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80. Geburtstag Zwischen Theorie und Poetik: Alexander Kluge

Alexander Kluge zählt zu den großen Intellektuellen. Doch mit seinen Essays, Erzählungen und Filmen sitzt er nicht nur abgehoben im Elfenbeinturm der Kultur. Mit seinen TV-Magazinen will er Kultur- und Politikthemen auch im Privatfernsehen verankern.
14.02.2012 - 11:14 Uhr Kommentieren
Der Filmemacher, Fernsehproduzent und Schriftsteller Alexander Kluge promovierte einst in Jura. Doch der Film nahm schnell immer mehr Raum in seinem Leben ein. Heute wird Kluge 80 Jahre alt. Quelle: dpa

Der Filmemacher, Fernsehproduzent und Schriftsteller Alexander Kluge promovierte einst in Jura. Doch der Film nahm schnell immer mehr Raum in seinem Leben ein. Heute wird Kluge 80 Jahre alt.

(Foto: dpa)

München Muss man sich um die Zukunft sorgen, wenn sich Intellektuelle wie der Schriftsteller und Filmemacher Alexander Kluge darüber Gedanken machen? In der Tat wäre es gut, sich mit manchen seiner Überlegungen zu befassen, etwa über die Mechanismen von Krieg und Frieden oder über die Notwendigkeit, in der Betrachtung der Vergangenheit mehr Aufmerksamkeit auf scheinbar unwichtige Ereignisse zu legen. „Die Geschichte ist voller Tretminen und Blindgänger; obwohl lange unbeachtet oder vergessen, können sie jederzeit hochgehen“, sagte Kluge unlängst im Interview mit dem „Spiegel“. Schon in jungen Jahren erlangte er mit Filmen, Essays und Büchern einen Ruf als Intellektueller. Inzwischen ist vielleicht ein bisschen Altersweisheit dazugekommen - schließlich wird Kluge am 14. Februar 80 Jahre alt.

Seine Filmkarriere begann Kluge gleich ganz oben - bei Fritz Lang, dem Regisseur berühmter Klassiker wie „Metropolis“ oder „The Big Heat“. 1958 wurde er dessen Volontär, als Lang gerade „Der Tiger von Eschnapur“ und „Das indische Grabmal“ drehte. Kluge hatte neben Geschichte und Kirchenmusik auch Jura studiert und in Berlin und München als Rechtsanwalt gearbeitet. Doch der Film nahm immer mehr Raum ein. 1960 fing er an, selber Regie zu führen. Auch filmpolitisch mischte er sich ein und initiierte 1962 mit anderen Filmemachern das „Oberhausener Manifest“, eine Protestschrift gegen harmlose Unterhaltungs- und Heimatfilme der damaligen Zeit.

Kluge, der 1963 seine Produktionsfirma Kairos Film gründete, profilierte sich im neuen deutschen Film als ein wichtiger Vordenker des Autorenkinos. Hochgelobt etwa sein Spielfilm „Abschied von gestern“, in dem eine Frau nach ihrer Flucht aus der DDR darum kämpft, sich in der Bundesrepublik eine neue Heimat zu schaffen. Später entstanden Streifen wie „Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos“. 1988 stieg er beim Fernsehen ein. Mit der Produktionsfirma dctp in Düsseldorf versorgt er bis heute private Fernsehsender wie Sat.1, Vox oder RTL. Das Magazin „Spiegel TV“ stammt aus seinem Haus, ebenso wie Beiträge zu Kultur- und Wissenschaftsthemen.

In seinen Büchern setzt sich Kluge, der in München lebt, mit politischen, historischen und philosophischen Fragen auseinander. Erst Ende Januar erschien seine Geschichtensammlung „Das fünfte Buch. Neue Lebensläufe“, in der er über die Gedanken, Schicksale und Beweggründe von Menschen sinniert. Zahlreiche Preise hat er für sein literarisches und filmisches Schaffen erhalten, darunter den Adolf-Grimme-Preis, den Georg-Büchner-Preis und den Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises.

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    Im Sommer kann Kluge seine Liebe zur Literatur dann auch an Studenten weitergeben. Im Sommersemester soll er an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main die Stiftungsgastdozentur für Poetik übernehmen. Eine Sparte der Literatur, mit der man gemeinhin mehr Gefühl verbindet als mit kulturtheoretischen Essays, vor allem wenn es um Liebe geht. „Der Intellekt nützt ihnen bei der Liebe nicht viel“, sagte Kluge mal der „Süddeutschen

    Zeitung“. „Wenn sie lieben, was nutzt es ihnen da, wenn sie denken?“

    • dpa
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