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Antiquitätenmesse Sammler entscheiden ohne Eile

Auf Brüssels Kunst- und Antiquitätenmesse Brafa werden viele Verkäufe nur angebahnt. Ein schneller Erwerb ist eher selten. Mit ihren Abschlüssen sind die Aussteller dennoch zufrieden.
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Einer von vier Wandleuchtern aus emailliertem weißem Porzellan mit vergoldeten Bronzebeschlägen. Das Ensemble aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (um 1770) kostete auf dem Stand von Steinitz 220.000 Euro.
Wandleuchter von KPM, um 1770

Einer von vier Wandleuchtern aus emailliertem weißem Porzellan mit vergoldeten Bronzebeschlägen. Das Ensemble aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (um 1770) kostete auf dem Stand von Steinitz 220.000 Euro.

BrüsselDie 60. Ausgabe der Brüsseler Kunst- und Antiquitätenmesse „Brafa“ litt zwar unter Währungsunsicherheiten und Abrechnungsproblemen durch die unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze in der EU. Die 126 aus zwölf Ländern kommenden Aussteller äußerten sich jedoch zufrieden über die Verkäufe. Sie hatten vom 24. Januar bis 1. Februar 2015 in den hellen Hallen des Tour & Taxis-Geländes ein bewusst eklektisches Angebot ausgebreitet, das von der Antike bis zur Gegenwart reichte. Alle lobten die fachkundigen Besucher, die allerdings selten rasche Kaufentscheidungen trafen, sondern sich zuerst gründlich informierten.

Wie geduldig manche Interessenten sind, berichtete der Münchner Ikonen-Spezialist Stefan Brenske: „Ich habe an einen neuen Kunden aus Brüssel eine Ikone verkauft, die er seit 20 Jahren suchte.“ Insgesamt rangierten die Verkäufe bei Brenske im fünfstelligen Bereich. Auch Erstausstellerin Lélia Pissarro (Galerie Stern Pissarro, London), die bislang vorwiegend an amerikanischen Messen teilnahm, äußerte sich positiv über den Wissensstand der Brafa-Besucher. Mit dem Gemälde von Marc Chagall „ Zirkus im blauen Himmel von Paris“ für 2,7 Millionen Euro positionierte sie sich in der Spitzenpreiskategorie der Messe. Deren Angebot übersteigt generell selten eine Million Euro. Pissarro brachte allerdings auch Zeichnungen ihres Urgroßvaters Camille Pissarro mit, die um 35.000 Euro lagen.

Gutes Moderne-Angebot

Um ein Vielfaches höher lagen die Erwartungen der von Russen betriebenen Kunstberatung Zürich AG, die im Vorjahr Altmeister mitbrachte. Diesmal hatte sie einen Frauenakt von Tamara de Lempicka („Rhythm“, 1924) und Werke von Wassily Kandinsky aus den Jahren 1907 und 1942/43 im Gepäck.

Mit Gemälden der Moderne und des Surrealismus war die Messe besonders gut bestückt. Bei Berès, Paris, fand man Werke von Georges Valmier und von Juan Gris bei Hélène Bailly, Paris. Jörg Schumacher, Frankfurt, der schon vor der Messe aus seinem Katalog verkaufen konnte, hatte ein Stillleben von Georges Braque dabei, das vom Vorjahr noch in Erinnerung war. Die Galerie aus Frankfurt konnte mit einer eindrucksvollen Schau der Cobra-Maler punkten. Der Preisrahmen lag zwischen 3.400 und 370.000 Euro für ein Großformat von Karl Otto Götz (1957). Messe-Präsident Harold T'Kint de Roodenbeke wartete mit einem abstrakten, 1943 datierten Gemälde des Comic-Stars Hergé (49.000 Euro) und mit Originalblättern des Zeichners in Preislagen zwischen 12.500 bis 38.000 Euro auf.

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