ist in den USA durch die Giftspritze hingerichtet worden. John Ferguson verbrachte 35 Jahre im Todestrakt, seine Hinrichtung wurde mehrfach verschoben. Der Vollzug löste Empörung aus.
06.08.2013 - 15:07 Uhr Kommentieren
Der Mehrfachmörder John Errol Ferguson. Ferguson ist hingerichtet worden. Quelle: ap

Der Mehrfachmörder John Errol Ferguson. Ferguson ist hingerichtet worden.

(Foto: ap)

Washington Ungeachtet zahlreicher Appelle und Proteste ist ein geistig kranker Mehrfachmörder im US-Bundesstaat Florida hingerichtet worden. Der an paranoider Schizophrenie leidende John Ferguson sei am Montagabend (Ortszeit) durch die Giftspritze gestorben, teilte die Gefängnisbehörde mit. Ferguson wurde wegen acht Morden in den Jahren 1977 und 1978 zum Tode verurteilt und verbrachte 35 Jahre im Todestrakt.

Seinem Anwalt Chris Handman zufolge litt der 65-Jährige bereits vor seinen Taten an der schweren psychischen Krankheit. In seiner letzten Erklärung bezeichnete sich der Verurteilte demnach erneut wie schon mehrfach zuvor als „Herrgott“. Die Todesstrafe für den Mann war Gegenstand langer juristischer Kämpfe.

Ärzte, Anwälte und Patientenorganisationen hatten sich beim Obersten Gericht der USA dafür eingesetzt, die Vollstreckung des Todesurteils zu stoppen. Sie hatten vor allem argumentiert, dass Ferguson seine Verurteilung gar nicht begreifen könne. Kurz vor der Hinrichtung wiesen die Richter einen letzten Appell am Montagabend aber zurück. Noch im vergangenen Herbst hatten sie die Hinrichtung in letzter Minute ausgesetzt.

Fergusons Verteidigung äußerte sich „zutiefst enttäuscht“ angesichts der endgültigen Gerichtsentscheidung. Anwalt Handman erinnerte an eine Entscheidung des Obersten Gerichts aus dem Jahr 2002, wonach geistig Behinderte oder geistig Kranke nicht hingerichtet werden dürfen. Ferguson sei „seit vier Jahrzehnten schwer krank“ und damit bereits in der Zeit vor den Verbrechen, für die er zur Verantwortung gezogen werden solle, hieß es in einer kurz vor der Hinrichtung verbreiteten Erklärung.

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    Unterdessen wurde ein zum Tode verurteilter Mann im US-Bundesstaat Ohio, der am Mittwoch hingerichtet werden sollte, erhängt in seiner Zelle aufgefunden. Wie das Informationszentrum zur Todesstrafe am Montag mitteilte, hatte Gouverneur John Kasich zuvor seinen Antrag auf die Umwandlung seiner Strafe in lebenslange Haft zurückgewiesen. Der Mann wurde demnach am Sonntag tot aufgefunden.

    • afp
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