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Alte Kunst US-Museum bietet auf deutsche Romantik

Bei Malerei des 19. Jahrhunderts schlägt die Stunde von Liebhabern und Kennern, die sich für das weniger Geläufige begeistern können. Das Kunstgewerbe erfreut sich stabilen Zuspruchs. Ein Rückblick auf die Frühjahrsauktion bei Van Ham.
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Michael Nehers Gemälde der Kirche in Wimpfen im Thal (1864) kam nach 56 Jahren wieder zurück zu Van Ham. Das kleine Bild erzielte mit 87.040 Euro inkl. Aufgeld einen überraschend hohen Preis. Taxe: 6.000 bis 7.000 Euro). Quelle: Van Ham
Wurde 1959 für 950 Euro versteigert:

Michael Nehers Gemälde der Kirche in Wimpfen im Thal (1864) kam nach 56 Jahren wieder zurück zu Van Ham. Das kleine Bild erzielte mit 87.040 Euro inkl. Aufgeld einen überraschend hohen Preis. Taxe: 6.000 bis 7.000 Euro). Quelle: Van Ham

Köln Mit einem herrlichen Wolkenhimmel malte Michael Neher 1864 die mächtige gotische Kirche in Wimpfen im Thal. 1959 kam das nur 35,5 x 46 cm große Bild zum ersten Mal unter den Hammer, und zwar bei Carola van Hams Debüt-Auktion. Für 950 DM sicherte sie sich ein Kölner Sammler. Nach 56 Jahren kam sie am 15. Mai 2015 erneut bei Van Ham zum Aufruf und erzielte 87.040 Euro inkl. Aufgeld. Als Schätzpreis waren 6.000 bis 7.000 Euro angesetzt worden.

Vorausgesehen hatte Reinhard Singer, Van Hams Experte für Altmeister, den Erfolg einer feinen orientalisch angehauchten Landschaft von Károly Markó d.Ä. Völlig unauffällig integrierte dieser ungarische Künstler, der zu den besten Landschaftsmalern seiner Zeit gehört, die damals noch gefragte Staffage, eine alttestamentarische Szene von Abraham, der die Engel bewirtet. Ein ungarischer Bieter bewilligte 35.840 Euro und damit fast das Doppelte der unteren Taxe.

Um Charles Hoguets „Blick in das Tal der Rhone“ (1859) wurde gekämpft. So kam das hohe Ergebnis von 35.840 Euro zu Stande (Taxe 5.000 bis 6.000 Euro). Quelle: Van Ham
Aufziehendes Unwetter

Um Charles Hoguets „Blick in das Tal der Rhone“ (1859) wurde gekämpft. So kam das hohe Ergebnis von 35.840 Euro zu Stande (Taxe 5.000 bis 6.000 Euro). Quelle: Van Ham

Ebenfalls vorhersehbar war das gute Ergebnis für Charles Hoguets „Blick in das Tal der Rhone“ (1859), dessen glasklare Anmutung einem nordrhein-westfälischen Sammler 35.840 Euro wert war (Taxe 5.000 bis 6.000 Euro). Gekämpft wurde an mehreren Telefonen und online. Werke von Hoguet wurden bislang auf Auktionen zwischen 3.000 und 10.000 Euro gehandelt. Der jetzt erzielte Preis ist ein Rekord für den Künstler.

Kein Interesse für Mädchen

Für die beiden mit großen Erwartungen ins Rennen geschickten Mädchenbildnisse, von denen eines wohl Wilhelm von Schadow, das andere seinem Schüler Christian Köhler zugeschrieben wurde, hob sich kein Finger. Vielleicht war das die größte Enttäuschung dieser im Vergleich zu den Vorjahren wieder leicht schwächer abgeschnittenen Session mit wenigen Alten Meistern und einem breiten 19. Jahrhundert-Angebot. Dafür aber bewilligte das Kunstmuseum der Brigham Young University im amerikanischen Utah 17.920 Euro für Julius Rotermunds diptychonartig aufgebaute „Kluge und törichte Jungfrau“. Erwartet wurden für das 1856 entstandene Gemälde 9.000 bis 10.000 Euro. Auch für diesen Künstler wurde auf einer Auktion noch nie so viel bezahlt.

Russische und amerikanische Sammler rangen um die 1903 entstandene Architekturstudie des Newsky-Klosters in St. Petersburg von Nikolai Konstantinowitsch Roerich. Ein New Yorker Sammler schließlich brachte das kleine, immerhin auf 20.000 bis 25.000 Euro geschätzte Bild für 61.440 Euro in seinen Besitz. Mehrere Telefonbieter lockte Lady Laura Theresa Alma-Tademas träumendes Mädchen, bis ein norddeutscher Sammler sich schließlich mit einem Gebot von 30.720 Euro durchsetzen konnte (16.000 bis 18.000 Euro).

Der Handelsblatt Expertencall
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