Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Wirbelsturm Irma Auge des Hurrikans kurz vor den Florida Keys

Erste Ausläufer von Hurrikan Irma haben Südflorida erreicht, das Zentrum des Sturms dürfte aber an anderer Stelle auf US-Festland treffen als noch Mitte der Woche erwartet. Vorher gewinnt der Sturm wieder an Kraft
09.09.2017 Update: 10.09.2017 - 12:54 Uhr Kommentieren

Trump warnt vor Irma – Jahrhundertsturm auf dem Weg nach Florida

Seit Tagen warnen die US-Behörden vor dem heftigen Hurrikan Irma, der einige neue Rekorde aufgestellt hat – etwa in Sachen stabiler Windgeschwindigkeiten. Bevor er an diesem Sonntag auf das US-Festland trifft, gewinnt Irma wieder an Kraft. Das US-Hurrikan-Zentrum in Miami stufte den Tropensturm nun in die zweithöchste Kategorie 4 ein. „Irma“ erreichte demnach Windstärken von bis zu 210 Kilometern pro Stunde.

Das Auge von Hurrikan „Irma“ hat sich am Sonntagvormittag (Ortszeit) mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von 215 Kilometern pro Stunde der Florida vorgelagerten Inselkette der Keys genähert. Der Wirbelsturm der Kategorie 4 befand sich gegen 6.00 Uhr (12 Uhr MESZ) rund 50 Kilometer süd-südöstlich von Key West und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 13 Kilometern pro Stunde in nordwestliche Richtung. An der Südspitze Floridas gibt es bereits erste orkanartige Böen. „Das ist der große Hurrikan, vor dem wir uns alle auf den Florida Keys gefürchtet haben“, sagte der Verwalter des Bezirkes Monroe, Roman Gastesi.

„Irmas“ Kraft lässt nach
Everglades City
1 von 29

Für die Flucht vor Hurrikan „Irma“ hat der Elektroauto-Hersteller Tesla einigen Fahrern in den USA zusätzliche Reichweite per Software-Update freigeschaltet. Wer Florida oder andere Evakuierungszonen verlassen musste, bekam je nach Modell bis zu 40 Meilen (etwa 65 Kilometer) Reichweite extra auf der Batterie, wie US-Medien berichteten. Betroffen seien die Modelle S und X, bei denen 75-kWh-Batterien per Software auf 60 kWh begrenzt seien. Ein solches Auto besitzt natürlich nicht jeder.

(Foto: dpa)
Straßenbegehung
2 von 29

Ein Mann und eine Frau machen einen Spaziergang durch ungewöhnliche Szenerie. Das Hochwasser in Jacksonville brach den Rekordwert von 1964 deutlich. Der Wetterdienst forderte die Menschen auf, höheres Gelände aufzusuchen. Außerhalb von Orlando wurden die ersten Häuser geräumt, weil das Hochwasser stieg.

(Foto: dpa)
Der Morgen danach
3 von 29

Auf Marco Island sieht sich Anwohner Rick Freedman die Schäden der Nacht an.

(Foto: AP)
Trost für Tampa
4 von 29

Es hätte noch viel schlimmer kommen können für die Stadt an Floridas Westküste. „Statt des erwarteten Schlags in Gesicht war es ein Streifhieb“, sagte Bürgermeister Bob Buckhorn dem Sender MSNBC.

(Foto: dpa)
Gummistiefel-Wetter
5 von 29

Eine Frau watet durch die Fluten, die ihr Auto davongetragen hat. „Irma“ schwächte sich am Montag über Florida zu einem Tropensturm ab und zog Richtung Georgia weiter. Am Dienstag dürfte dieser zu einem Tiefdruckgebiet werden.

(Foto: dpa)
Versorgungsengpässe
6 von 29

Nach Angaben der geschäftsführenden Heimatschutzministerin Elaine Duke waren am Montag allein in Florida über fünf Millionen Haushalte und Unternehmen ohne Elektrizität. Rund 200.000 Menschen seien noch in Notunterkünften, sagte Duke dem TV-Sender CNN.

(Foto: Reuters)
Wind und Wasser
7 von 29

Ein zerfetztes Straßen-Plakat weht über der menschenleere Interstate 95 Northbound. Wie groß die Schäden durch den Hurrikan sind, ist noch völlig unklar. Teile von Miami standen unter Wasser.

(Foto: dpa)

Das Festland könnte er dann im Laufe des Tages erreichen. In der Metropole Miami wurde eine Ausgangssperre bis 7 Uhr morgens verhängt. Ausläufer des Hurrikans sorgten bereits für Stromausfälle. Mehr als 220.000 Kunden in Florida mussten Versorgern zufolge ohne Strom auskommen.

