Unglück in Südkorea Helfer bergen weitere Leichen aus Fähre

Traurige Gewissheit für viele Angehörige: Taucher haben nun bereits 23 Leichen aus der Fähre geborgen, die am Mittwoch vor der südkoreanischen Küste verunglückt war. Die Unglücksursache bleibt unklar.
Update: 20.04.2014 - 13:13 Uhr Kommentieren
In einer groß angelegten Rettungsaktion versuchen Mitglieder der südkoreanischen Küstenwache, Menschen nach dem Fährunglück zu retten. Bislang konnten sie jedoch nur Tote bergen. Quelle: dpa

In einer groß angelegten Rettungsaktion versuchen Mitglieder der südkoreanischen Küstenwache, Menschen nach dem Fährunglück zu retten. Bislang konnten sie jedoch nur Tote bergen.

(Foto: dpa)

JindoEine halbe Woche nach dem Fährunglück vor der südkoreanischen Küste haben Rettungstaucher erstmals Leichen aus dem Innern des gesunkenen Schiffs geborgen. Insgesamt seien bisher 23 Tote aus dem Wrack gezogen worden, teilte die Küstenwache am Sonntag mit. Damit stieg die Zahl der geborgenen Todesopfer auf 56. Noch vermisst wurden 246 Menschen, die meisten von ihnen Schüler. Sie waren mit ihren Lehrern unterwegs auf einem Ausflug zu einer Ferieninsel gewesen. Für die Vermissten besteht nach Auskunft der Einsatzleitung kaum noch Hoffnung. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass sie in dem Wrack ertrunken sind.

Schulausflug endet in einem Fährunglück
Ferry sinking off South Korea with 450 people on board
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Die Fähre war am Mittwochmorgen auf dem Weg zu der südlich gelegenen Insel Jeju, als sie sich zur Seite neigte und zu sinken begann. Insgesamt waren 477 Menschen an Bord, darunter mehr als 300 Schüler.

Ferry sinking off South Korea with 450 people on board
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Die Crew setzte daraufhin einen Notruf ab. Passagiere wurden mit Schwimmwesten ausgestattet und angehalten worden, über Bord in das kalte Wasser zu springen.

Ferry sinking off South Korea with 450 people on board
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Nur noch ein kleiner Teil des Rumpfes ragte zwischenzeitlich aus dem Wasser. Dutzende Schiffe, Hubschrauber und Taucher waren auf der Suche nach Passagieren.

Ferry sinking off South Korea with 450 people on board
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Passagiere warten auf ihre Rettung. Ein Passagier sagte, er glaube, viele Passagiere seien im Innern der Fähre gefangen gewesen, als sie sank.

huGO-BildID: 36465276 In this image taken from video from Mokpo Coast Guard, passengers from a ferry sinking off South Korea's southern coast, a
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Der Vizeminister für Sicherheit und öffentliche Verwaltung, Lee Gyeong Og, hatte ursprünglich vor Journalisten in Seoul gesagt, dass 368 Menschen gerettet worden seien. Dazu sagte später der Sprecher der Küstenwache: "Wir haben keine Ahnung, woher diese Zahl kommt." Es seien bisher 180 Menschen gerettet worden.

Part of South Korean passenger ship "Sewol" that has been sinking is seen as South Korean maritime policemen search for passengers in the sea off Jindo
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Nach dem Fährunglück werden nach Angaben der Küstenwache noch immer fast 300 Menschen vermisst.

Rescued passengers wrapped in blankets, who were on a sinking ferry "Sewol" in the sea off Jindo, gather at a port in Seogeochado
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Gerettete Passagiere im Hafen von Seogeochado. Die Unglücksursache ist noch unklar. Die See war zwar ruhig, aber es herrschte dichter Nebel, weshalb zahlreiche Fährverbindungen gestrichen worden waren.

Es war das erste Mal, dass die Taucher in den Passagierbereich der gekenterten Fähre vordringen konnten. Zuvor hatten sie wegen der starken Strömung und schlechter Sicht in dem trüben Wasser nur die Frachträume erreicht. Sie schlugen am Samstag kurz vor Mitternacht Ortszeit ein Fenster des Wracks ein und zogen die ersten drei Leichen aus einem Kabinendeck. Die Taucher konnten mehrere Taue fixieren, die ihnen bei der Orientierung im Schiffsinneren halfen. Die Bergung dürfte dadurch nun schneller vorankommen, sagte ein Vertreter der Küstenwache auf einer Pressekonferenz im Rettungszentrum der Hafenstadt Jindo. Erst wenn die Leichen geborgen seien, werde versucht, die Fähre mit Kränen zu heben.

Unterdessen erklärte die Regierung in Seoul zwei Regionen zu Sonderkatastrophenzonen: den südlichen Landkreis Jindo, vor dessen Küste sich das Unglück ereignet hatte, sowie die Stadt Ansan nahe der Hauptstadt Seoul. Das berichtete der Rundfunksender KBS am Sonntag. Als Katastrophengebiete haben die betroffenen Gemeinden wie auch die Familien der Unfallopfer Anspruch auf staatliche Sonderhilfen.
Die "Sewol" war am Mittwoch mit 476 Menschen an Bord - darunter 339 Schüler und Lehrer - in Seenot geraten und gesunken. 174 Menschen wurden gerettet. Am Samstag kam nach Marineangaben zudem ein Matrose ums Leben, der sich auf einem Suchboot befand.

Angehörige dürfen nicht demonstrieren
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