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Afrika Starker Auftritt

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Graeme Williams Fotoarbeit ist bis 19.6. in der Ausstellung

Graeme Williams Fotoarbeit ist bis 19.6. in der Ausstellung "11focus" parallel zur Art Basel 2011 zu sehen (Ausschnitt).

(Foto: Graeme Williams)

Poesie in der Ödnis

Der Fotograf Graeme Williams kommt viel rum in seinem Land Südafrika. Er macht Bilder von der Gesellschaft um ihn herum, manchmal sogar ganz ohne Menschen. Doch auch wenn sie nicht drauf sind, erzählen Williams Fotos von ihnen. Denn er gibt ihnen ihre Würde zurück, so arm sie auch sein mögen. Die von Christine Eyene ausgesuchten Farbfotos zeigen verrostende Wellblechhütten der Townships in grauer, abweisender Landschaft – immer mit einem Farbklecks. Hier sind es rosa Kissen auf einer Wäscheleine vor einem grün gestrichenen Haus, die Hoffnung verbreiten, da eine rot gestrichene Türschwelle, dort ein buntes Tischtuch, das sich heiter im Wind bläht. Im Gespräch mit dem Handelsblatt sagt der 49-jährige Graeme Williams: „Ich benutze Farbe als Metapher. Ich manipuliere das Abgebildete nicht, habe keine Tischdecke, die ich aus dem Auto hole, aufhänge und ablichte.“

Der Betrachter ist dankbar für die kleinen Hoffnungsschimmer. Williams aufmerksames Auge dokumentiert die Veränderungen in Südafrika. Seine Lichtbilder mit anwesenden Menschen sind derzeit im Londoner Victoria and Albert-Museum in der Ausstellung „Figures & Fiction“ zu sehen.

Eine Etage darüber stellen sich Galerien vor. Mit dabei ist die Galerie Imane Farès aus Paris. Die in Dakar geborene Libanesin lässt sich die Chance nicht entgegen, der Kunstwelt 27 Bilder vom Tahrir-Platz in Kairo zu präsentieren, die ganz anders aussehen als erwartet.

Soldaten am Tahrir-Platz  

Die ägyptische Künstlerin Nermine Hammam hat den friedlichen Soldaten, die sich mit den Demonstranten solidarisierten, ein künstlerisches Denkmal gesetzt. Gelassen beobachtend, freundlich lachend und winkend sehen wir Militärs in Kampf- oder Ausgehuniform vor irritierenden Hintergründen. Soldaten vor Alpenpanoramen, Bergseen, Winterlandschaften und Bauernhäusern einer längst versunkenen Kitschpostkartenidylls. Die Motive stammen aus einer Postkartensammlung der Künstlerin. Was alle Welt erstaunt und erfreut hat, die Friedlichkeit der ägyptischen Soldaten, findet einen Widerhall in den erstaunlichen Motivkombinationen. Jede Arbeit ist ein Unikat (Diasec auf Alu und Plexiglas), die Preise reichen von 3.300 bis 7.000 Euro.

Urlaubsgrüße der boatpeople

Oben im aufgeheizten Speicher setzt sich die von Eyene kuratierte Ausstellung fort. Hier informiert ein Tonband über Auftrag und Rahmen der Frontex-Einsätze. Über jene Grenzpatrouillen vor Nordafrikas heißer Künste, deren Kosten sich verhundertfacht, die das Problem der Immigration aber noch nicht gelöst haben. Sonnenbeschienen liegen frisch gedruckte Lampedusa-Ansichtskarten zum Mitnehmen und Versenden aus. Vorne zwei Fotos von Traumstränden, eine Karte und ein Frontex-Schiff mit in Goldfolie verpackten Bootsflüchtlingen aus Afrika, die sich aufwärmen sollen, bevor sie auf Lampedusa ihren Lageralltag beginnen.

Der naiv-freundliche Text stereotyper Urlaubsgrüße ist auf der Rückseite aufgedruckt. Der Absender muss nur noch Namen und Adresse des Empfängers einsetzen. Unterzeichnet hat die satirische Anklage gegen die Einpferchung afrikanischer Immigranten auf der italienischen Insel Lampedusa Youssef. Das ist der Künstler Youssef Tabti.

Der perfekt deutsch sprechende Franko-Algerier Youssef Tabti, gibt amüsiert zur Protokoll, dass er hier als Afrikaner eingeladen sei – mit französischem Pass, deutschem Wohnsitz und Kunstförderung der Stadt Hamburg. Ach ja, das ist etwas, was Focus11 zur Seite wischt: das einheitliche Bild von Afrika.

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