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Whistleblower im Vatikan Spekulationen um Hintermänner von „Vatileaks“

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Der Papst sorgt nicht für Transparenz

Der Papst wird auch von anderer Seite bedrängt, auch außerhalb des Vatikans gibt es Baustellen. Reformorientierte Kräfte kritisierten die erwartete Wiederaufnahme der Piusbrüder in die Kirche. Die deutschen Bischöfe hatten 2009 erklärt, dass sie die Bruderschaft außerhalb der katholischen Kirche sehen. Der Theologe Hans Küng sagte, der Papst provoziere mit seinem Werben um die Piusbrüder eine neue Kirchenspaltung (Schisma). Noch hat Benedikt XVI. im Fall der Pius-Brüder nicht entschieden, doch die Richtung scheint klar. Auch bei der Ökumene hat sich der Papst nicht sichtlich bewegt.

Benedikt XVI., ein Mann der Bücher, kümmere sich zu wenig ums Regieren, wird moniert, und als Monarch im Vatikan sorge er nicht für Transparenz in seinem Staat. So im Fall der Vatikanbank IOR und ihres geschassten Chefs Ettore Gotti Tedeschi: Mehrfach gab es Kritik wegen intransparenten Finanzgebarens und Geldwäscheverdachts, Tedeschi sollte aufräumen.

„Der Papst hat sich an dieser Front wohl ehrlich engagiert, indem er einen hoch qualifizierten Banker seines Vertrauens geholt hat. Aber es sieht so aus, als hätten sich diejenigen, die die strengeren Kontrollen des neuen Mannes nicht wollten, gegen ihn durchgesetzt“, sagte der Historiker Rudolf Lill der „Frankfurter Rundschau“. Er vermutet einen Zusammenhang mit dem Fall Gabriele - obwohl Vatikansprecher Federico Lombardi diesen stets dementiert hat.

Dem Papst selbst sind die Spekulationen zu bunt geworden. Er sei betrübt, aber er vertraue seinen Mitarbeitern. Einige Medien hätten die Sache aufgebauscht und ein Bild vom Heiligen Stuhl gezeichnet, „das nicht der Realität entspricht“, stellte er öffentlich bei der Generalaudienz klar. Der Papst wird irgendwann vermutlich harte Konsequenzen ziehen - jedoch diskret.

Und der Kammerdiener - was soll er mit all dem zu tun haben? Gabriele habe sich in den sechs Jahren als Maggiordomo stets korrekt verhalten, sagt Lombardi. Es habe nie Hinweise auf ein anderes Verhalten gegeben. Der unerlaubte Besitz vertraulicher Dokumente sei aber eine „objektive Tatsache“. Momentan offenbar die einzige.

  • dpa
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1 Kommentar zu "Whistleblower im Vatikan: Spekulationen um Hintermänner von „Vatileaks“"

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  • Wenn hier schon von Geldwäsche die Rede ist, frage ich mich natürlich gleich zweimal, was wohl mit all den Kirchensteuermillionen veranstaltet wird... Und sowas soll Vorbild für die Welt sein? Ich sehe in Gesichter, die denen von unseren Europolitikern in nichts nachstehen... Alles nur show, es geht um Geld und Macht. Folge dem Geld und Du findest die, die alles bewegen.

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