Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Ungarn Roma-Mörder müssen lebenslang hinter Gitter

Ein Gericht in Ungarn hat drei Rechtsradikale zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass sie die Urheber einer Anschlagsserie auf Roma waren. Das Urteil hat politische Signalwirkung.
06.08.2013 - 11:12 Uhr
Trauerfeier für die beiden getöteten Roma. Am Dienstag verurteilte ein Gericht in Ungarn die drei Täter zu lebenslanger Haft. Ein weiterer muss für 13 Jahre ins Gefängnis. Quelle: dpa

Trauerfeier für die beiden getöteten Roma. Am Dienstag verurteilte ein Gericht in Ungarn die drei Täter zu lebenslanger Haft. Ein weiterer muss für 13 Jahre ins Gefängnis.

(Foto: dpa)

Budapest Drei rechtsradikale Täter, die in Ungarn sechs Roma aus rassistischen Motiven getötet haben, sind am Dienstag zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Richter sahen es am Dienstag als erwiesen an, dass die Männer aus rassistischen Motiven mehr als ein Jahr lang gezielt Angehörige der Roma in verschiedenen Gebieten Ungarns angegriffen und getötet haben. Ein vierter Angeklagter, der an der Anschlagserie in den Jahren 2008 und 2009 beteiligt war, wurde zu 13 Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von dem Urteil in erster Instanz wurde auch eine politische Signalwirkung erwartet, weil Ungarns Regierung wegen ihres Umgangs mit Rechtsradikalen und Roma in der Kritik steht.

Bei neun Anschlägen hatten die Täter laut Anklage insgesamt 78 Gewehrschüsse abgegeben und mit 11 Molotow-Cocktails Häuser in Brand gesetzt, in denen Roma wohnten. In einem Fall, in Tatarszentgyörgy bei Budapest, starb dabei ein fünfjähriges Kind zusammen mit seinem Vater im Kugelhagel. Die Rechtsradikalen hatten auf die fliehende Familie geschossen, nachdem sie deren Haus angezündet hatten.

Die Urteilsverkündung fand vor großem Publikum statt. Die Kapazitäten des Gerichtssaals reichten für den Andrang nicht aus, es kam zu kleinen Tumulten. Augenzeugen sahen viele Roma im Publikum, aber auch Rechtsradikale, die ihre Gesinnung auf T-Shirts zur Schau stellten.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Zwischen 2008 und 2009 hatte eine Welle rassistischer Angriffe auf Roma das Land erschüttert. Vorwürfe wurden laut, die Polizei habe die Minderheit nicht ausreichend geschützt. Etwa sieben Prozent der rund zehn Millionen Ungarn gehören den Roma an. Sie sehen sich häufig Diskriminierungen ausgesetzt und leben überwiegend in großer Armut.

    • dpa
    • rtr
    Startseite
    Mehr zu: Ungarn - Roma-Mörder müssen lebenslang hinter Gitter
    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%