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Art Basel Miami Beach Lebhafter Zuspruch für immer jüngere Kunst

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Mini-Museum mit Picasso
Gemälde von Michel Majerus,
Auf dem Stand der Galerie Max Hetzler

Gemälde von Michel Majerus, "Untitled", 1994 (li.) und Günther Förg, "Untitled", 1998 (re.). Quelle: Galerie Maz Hetzler Berlin & Paris

Aber es drehte sich nicht alles um die ganz Jungen. Mazzoleni Art (London, Turin), einer der wenigen Anbieter von italienischer Moderne, zeigte vier handliche Formate von Alberto Burri. Er wurde von der großen Überblicksausstellung im Guggenheim Museum, die im Sommer nach Düsseldorf kommt, aus dem Nischendasein gezerrt. Sein seltenes schwarzes „Nero Creto“ (1974, 126.5 auf 101.5 cm) kann da schon um 9 Millionen Dollar verlangen.

Eine der spektakulärsten Shows bot die New Yorker Hammer Galleries mit fast 20 Bildern von Picasso und Matisse. President Howard Shaw wollte keine einzelnen Preise nennen, gab nur zu, dass insgesamt um 100 Millionen Dollar an seinen Wänden hingen. „Besucher schätzen das Konzept eines Mini-Museums“, meint er. Van de Weghe Fine Art (New York) konnte jedenfalls ihren späten Picasso am ersten Tag zu 10,5 Millionen Dollar weitergeben. Wie Pierre Ravelle-Chapuis von der Galerie beobachtete, achten Sammler jetzt besonders auf Qualität, Mittelmäßiges hat es schwer.

Wenige Kojen nur für einen Künstler

Auffallend wenige Galerien bemühten sich um Solo-Shows. Eine beachtliche Ausnahme ist da Elvira Gonzales (Madrid), die über ein Dutzend Bilder von Robert Mangold von 1966 bis 2006 versammelte (300.000 bis 1,2 Millionen Dollar). Pace (New York et al.) bietet eine Reihe früher, schwarz gestrichener Collagen und Skulpturen der wichtigen Bildhauerin Louise Nevelson an und konnte 16 zu Preisen zwischen 75.000 bis einer Million Dollar verkaufen.

Tina Kim/Kukje (New York) dagegen zollt der wichtigen koreanischen Dansaekhwa-Bewegung (‘monochrome Gemälde’) ab den frühen 1970ern Respekt. Die Bewegung sieht derzeit wieder starkes Interesse (je um 200.000 Dollar).

Wieder entdeckte Pop Art

Gut bewährt hat sich der im letzten Jahr eingeführte Sektor “Survey” mit historischen Arbeiten. Hier gab es einige lange vergessene Vertreter der Pop Art der 1960er zu entdecken, wie etwa die 82-jährige Rosalyn Drexler, eine Freundin Andy Warhols. Sie verarbeitete damals Filmplakate zu Collagen (um 375.000 Dollar). Ihre bei Garth Greenan (New York) ausgestellten Werke sind aber bereits sämtlich an amerikanische Museen vergeben. Ebenfalls in den Sechzigern kam der Japaner Shinjiro Okamoto zu Ruhm, den Tokyo Gallery + BTAP mit Arbeiten aus den 1970er- und 1980er-Jahren vorstellt (30.000 bis 40.000 Dollar).

Kleine Begleitmessen zerstreut

Wie immer scharen sich rund um den Platzhirschen Art Basel Miami Beach kleinere Begleitmessen; in diesem Jahr sind es fast 20. Zu den Pflichtstops für Sammler von „cutting edge Kunst“ gehören „Nada“, die vierte Ausgabe der kuratierten Messe „Untitled“ in ihrem schrägen pinkfarbigen Zelt am Strand und auch die brandneue X Contemporary in Wynwood.

Rund um die Ankermesse im wachsenden Hochhausbezirk Midtown, die „26. Art Miami“, ist es dagegen leer geworden. In den vergangenen Jahren hatte sie auf dem brachliegendem Land eine ganze Zeltstadt kleinerer Mitbewerber angezogen, ein geplanter Walmart-Superstore zerstreute sie nun in alle Winde.

Experiment mit Altmeistern

Einen ganz besonderen Versuchsballon startete dagegen der Immobilieninvestor und Publizist Paul Phillipe Vögele mit seiner „Miami Art Masters“. Mit Hilfe der Unterstützung der Expertin Bendetta Corsini vertrauten ihm renommierte Händler fast 40 Altmeistergemälde (von 35.000 bis 1,6 Millionen Dollar) an, die Vögele ins Dekor seiner ultramodernen Residenz auf Hibiscus Island integrierte. Sollte das Experiment gelingen, könnte diese exklusive Messe eine Zukunft haben.

Auch für Art Basel Miami Beach kündigen sich Veränderungen an. Zwar plane man keinen vierten Standort, so zerstreute Messe-Chef Marc Spiegler Gerüchte. „Unsere Bemühungen gelten jetzt dem digitalen Bereich“. Gerade wurden eine neue App und auch eine neue Website freigegeben. Aber im Dezember wird die lange geplante Erweiterung und Modernisierung des 1957 gebauten Kongresszentrums in Miami angepackt, die sich über die kommenden zweieinhalb Jahre erstrecken wird. Der Messebetrieb wird aber angeblich nicht beeinträchtigt werden. Dass der angrenzende riesige Parkplatz durch einen Park ersetzt werden soll, bedroht jedoch den Standort der Schwestermesse Design/Miami, deren Zelt in praktischer Nähe aufgeschlagen ist. Ihr Verbleib ist noch ungeklärt.

„14. Art Basel Miami Beach“, bis 6. Dezember 2015, Convention Center, 1901 Convention Center Drive, täglich 12 bis 20 Uhr, So. bis 18 Uhr

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