Dabei hat sich der erwartete Kurs des Auges etwas gegenüber den Prognosen der vergangenen Tage verlagert. Mitte der Woche hatte das Hurricane Center für sehr wahrscheinlich gehalten, dass Irma an der Ostküste Floridas etwas nördlich von Miami anlanden werde. Jetzt gilt als Ort für die Ankunft Irmas auf dem Festland die Westküste des US-Bundesstaats als ausgemacht.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Für Tampa könne die Prognose ein Schreckensszenario bedeuten, so Rob Miller, Meteorologe bei AccuWeather. „Es drängt das Wasser in die Bucht von Tampa und dann gleich weiter in die Innenstadt.“ Auf dem Weg in Richtung Florida hat der Sturm mindestens 22 Menschen getötet und Tausende zu Obdachlosen gemacht. Die Schätzungen über mögliche Schäden reichen bis zu dreistelligen Milliardenbeiträgen – je nachdem wie heftig der Sturm auf Florida trifft und an welcher Stelle exakt.

    Tampa liegt in einer Bucht des Golfs von Mexiko. In der Region münden mehrere Flüsse ins Meer, das macht sie noch anfälliger für Überschwemmungen. Experten gehen davon aus, dass die Stadt und die umliegenden Bezirke schlecht gerüstet sind für einen Hurrikan.

    Die Furcht vor dem Wirbelsturm hat in Florida eine Massenflucht ausgelöst. Die Behörden in dem als Touristen- und Rentnerparadies bekannten US-Bundesstaats forderten mit rund 6,3 Millionen ein Drittel der rund 20 Millionen Einwohner auf, die Gefahrenzonen zu verlassen. Weil sich auf den Autobahnen Staus bildeten und einigen Tankstellen der Sprit ausging, wurde diese beispiellose Evakuierung zu einem Wettlauf gegen die Zeit.

    Das öffentliche Leben steht bereits in großen Teilen des US-Bundesstaates still. Sechsspurige Highways – leergefegt. Tankstellen – leergepumpt. Im Südwesten, wo der Hurrikan Irma als erstes auf US-Territorium treffen soll, ist kein einziges Geschäft mehr geöffnet.

    Wer konnte, hat Florida verlassen. Wer Glück hatte, fand ein Hotel, außerhalb der Evakuierungszone. Im Südwesten Floridas, bis hinauf nach Tampa waren Hotelzimmer am Samstag komplett ausgebucht. Einige bleiben im eigenen Haus, verrammelt mit Sperrholzplatten und Metallpaneelen. Der Rest muss in einen der Schutzräume: Fast alle der 421 Notunterkünfte sind in Schulen oder Kirchen untergebracht, strategisch günstig gelegen, am Rande der Evakuierungszonen.

    „Uns läuft die Zeit davon“, warnte Floridas Gouverneur Rick Scott. Wer in der Evakuierungszone lebe, müsse jetzt dringend gehen. „Einen so katastrophalen Sturm hat unser Bundesstaat noch nie erlebt.“ Unter Hochdruck brachten die Behörden dort ältere Bürger in Sicherheit. Etwa neun Millionen Menschen müssten wegen des Sturms mit zum Teil wochenlangen Stromausfällen rechnen, teilte der Versorger Florida Power & Light mit.

    Gouverneur Scott mobilisierte 7000 Mitglieder der Nationalgarde. Florida sei insgesamt gut auf den Hurrikan vorbereitet, sagte er. Er schätzte aber, dass in Notunterkünften rund 1000 Krankenschwestern und Pfleger gebraucht würden. Scott rief Freiwillige auf, sich zu melden.

    Die deutsche Bundesregierung schaltete wegen des Hurrikans Notfallnummern und richtet Krisenstäbe ein. Man stehe in engem Kontakt mit den US-Behörden, erklärte das Auswärtige Amt. Für Anrufer aus Deutschland sei eine Notfallnummer geschaltet worden (030-5000-3000). Für Anrufer aus den USA sei die Botschaft in Washington erreichbar (001-202-298-4000). Beide Nummern seien ab sofort und rund um die Uhr erreichbar. Zudem sei an der Botschaft in Washington ein Krisenstab eingerichtet worden, In Atlanta gebe es einen regionalen Krisenstab. Angesichts der aktuellen Lage werde Sonntagnachmittag auch der Krisenstab in Berlin tagen.

    Spur der Verwüstung
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: Wirbelsturm Irma - Auge des Hurrikans kurz vor den Florida Keys
    0 Kommentare zu "Wirbelsturm Irma: Auge des Hurrikans kurz vor den Florida Keys"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%