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Verunreinigtes OP-Besteck Fuldas Bürgermeister hält sogar Sabotage für möglich

Das Klinikum Fulda ist erneut für einen Hygiene-Skandal verantwortlich. Mindestens zwölf Patienten wurden mit nicht sterilisiertem Besteck operiert. Fuldas Oberbürgermeister Möller hält sogar Sabotage für möglich.
08.04.2011 Update: 08.04.2011 - 14:36 Uhr 1 Kommentar
Problemzone Reinraum: Das Klinikum Fulda steht erneut wegen nicht sterilisierten OP-Bestecks im Brennpunkt. Quelle: dpa

Problemzone Reinraum: Das Klinikum Fulda steht erneut wegen nicht sterilisierten OP-Bestecks im Brennpunkt.

(Foto: dpa)

Fulda War es Unachtsamkeit, Personalmangel oder gar Sabotage? Im Klinikum Fulda sind Patienten mit nicht sterilisiertem OP-Besteck operiert wurden - nur drei Monate nach einer anderen Hygiene-Panne. Nach Angaben des Klinikums waren mindestens zwölf Patienten betroffen. Wie das passieren konnte, sei noch unklar, sagte Klinikvorstand Harald Jeguschke am Freitag.

Offenbar habe ein Mitarbeiter einen Fehler gemacht. Erst im Januar war OP-Besteck schmutzig aus der Sterilisation gekommen.

Nach derzeitigem Stand „müssen wir von menschlichem Versagen der höchsten Stufe ausgehen“, sagte der Klinikchef nun. Die genaue Zahl der betroffenen Patienten stehe noch nicht fest. Sie seien zwischen dem 31. März und dem 5. April operiert worden. Eine wachsame OP-Schwester hatte die Panne aufgedeckt. Schlimme Folgen für die Patienten habe das Versehen wohl nicht, hieß es.

Fuldas Oberbürgermeister Gerhard Möller (CDU), der Aufsichtsratschef der Klinik ist, sprach von „erheblichem Fehlverhalten“. Selbst ein Sabotageakt sei denkbar. „Es gibt keinen Hinweis, aber ausschließen kann ich gar nichts mehr.“ Es gebe zum Teil gegensätzliche Aussagen der beteiligten Mitarbeiter. Nun müsse geklärt werden, „warum die Kontrollmechanismen nicht funktioniert haben“. Der Aufsichtsrat werde sich am Wochenende zu einer Sondersitzung treffen.

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    Die Staatsanwaltschaft in Fulda leitete erste Ermittlungen ein.

    „Es gibt ein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche des Klinikums wegen Verstoßes gegen das Medizinproduktegesetz“, sagte Staatsanwalt Harry Wilke. Die Behörde sei vom Regierungspräsidium Kassel informiert worden. Jeguschke griff seine Mitarbeiter hart an: „Was passiert ist, lässt an der medizinischen und pflegerischen Professionalität zweifeln“, sagte er der „Fuldaer Zeitung“.

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    1 Kommentar zu "Verunreinigtes OP-Besteck: Fuldas Bürgermeister hält sogar Sabotage für möglich"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Es war lange still um solche Vorfälle, die man dachte, im Griff zu haben, doch leider hat man da wohl vergessen, nachzuhaken oder die Missstände zu beseitigen. Vielleicht wollte man auch nur die Medien besänftigen in dem man etwas nachbesserte, doch die Wurzel des Übels keimt immer noch, sei es die Kostenlage der Krankenhäuser bzw. deren Sparmuss oder wenn diese Abteilungen an Subunternehmer vergeben wurden (eben wegen Kosten) dann sollte man hier mal ansetzen und diese in die Pflicht nehmen (ich arbeite selbst in einem Krankenhaus, zwar im Büro, nur zur Info). Der Kostendruck im Gesundheitswesen ist gewaltig und wird wohl noch schlimmer, wenn erst mal die Zivis auch noch wegfallen, denn dann braucht man Personal und das ist immer der teuerste Posten in unserer ganzen freien Marktwirtschaft.

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