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Zahnarztkrimi um Uniklinik Vorlesung vor Gericht

Der Untreueprozess gegen Wolfgang Raab geht weiter. Am zweiten Verhandlungstag sagte der ehemalige Chef der Uniklinik Düsseldorf selbst aus. Die Aussage wurde zur regelrechten Vorlesung – auch über die eigene Opferrolle.
18.11.2016 - 18:19 Uhr Kommentieren
Der ehemalige ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Düsseldorf muss sich vor Gericht verantworten – und erhebt selbst Vorwürfe. Quelle: picture alliance/dpa
Wolfgang Raab

Der ehemalige ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Düsseldorf muss sich vor Gericht verantworten – und erhebt selbst Vorwürfe.

(Foto: picture alliance/dpa)

Düsseldorf Es gehe ihm gut, sagte Wolfgang Raab auf dem Weg in den Verhandlungssaal. Und ja, sofern sein Prozess trotz des Einwands seines Verteidigers weitergehe, werde er aussagen. Der Prozess am Düsseldorfer Landgericht ging weiter. Und der Angeklagte sagte aus. Und wie. Es war Freitag, 9.43 Uhr, als der Professor einen zentimeterdicken Stapel Papier auf seinem Tisch zurechtrückte und sich dem Richter zuwandte. Als er seine Vorlesung beendete, war es 10.50 Uhr. Es ging darin vor allem um seine Verdienste und um seine Unschuld.

Raab muss sich seit Mittwoch vor der 14. Strafkammer verantworten. Der Zahnarzt ist angeklagt, weil er in seiner Privatambulanz an der Uniklinik Düsseldorf Patienten vor allem von einem wissenschaftlichen Mitarbeiter behandeln ließ, den die Uni eigentlich für Forschung und Lehre bezahlte. So jedenfalls sieht es die Staatsanwaltschaft – und wirft dem Zahnarzt Untreue im besonders schweren Fall vor. Angeblicher Schaden für die Hochschule: Rund 350.000 Euro.

Am zweiten Prozesstag erklärte Raab, warum er sich für unschuldig hält. Der Professor begann mit einem mehr als zehnminütigen Vortrag über seine akademische Karriere („Ich habe mehr als zehn Preise für wissenschaftliche Arbeiten erhalten“) und die „dramatische Lage“ der Uniklinik vor seinem Antritt als Ärztlicher Direktor („Ich habe die Rettung der Kieferklinik im wesentlichen allein geschultert“). Dass die Uniklinik auch unter seiner Führung Millionenverluste erlitt (siehe Grafik), sagte er nicht.

Dann folgte ein Exkurs über das Liquidationsrecht. Als „Altverträgler“ durfte Raab Behandlungen von Privatpatienten in seiner Privatambulanz selbstständig abrechnen. Auf dieses Recht habe er auch als Vorstandschef des gesamten Klinikums bestanden. Er sei davon ausgegangen, dass der Aufsichtsratschef der Klinik über alle Vorgänge „vollumfänglich informiert“ war.

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