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Art Basel Miami Beach Kunst im XXL-Format feiert Premiere in den Tropen

Die Art Basel Miami Beach hat erstmals auch überdimensionale Werke im Angebot. Eine Erweiterung des Veranstaltungsortes ermöglicht diese Neuerung.
04.12.2019 - 13:50 Uhr Kommentieren
Die „Lady in Purple-RFGA“ aus dem Jahr 2016 wurde auf Leinwand gestickt (Detail). Außerdem kamen Acrylfarben und Gel zum Einsatz. Quelle: Galerie Kewenig; VG Bild-Kunst, Bonn 2019; Foto: Christopher Burke
Ghada Amer

Die „Lady in Purple-RFGA“ aus dem Jahr 2016 wurde auf Leinwand gestickt (Detail). Außerdem kamen Acrylfarben und Gel zum Einsatz.

(Foto: Galerie Kewenig; VG Bild-Kunst, Bonn 2019; Foto: Christopher Burke)

Miami Beach Schon seit 18 Jahren, immer Anfang Dezember, erklärt sich Miami Beach für eine Woche zum Zentrum der Kunstwelt. Allein der tropische Ableger der Messe Art Basel, Art Basel Miami Beach, versammelt dann über 260 internationale Anbieter von moderner und vor allem zeitgenössischer Kunst. Dazu kommen noch mindestens ein Dutzend Satellitenmessen und besondere Events im weiteren Einzugsbereich.

Und über die kommenden zehn Jahre soll sich daran auch nichts ändern. Gerade gab Noah Horowitz, Amerikadirektor von Art Basel Miami Beach, das langfristige Abkommen mit der Stadt Miami bekannt.

Die endlich abgeschlossene Modernisierung und Erweiterung des Veranstaltungsortes, des Miami Beach Convention Centers, das die Stadt 600 Millionen Dollar kostete, ermöglicht der Messe einige wichtige Neuerungen.

Süd- und Nordamerika überbrückt

Die jetzige Ausgabe, die am Sonntag um 18 Uhr schließen wird, lockt zum ersten Mal mit einer endlich auch in Miami eingerichteten Abteilung für Überdimensioniertes, Performances und Installationen. Auf der Muttermesse in Basel lanciert dieses „Unlimited“ genannte Format schon seit fast 20 Jahren erfolgreich Künstlerkarrieren.

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    In Miami Beach heißt die mit 33 Werken im Vergleich zu Basel allerdings auf etwa die Hälfte geschrumpfte Auswahl „Meridians“. Schauplatz ist der riesige „Grand Ballroom“ im zweiten Stock. Aber vielleicht könnte man künftig auch den Außenraum bespielen; das schließt Horowitz nicht aus. Laut Magalí Arriola, der zuständigen mexikanischen Kuratorin – und neu ernannten Direktorin am Museo Tamayo in Mexiko Stadt –, soll ihre Werkauswahl Brücken zwischen Nord- und Südamerika schlagen. Das sei „von Anfang an ein inzwischen oft kopierter Schwerpunkt dieser Messe“, ergänzt Arriola. 

    Chinesische Immigranten

    Die Werke reichen von riesigen historischen Arbeiten wie der meterlangen Wandarbeit „Pantere Sul Cono“ (1978) von Mario Merz bei Konrad Fischer über Frank Bowlings erstaunlich frisch wirkende Weltkarte „Africa to Australia“ 1971 (Hales) bis hin zu neuen Videoarbeiten. Bei Victoria Miro, Nara Roesler und Jessica Silverman etwa gibt es jüngste Filme von Isaac Julien; bei Richard Gray, Regen Projects und White Cube Videokunst von Theaster Gates.

    Candice Lins komplexe Videoinstallation „La Chirada China (Tobacco Version)“ ist ein Kommentar zur wenig beachteten Immigration chinesischer Arbeiter in die Karibik im 19. Jahrhundert. Dafür verlangt die junge Ghebaly Galerie aus Los Angeles 30.000 Dollar. 

    Eine Wolke hat sich auf dem Gemälde
    René Magritte

    Eine Wolke hat sich auf dem Gemälde "La corde sensible" sanft auf ein Glas gesetzt. Gemalt wurde es 1960 (Detail).

