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Marathonlauf Vier Gründe, warum ein Marathon als Staffellauf mehr Spaß macht

Bald beginnt die Laufsaison. Doch wer sagt, dass man die ganze Strecke allein laufen muss? Unsere Autorin über die unschlagbaren Vorteile von Mitläufern.
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Training ist das A und O bei einem Marathonlauf. Es fällt leichter, wenn man mit anderen gemeinsam läuft. Quelle: dpa
Marathon in Berlin

Training ist das A und O bei einem Marathonlauf. Es fällt leichter, wenn man mit anderen gemeinsam läuft.

(Foto: dpa)

HamburgDie Geschichte – oder sagen wir besser: die Legende – ist ja bekannt: Nach dem Sieg der Athener über die Perser 490 v. Chr. in der Schlacht von Marathon soll sich ein Läufer auf den knapp 40 Kilometer langen Weg nach Athen gemacht haben, wo er nach Verkündung seiner Botschaft („Wir haben gesiegt“) tot zusammengebrochen ist.

Unstrittig dagegen ist, was sich im Laufe des 20. Jahrhunderts aus dem Lauf über nun genau 42,195 Kilometer entwickelt hat: eine weltweite Marathon-Bewegung, die dieser sportlichen Herausforderung in den unterschiedlichsten Variationen nachgeht, seit 1908 aber immer über genau diese 42,195 Kilometer.

Die meisten Läufer gehen allein an den Start, aber auch Staffeln sind möglich – mit einigen unschlagbaren Vorteilen für jene, die sich nicht allzu sehr quälen wollen. Das beweist unsere Autorin mit ihren Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr.

Die Vorbereitung

Einzel: Wer einen Marathon laufen will, muss trainieren – und zwar ernsthaft. Um im Frühjahr an den Start gehen zu können, muss man spätestens am 1. Januar einen Plan fürs Training haben. Und das heißt: mindestens viermal pro Woche laufen, insgesamt 50, eher 100 Kilometer pro Woche – und die meisten davon bei eisiger Kälte und Dunkelheit. Denn erst jetzt, Anfang März, ist es nach Feierabend wieder so hell, dass man seine Strecke auch wieder ohne Stirnlampe sieht.

Staffel: Dass der Marathon ein tolles Ereignis ist, da sind wir uns einig: 15.000 Läufer am Start, 100.000 Menschen am Straßenrand. Und wir vier mittendrin. Aber die zeitraubende Vorbereitung für die kompletten 42,195 Kilometer kann und will keine von uns auf sich nehmen. Wir haben schließlich noch ein Leben neben dem Sport! Wir treffen uns lieber ein- oder zweimal pro Woche zum lockeren Traben. Nein, eigentlich treffen wir uns zum schwätzen und laufen nebenher eine Runde. Das reicht als Training aus, um Mitte April als Marathon-Staffel an den Start zu gehen.

Die Ernährung

Einzel: Wer beim Marathon eine gute Figur abgeben will, muss in den Monaten davor ähnlich leben wie ein Top-Model. Exzessive Fleisch- und Frittensausen sind bei den meisten Marathoni tabu. Vor allem abends, wenn es richtig nett ist, verzichten viele auf Alkohol und gutes Essen. Ist ja klar: mit vollem Bauch und schwerem Kopf macht das Training am nächsten Morgen keinen Spaß.

Stattdessen knabbern sie ständig Nüsse und Salzbrezeln „wegen der Elektrolyte“. Am Vorabend des Rennens vergessen die Marathonläufer dann vollends ihren guten Geschmack: Auf der Pasta-Party des Veranstalters stellen sie sich mit einem Plastiknapf für Nudeln mit Tomatensauce an.

Staffel: Wir sind die „Zimtschnecken“, und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Der Team-Name entspricht ganz unserem Ernährungskonzept: Wir essen, worauf wir Lust haben. Pasten und Pulver kommen uns nicht in die Tüte. Warum auch?  Die Distanzen für die Staffel sind 5, 10, 11 und 16 Kilometer lang, das überlebt man auch mit ein paar Speckröllchen auf der Hüfte.

Gegen Kohlenhydrate am Vorabend ist aber absolut nichts einzuwenden. Wir nehmen sie gerne bei unserem Lieblings-Italiener ein, mit einem Glas Rotwein als Begleitung und einem Tiramisu als Dessert.

Das Rennen

Einzel: Die ersten 20 Kilometer sind ein Genuss. Adrenalin, Zuschauer und gute Vorbereitung lassen die Distanz zusammenschrumpfen. Fast wie in einem Traum fliegen die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten vorbei. Als die Beine auf der zweiten Hälfte schwerer werden, hangelt man sich von einer Verpflegungsstation zur nächsten. Alle fünf Kilometer verteilen Helfer Wasser, Bananen und Elektrolytgetränke. Ab Kilometer 35 hilft trotzdem nur noch eiserner Wille.

Staffel: Selbst wer nicht mit übertriebenem Ehrgeiz an ein Staffelrennen herangeht, merkt nach spätestens zwei Kilometern: der Staffel-Chip am Bein ändert alles. Zu wissen, dass da jemand wartet, treibt mehr an, als man es je für möglich gehalten hätte. Und zwar im besten Sinne: Wir holen an diesem Tag alles aus uns heraus: Nummer Eins überholt nach 500 Metern den ersten Langstreckler, Nummer Zwei und Drei übergeben den Chip mit persönlicher Bestzeit.

Der Zieleinlauf

Einzel: Da vorne fängt der rote Teppich an, dann sind es nur noch 400 Meter. Die Zuschauer feuern nochmal mächtig an. Noch 300 Meter, noch 200, noch 100. Beim Schritt über die Ziellinie kommt man sich vor wie Neil Armstrong bei der Mondlandung. Danach geht es leider rasant bergab. Schlange bei der Getränkeausgabe, bei den Klos, bei den Duschen. Dabei will man sich eigentlich nur hinlegen. Und auch das Zielfoto ist leider unvorteilhaft: der Körper ausgemergelt, das Gesicht vor Anstrengung weiß-rot gestreift. Trotzdem wird es einen Ehrenplatz im Familienalbum kriegen.

Staffel: Das Beste kommt zum Schluss: Staffeln dürfen als Team über die Ziellinie laufen. Wir treffen unsere Nummer Vier kurz vor dem Roten Teppich wieder und laufen die letzten Meter gemeinsam. Im Alltag würden wir so viel Teamgeist vielleicht albern finden, beim Marathon ist es die Krönung. Und auf dem Zielfoto sehen wir alle vier mächtig stolz und zufrieden aus.

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