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Crazy Inc. Japanischer Hochzeitsplaner entlohnt seine Mitarbeiter für genug Schlaf

Unausgeschlafene Angestellte kosten die japanische Wirtschaft jährlich dreistellige Milliardenbeträge. Ein Unternehmer belohnt deshalb nun ausgeruhte Mitarbeiter.
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Wer genügend schläft, ist laut einer Studie produktiver. Quelle: dpa
Schlaf

Wer genügend schläft, ist laut einer Studie produktiver.

(Foto: dpa)

DüsseldorfKazuhiko Moriyama sind ausgeschlafene Mitarbeiter wichtig. So wichtig, dass er sogar bereit ist, seine Angestellten dafür zu entlohnen, wenn sie rechtzeitig ins Bett gehen.

Der Chef von Crazy Inc., einem japanischen Hochzeitsveranstalter, gibt seinen Mitarbeitern Punkte, wenn sie an fünf Tagen in der Woche mindestens sechs Stunden pro Nacht schlafen. Überprüft wird die nächtliche Erholung über einen Schlaftracker. Die Punkte können die Angestellten dann wiederum in der Kantine gegen Essen im Wert von bis zu 570 Dollar pro Jahr eintauschen.

Dass gerade ein japanischer Unternehmer auf die Idee kommt, seine Mitarbeiter für Schlaf zu bezahlen, hat gute Gründe: Mehr als 92 Prozent der Japaner über 20 Jahren gaben in einer Umfrage des Gesundheitsgeräte-Herstellers Fuji Ryoki an, nicht genug Schlaf zu bekommen.

Gerade in Japan ist der Fachkräftemangel besonders hoch, Überstunden gehören zur Tagesordnung – und sind für viele Mitarbeiter selbstverständlich. Japan wird oft nachgesagt, dass es zur Kultur des Landes gehört, sich der Gemeinschaft zu opfern. 2015 starb eine Angestellte einer Werbeagentur, weil sie zu wenig geschlafen und zu viel gearbeitet hatte. Seitdem ist das asiatische Land berüchtigt für den Tod durch Überlastung.

Unausgeschlafene Mitarbeiter kosten die Wirtschaft des Landes Milliarden Dollar. Für Japan schätzte eine Studie von Rand Corporation den Verlust im Jahr 2009 auf 138 Milliarden Dollar – das entspricht 2,9 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP). Deutschland kosteten ausgelaugte Angestellte im gleichen Jahr 34 Milliarden Dollar. Wer regelmäßig weniger als sechs Stunden schläft, hat laut Untersuchung ein um 13 Prozent höheres Risiko zu sterben und läuft eher Gefahr, Angststörungen, Depressionen, Übergewicht oder Demenz zu bekommen.

Mehrere Studien stützen die Ergebnisse von Rand Corporation: Sie kommen zu dem Ergebnis, dass ausgeschlafene Mitarbeiter nicht nur zu einer besseren Geschäftsentwicklung eines Unternehmens, sondern auch zu einem höheren Wirtschaftswachstum eines Landes führen. Denn die Angestellten sind demnach stressresistenter, produktiver und haben weniger Fehltage als ihre müden Kollegen.

Davon ist auch Hochzeitsplaner Moriyama überzeugt. „Man muss die Rechte der Mitarbeiter wahren, sonst ist am Ende das eigene Land geschwächt.“ Aus diesem Grund entlohnt der Japaner nicht nur den Schlaf seiner Angestellten. Er fördert auch ihre Ernährung, Bewegung und die Arbeitsatmosphäre. Zudem bietet Moriyama Kinderbetreuung und Urlaub an Tagen außerhalb der Ferienzeit an, was in vielen japanischen Unternehmen nicht selbstverständlich ist.

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