    (Foto: Landau Fine Art; VG Bild-Kunst, Bonn, 2019)

    Aber einiges wirkt wie in tropisches Zuckerwasser getaucht. Schön passt da Tom Friedmans „Cocktail Party“ aus 26 lebensgroßen Figuren in die bevorzugte Partytown der Kunstszene. Die 2015 entstandene Skulpturengruppe wird gemeinsam präsentiert von den Galerien Stephen Friedman und Luhring Augustine. Das Werk hatte vor vier Jahren Premiere auf der Frieze London.

    Rabatte für junge Händler

    Im Erdgeschoss boten die Galerien in diesem Jahr ein stark verjüngtes Bild. „Wir haben alle Anstrengungen unternommen, in die nächste Generation zu investieren“, so Horowitz. Zum ersten Mal greifen hier Standrabatte von 20 Prozent für jüngere Händler, die zum ersten Mal teilnehmen.

    Erste Verkaufsbilanzen waren sehr positiv. Allein die Pace Gallery gab in den ersten, für VIPs reservierten Stunden über 20 Werke ab. „Miami läuft immer, aber in diesem Jahr war die Energie außergewöhnlich gut“, so Pace-CEO Marc Glimcher. Besonders gefragt sind offenbar Werke im Bereich von unter einer Million Dollar.

    „Wir zeigen in diesem Jahr nichts über 3,8 Millionen Dollar“, erklärt Brett Gorvy, Partner der internationalen Galerie Lévy Gorvy. Sie legt den Fokus auf die menschliche Figur. Das neueste und auch sogleich verkaufte Gemälde des mit Strasssteinen arbeitenden Marktstars Mickalene Thomas macht auch gleichzeitig Appetit auf ihre ungewöhnliche Galerieshow im kommenden Jahr. Da will sie es mit dem ihrer Meinung nach missverstandenen Pop-Art-Künstler Tom Wesselmann aufnehmen.

    Teures macht sich rar

    „Ich mag den Verkaufstakt hier“, erklärt Gorvy. „Auf der Art Basel konzentriert sich die Aktivität auf die ersten zwei Tage, danach sind die wichtigen amerikanischen Sammler wieder abgereist. In Miami bleiben sie, dank der mittlerweile entwickelten Infrastruktur. Hier verkaufen wir noch bis Sonntag.“ 

    Allgemein suchte man Teures vergeblich. Highlight ist wahrscheinlich das schöne Blumenstillleben „Manacá“ der wegweisenden brasilianischen Künstlerin der Moderne, Tarsila do Amaral. Das 1927 entstandene Gemälde hat die Galerie Almeida e Dale aus São Paolo für eine nicht näher spezifizierte Institution reserviert. Auf dem Preisschild stehen 27 Millionen Dollar.

    Und wie gewohnt hängte Helly Nahmad aus New York prominent moderne Klassiker auf, darunter Pablo Picasso, Alexander Calder, Joan Miró und Henri Matisse. Hier ist Picassos 1968 datiertes Gemälde „Homme à la Pipe“ mit fröhlich gelb quer gestreiftem Hintergrund mit 18 Millionen Dollar veranschlagt. 

    Museen wollen Lücken füllen

    Überaus erfolgreich lief es für Anbieter von Werken weiblicher oder schwarzamerikanischer Künstler. Öffentliche und private Sammlungen versuchen derzeit, ihre Lücken zu füllen. Darauf setzt auch der Bluechip-Handel Mnuchin aus New York. „Wir haben damit voll ins Schwarze getroffen“, meinte zufrieden Partnerin Sukanya Rajaratnam. Zahlreiche rote Punkte sind der Beweis.

    Auch Templon aus Paris gab in der ersten Stunde vier studiofrische Bilder des knapp 40-jährigen Senegalesen Omar Ba zwischen 30 000 und 120 000 Dollar ab. Er wird von der Galerie seit etwa drei Jahren sehr erfolgreich vertreten. Seine Werke werden unter anderem an den Louvre Abu Dhabi verkauft.

    Die Reise wurde unterstützt von Art Basel.

    Mehr: Ein harter Schlag für die Art Basel: Lesen Sie hier, wie die Messe nach neuen Umsatzquellen sucht

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