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Zug entgleist 22 Tote bei Unfall der Moskauer Metro

Ein U-Bahn-Unglück hat in Moskau mindestens 22 Passagiere das Leben gekostet. Zu dem Unfall kam es am Morgen im Berufsverkehr. Etwa 100 Fahrgäste wurden verletzt. Nach einem Stromausfall flogen plötzlich Funken.
15.07.2014 Update: 16.07.2014 - 09:21 Uhr Kommentieren
Sicherheitskräfte und Passanten transportieren Verletzte aus den Schächten der Moskauer Metro. Quelle: dpa

Sicherheitskräfte und Passanten transportieren Verletzte aus den Schächten der Moskauer Metro.

(Foto: dpa)

Moskau In der Moskauer U-Bahn hat sich am Dienstag eines der schwersten Unglücke seit ihrer Eröffnung im Jahr 1935 ereignet: Mindestens 22 Menschen kamen ums Leben, als im morgendlichen Berufsverkehr ein Zug der Blauen Linie zwischen den Stationen Pobedi-Park und Slawjanski entgleiste. Am Mittwoch ist die Zahl der Toten auf 22 gestiegen, als ein weiterer Passagier seinen Verletzungen erlag. Mehr als hundert Menschen wurden Behördenangaben zufolge verletzt, viele von ihnen schwer. Regierungschef Dmitri Medwedew sprach von einem „tragischen Ereignis“.

Überlebende Passagiere berichteten von Panik in den Waggons. Der Zug habe plötzlich „scharf gebremst“. „Funken und viel Rauch“ habe es gegeben, berichtete ein Insasse mit blutverkrusteter Nase. „Alle wurden von einer Seite auf die andere geschleudert.“ „Ich dachte, das ist das Ende“, sagte ein anderer Passagier einem Fernsehsender. „Wir waren eingeschlossen - und sind nur durch ein Wunder rausgekommen. Es gab viele Verletzte. Zahlreiche Verletzungen: Köpfe, Beine.“

Zwölf Menschen seien direkt am Unfallort gestorben, sieben weitere im U-Bahnhof, und zwei Menschen seien im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen, sagte Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa. Demnach wurden 126 Passagiere in Krankenhäuser gebracht. 42 von ihnen hatten laut einem Ministeriumssprecher schwere Verletzungen. Das Fernsehen zeigte Rettungskräfte, die blutende Menschen auf Tragen aus der Station Pobedi-Park trugen.

Auf anderen Bildern waren Passagiere zu sehen, die noch in Waggons eingeschlossen waren. „Es gibt noch eingeschlossene Menschen. Sie zeigen Lebenszeichen, und Spezialisten arbeiten daran, sie schnellstmöglich herauszuholen“, sagte Vizebürgermeister Pjotr Birjukow, der die Zahl der Eingeschlossenen mit fünf bezifferte. Bürgermeister Sergej Sobjanin sagte den Opfern im Fernsehen „jede notwendige Hilfe“ zu und rief für Mittwoch einen Trauertag aus.

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    Der Unfall ereignete sich um 08.30 Uhr (Ortszeit). „Es herrschte Panik“, sagte ein junger Mann dem Sender LifeNews. „Wir sind geklettert, um aus dem Wagen zu kommen, waren aber eingeschlossen. Männer nahmen Hämmer und Zangen und haben das, was uns den Weg versperrt hat, zerstört, und wir sind raus. Dort haben Arbeiter uns zum Ausgang geführt.“

    Die Moskauer Metro wurde im Jahr 1935 unter dem Diktator Josef Stalin eingeweiht. Sie funktioniert üblicherweise gut und ist pünktlich. Über die Jahrzehnte gab es kaum größere Zwischenfälle. Im Jahr 2010 war die Metro allerdings Ziel eines Doppelanschlags mit 40 Toten. Die U-Bahn-Stationen Pobedi-Park und Slawjanski wurden erst in den Jahren 2003 und 2008 eröffnet. Pobedi-Park ist die tiefste Station des gesamten Netzes der Metropole.

    Bürgermeister Sobjanin sprach von einem der „schwersten Unfälle der jüngsten Zeit“. Medwedew sprach den Angehörigen der Toten sein Beileid aus. Auch Präsident Wladimir Putin, der sich derzeit in Brasilien befindet, sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und ordnete Ermittlungen wegen eines möglichen Verstoßes gegen Sicherheitsvorschriften an.

    Der Verkehrsexperte Alexej Chasbijew sagte, die Moskauer Metro sei für maximal sechs Millionen Passagiere täglich ausgelegt. Inzwischen würden jedoch etwa neun Millionen pro Tag befördert, zudem sei die Technik „veraltet“.

    • dpa
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