Unwetter in Deutschland Nach der Hitze folgt der Sturm

Am Wochenende sorgen Starkregen und Gewitter in Deutschland für Unwetter: Vielerorts werden Open-Air-Veranstaltungen abgesagt – wie das Juicy Beats in Dortmund. In weiten Teilen des Landes werden schwere Stürme erwartet.
Update: 25.07.2015 - 12:51 Uhr Kommentieren
Feuerwehrleute kontrollieren in Hamburg-Francop mit einem Teleskopmastfahrzeug den Dachstuhl eines abgebrannten Reetdachhauss: Nach einem Gewitter stand das Gebäude am Morgen in Flammen. Quelle: dpa
Reetdachhaus nach Gewitter in Hamburg ausgebrannt

Feuerwehrleute kontrollieren in Hamburg-Francop mit einem Teleskopmastfahrzeug den Dachstuhl eines abgebrannten Reetdachhauss: Nach einem Gewitter stand das Gebäude am Morgen in Flammen.

(Foto: dpa)

BerlinOrkanartige Stürme mit Geschwindigkeiten um die 110 Stundenkilometer fegen an diesem Samstag womöglich über weite Teile Deutschlands hinweg. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach gab Unwetterwarnungen für Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen heraus.

Gegen Abend werde sich das Sturmfeld bis an die Nordsee vorarbeiten. Auch in der Mitte Deutschlands könne Sturmtief „Zeljko“ in der Fläche Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern erreichen. Diese Sturmlage sei für den Sommer „ungewöhnlich heftig“.

Sturmtief „Zeljko“ bringe auch Gewitter mit Regen und Starkregen. Die wichtigere Rolle spiele aber eindeutig der schwere Sturm, erklärte Meteorologin Magdalena Bertelmann.

Wo die Natur die meisten Schäden hinterlassen hat
Weniger Tote und Sachschäden
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Naturkatastrophen haben die Menschheit in diesem Jahr bislang deutlich weniger getroffen als in den vergangenen Jahrzehnten. Zu diesem Ergebnis ist die Münchener Rückversicherungsgesellschaft in ihrer Naturkatastrophenbilanz gekommen. Demnach sind im ersten Halbjahr 2015 annähernd 16.000 Menschen ums Leben gekommen – mehr als die Hälfte davon bei dem Erdbeben Ende April in Nepal. Im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre seien 27.000 Tote zu beklagen gewesen. Insgesamt waren von Januar bis Juni Schäden von 35 Milliarden US-Dollar zu verzeichnen, während der Durchschnittswert der vergangenen 30 Jahre rund 64 Milliarden US-Dollar betrug.

Quelle: Munich RE

Erdbeben in Nepal
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Am 25. April verursachte ein Erdbeben der Stärke 7,8 in ganz Nepal, vor allem in der Hauptstadt Kathmandu, katastrophale Zerstörungen – es ist das stärkste Beben seit mehr als 80 Jahren. 8.850 Menschen wurden getötet, etwa drei Millionen Menschen wurden obdachlos. Bei einem weiteren Beben der Stärke 7,3 zweieinhalb Wochen später kamen nochmals 230 Menschen ums Leben.

Nach dem Erdbeben in Nepal
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Das Erdbeben hat viele Häuser und Teile des kulturellen Erbes der Menschheit zerstört. Der Gesamtschaden betrug demnach 4,5 Milliarden US-Dollar, davon waren nur 140 Millionen US-Dollar versichert. Die Dimension der Schäden offenbart sich bei der Betrachtung der Wirtschaftskraft: Sie machten knapp ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts eines Jahres aus.

Wintersturm in den USA und Kanada
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Die USA wurde Ende Februar in eine dicke Winterdecke gehüllt. Eine Reihe von Winterstürmen, die Anfang des Jahres den Nordosten der USA und Kanadas trafen, war für die Versicherungswirtschaft die teuerste Naturkatastrophe. Der versicherte Schaden betrug 1,8 Milliarden US-Dollar, die Gesamtschäden 2,4 Milliarden US-Dollar. In Boston fielen den Winter hindurch insgesamt fast drei Meter Schnee – ein absoluter Rekord.

Schneechaos in den USA
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Zwölf Tote, gestrichener Unterricht, Stromausfälle und viele Unfälle: Zeitweise waren Zehntausende Menschen während den schweren Schneefällen ohne Strom. Tausende Flüge mussten gestrichen oder umgeleitet werden. Insgesamt entstanden durch den harten Winter 2014/15 in den USA direkte Gesamtschäden von 4,3 Milliarden US-Dollar. Die indirekten Schäden durch Flugverspätungen, Stromausfälle und Geschäftsunterbrechungen sind hierbei nicht einberechnet.

Unwetter in Mexiko und dem Süden der USA
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Tote, viele Verletzte, zerstörte Häuser und durch die Luft gewirbelte Autos in Mexiko: Verheerende Unwetter und Stürme haben den Süden der USA und den Norden Mexikos in Katastrophengebiete verwandelt. Insgesamt verursachte das Unwetter zwischen April und Juni jeweils Schäden über einer Milliarde US-Dollar, davon war jeweils rund eine dreiviertel Milliarde US-Dollar versichert.

Am stärksten war Texas betroffen
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Mit am stärksten war die Region Wimberley in Texas von den Unwettern betroffen, allein dort wurden 400 Gebäude zerstört, mehr als 1000 beschädigt. Im ersten Halbjahr betrug der Schaden in den USA durch solche Unwetter, die teilweise von Tornados oder Hagel begleitet wurden, 6,5 Milliarden US-Dollar, davon waren 4,8 Milliarden US-Dollar versichert.

Der DWD warnte vor herabstürzenden Dachziegeln, Ästen und umstürzenden Bäumen. Weil die Bäume voll belaubt sind, bieten sie dem Sturm eine größere Angriffsfläche. Bei Aktivitäten im Freien sei „größte Vorsicht geboten“. Im Süden und Südosten bleibe es hingegen relativ ruhig.

Die größte Kirmes am Rhein in Düsseldorf stoppte ihren Betrieb am Samstag wegen der Sturmwarnung vorsorglich. In Dortmund wurde das Musikfestival „Juicy Beats“ mit 32 000 erwarteten Gästen abgesagt. In Hamburg kam die Frage auf, ob provisorische Zelte für Flüchtlinge aus Furcht vor Unwettern geräumt werden sollten.

In Karlsruhe war bereits am Freitagabend das Musik-Open-Air „Das Fest“ wegen eines aufziehenden Unwetters abgebrochen worden. In der Nacht wurden dann etliche Regionen von Unwettern getroffen. Blitze setzten mehrere Dachstühle in Brand. In Baden-Württemberg durchschlug ein Blitz die Wand eines Wohnhauses und hinterließ nach Polizei-Angaben ein 50 mal 50 Zentimeter großes Loch.

In der Nacht zum Sonntag soll sich das Sturmfeld von Westen her abschwächen und nach Osten und Nordosten ziehen. Am Sonntag herrscht dann sozusagen die Ruhe nach dem Sturm, und es wird vorübergehend ruhiger mit einem Mix aus Sonne und Wolken.

  • dpa
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