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Unglücksschiff „Bulgaria“ Besitzern waren dringend nötige Reparaturen zu teuer

Das Unglücksschiff, das auf der Wolga mehr als 110 Menschen in den Tod riss, war hoch verschuldet. Den Besitzern waren auch notwendige Reparaturen zu teuer. Eine fatale Sparsamkeit wegen der ihnen nun Gefängnis droht.
13.07.2011 - 11:34 Uhr Kommentieren
Russland trauert mit den Hinterbliebenen
Bulgaria cruise boat accident in Volga river
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In ganz Russland haben die Menschen der Opfer des Schiffsunglücks auf der Wolga gedacht, bei dem mehr als 110 Menschen gestorben sind. Landesweit wehten die Fahnen an öffentlichen Gebäuden auf Halbmast. Am Hafen der Stadt Kazan entzündeten hunderte von Menschen Kerzen für die Opfer.

(Foto: dpa)
Bulgaria cruise boat sank in Volga river
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Auch der Kapitän der "Bulgaria" kam bei dem Schiffsunglück ums Leben. Vor seiner Beisetzung legen Verwandte von Alexandr Ostrovsky seine Kapitänsmütze in seinen Sarg. Ostrovsky hatte alle Unwetterwarnungen vor der verhängnisvollen Fahrt ignoriert.

(Foto: dpa)
Bulgaria cruise boat accident in Volga river
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Die Menschen sind fassungslos. Am Blumenmeer für die Toten fragen sie sich, wie eine solche Katastrophe möglich war.

(Foto: dpa)
River cruise ship sank on Volga river
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Behördenvertreter und Verwandte der Opfer ließen an der Unglücksstelle Blumen und Kränze in die Wolga gleiten.

(Foto: dpa)
huGO-BildID: 22644426 Relatives and friends
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Während die Bergungsmannschaften aus mehreren hundert Mann weiter nach Leichen aus dem in 20 Meter Tiefe ruhenden Wrack suchen, sind die ersten Toten bereits begraben worden. Fassungslosigkeit und Entsetzen ...

(Foto: AFP)
Russia mourns the victims of the Bulgaria cruise boat sinking
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... wachsen mit jedem neuen Detail über die Hintergründe des Unglücks. Zwar ist von menschlichem Versagen auszugehen, da der Kapitän alle Unwetterwarnungen ignorierte, doch stellte sich mittlerweile heraus, dass die "Bulgaria" hoch verschuldet und ihren Besitzer dringend notwendige Reparaturen des technisch maroden Schiffs, das dazu auch noch ohne gültige Lizenz fuhr, schlichtweg zu teuer waren. Zudem war die "Bulgaria" stark überladen: Statt der maximal zugelassenen 140 Passagiere befanden sich zur Zeit des Unglücks mehr als 200 an Bord.

(Foto: dpa)
River cruise ship sinks on Volga river
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Taucher haben mittlerweile 100 Leichen aus der gesunkenen „Bulgaria“ auf dem Grund der Wolga geborgen. Darunter seien etwa 20 Kinder, heißt es von den Rettungskräften.

(Foto: dpa)

Moskau Drei Tage nach dem schweren Schiffsunglück auf der Wolga in Russland haben Taucher mittlerweile 100 Leichen aus dem Wrack geborgen. Darunter seien etwa 20 Kinder. „Wir vermuten in dem gesunkenen Ausflugsschiff „Bulgaria“ weitere Tote“, sagte ein Sprecher der Rettungskräfte am Mittwoch nach Angaben der Agentur Interfax. Das Boot liege auf dem Grund auf der Seite und sei wegen der Dunkelheit in etwa 20 Metern Tiefe schwer zu durchsuchen. Die rund 750 Kilometer östlich von Moskau am Sonntag bei einem Sturm untergegangene „Bulgaria“ soll nächste Woche gehoben werden.

Über die Unglücksursache wurde weiter spekuliert. Russische Medien sprachen von einer "ganz normalen Tragödie", wie es sie in Russland immer wieder gebe. Schuld daran seien Nachlässigkeit, Korruption und Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften. Die "Bulgaria" wurde 1955 gebaut, sie war nur für maximal etwa 140 Passagiere zugelassen. Den Behörden zufolge war das 80 Meter lange Schiff zudem mit einem schadhaften Motor und in Schieflage ausgelaufen.

Offiziell wurden am Dienstag Ermittlungen gegen den Schiffsbetreiber und einen Experten der Schifffahrtsbehörde eingeleitet. "Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft wegen Missachtung der Sicherheitsvorschriften", teilte die Untersuchungskommission mit.

Außerdem sollten demnächst auch Ermittlungen gegen die Kapitäne von zwei Schiffen eingeleitet werden, die an der Unglücksstelle nahe der Stadt Kasan in der russischen Teilrepublik Tatarstan vorbeifuhren, ohne zu helfen. Ihre Identität sei bekannt, sagte Verkehrsminister Igor Lewitin. Die Behörden würden "alle rechtlichen Mittel nutzen, um sie so schwer zu bestrafen, wie es geht"

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    Die Betreiber des Schiffes, von denen bereits zwei festgenommen wurden, hätten den technischen Zustand völlig vernachlässigt, berichteten Medien in Moskau. Zudem sei das Boot vor einiger Zeit in „Bulgaria“ umbenannt worden, da es unter dem ursprünglichen Namen „Ukraina“ zu große Schulden in Wolga-Häfen angehäuft habe, hieß es.

    Ein Experte habe die nötigen Reparaturen an dem 1955 gebauten Boot auf umgerechnet 175.000 Euro geschätzt, dies hätten die Besitzer abgelehnt. Zudem sei die Crew seit Monaten nicht bezahlt worden. „Dass die Mannschaft rund 200 statt der erlaubten 140 Passagiere auf das Schiff ließ, beweist ihre Inkompetenz“, sagte ein Ermittler.

    Bei dem schwersten Schiffsunglück in Russland seit 25 Jahren starben auch der Kapitän und seine Frau. Insgesamt befürchten die Rettungskräfte mehr als 110 Todesopfer. Nach letzten Angaben waren 79 der schätzungsweise 200 Menschen an Bord gerettet worden.

     

    • dpa
    • afp
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