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Unhandlich und teuer Was tun mit alten Flugzeugen?

Mehr als 33 Millionen Mal sind Flugzeuge im vergangenen Jahr abgehoben. Immer wieder stehen die Maschinen aber auch auf dem Boden herum: als Ersatzteillager, als Pfandgut – oder weil der Besitzer unbekannt ist.
11.12.2015 - 14:28 Uhr
Per Zeitungsannonce suchten die malaysischen Behörden nach dem Besitzer dreier herrenloser Flugzeuge. Das passiert häufiger, als man denkt. Quelle: ap
Besitzer gesucht

Per Zeitungsannonce suchten die malaysischen Behörden nach dem Besitzer dreier herrenloser Flugzeuge. Das passiert häufiger, als man denkt.

(Foto: ap)

Kuala Lumpur Wer hat seine Jumbo-Jets in Malaysia vergessen? Der Flughafen in Kuala Lumpur hat Anfang der Woche den Besitzer von drei vermeintlich herrenlosen Boeing 747 gesucht – und zwar per Zeitungsannonce. Darin fordert der Betreiber des Airports den „unauffindbaren Eigentümer“ auf, sich zu melden. Am Freitag erklärte das malaysische Luftfrachtunternehmen Swift Air Cargo, es sei Besitzer der Boeings. So merkwürdig die Geschichte zunächst klingt: Flugzeuge, die monate- oder jahrelang auf Flughäfen herumstehen und nicht abheben, sind keine Seltenheit.

„Ein Teil der Weltflotte ist ständig geparkt. Wenn es für Airlines nicht so gut läuft, stellen sie ein paar Maschinen ab und warten, bis die Zeiten besser werden oder sie Käufer finden“, sagt der Luftfahrtberater Heinrich Großbongardt in Hamburg. Das kostet oft nicht nur hohe Standgebühren, sondern auch Wartungsarbeiten.

Immer wieder geht es - wie jetzt wohl auch in Malaysia - um Rechtsstreitigkeiten. Besonders viel Aufmerksamkeit bekam im Jahr 2011 die Maschine des thailändischen Kronprinzen Maha Vajiralongkorn. Die Boeing 737 wurde auf dem Flughafen in München gepfändet, weil die thailändische Regierung einem deutschen Baukonzern Geld schuldete. Erst als Thailand nach einmonatigem Hin und Her eine Bankbürgschaft von 38 Millionen Euro hinterlegte, wurde das Flugzeug losgekettet.

Oder die Maschinen bleiben einfach deswegen am Boden, weil sie nicht mehr fliegen können. In einem Hangar im Himalaya-Staat Nepal zum Beispiel steht derzeit eine A330 von Turkish Airlines. Im März hatte das Flugzeug dort im dichten Nebel eine Bruchlandung hingelegt. Die Techniker erklärten: Können wir nicht reparieren. Jetzt solle die Maschine zerlegt und in Einzelteilen in die Türkei gebracht werden, sagt Pawan Khadka, ein Mitarbeiter von Turkish Airlines in Kathmandu.

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    Auf dem Flughafen in Istanbul habe er neulich sogar mindestens zehn alte Flugzeuge gesehen, sagt der Luftfahrtexperte Cord Schellenberg. „Die trugen Aufschriften von Airlines wie Bosphorus Airways, die es gar nicht mehr gibt.“ Wahrscheinlich seien die Zertifikate abgelaufen, der Versicherungsschutz weg. „Wer soll die noch übernehmen, flugfertig machen, betanken und wegfliegen?“, fragt er.

    Ausfall kostet monatlich weit mehr als eine Million Euro
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