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Art Düsseldorf und Tefaf Aufruhr unter den Kunstmessen

Folgenreiche Entscheidungen unter Druck: Die Muttergesellschaft der Art Basel trennt sich von der Art Düsseldorf, und die Antiquitätenmesse Tefaf reformiert ihre Jurierung.
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Das Bild
Bosco Sodi

Das Bild "Untitled" (2017) bringt die Axel Vervoordt Gallery auf die Art Düsseldorf mit.

(Foto: Axel Vervoordt Gallery, VG Bild-Kunst, Bonn 2018)

BerlinDie Konsolidierung der MCH Group, der Muttergesellschaft der Art Basel, trifft auch Düsseldorf. Einer Pressemeldung zufolge stellte der Vorstand unter dem neuen CEO Hans-Kristian Hoejsgaard alle Geschäftsfelder auf den Prüfstand und beschloss die Trennung von den regionalen Kunstmessen: „Die MCH Group beabsichtigt, die Beteiligungen an der Art Düsseldorf und der India Art Fair zu veräußern. Bis dahin werden die Messen von der MCH Group in der bisherigen Form unterstützt. Auf die angekündigte Beteiligung an der neuen Art SG in Singapur wird verzichtet.“

Auslöser der Entwicklung ist der Absturz des ursprünglich größten Umsatzbringers der Messe Schweiz, der Uhrenmesse Baselworld. Das Produktportfolio wurde daraufhin um die Initiative Art Basel Cities, die Londoner Messe Masterpiece, die neu gegründete Oldtimer-Messe Grand Basel und regionale Kunstmessen erweitert. Damit haben sich die Schweizer wohl übernommen.

Glaube an ein Gelingen

Walter M. Gehlen, Mitbegründer und Direktor der Art Düsseldorf (ab 15.11.), ist dennoch zuversichtlich: „Wir sind bereits in Düsseldorf angekommen, und das ist es, was unseren Erfolg in der Zukunft bestimmt.“ Er schätzt zwar den positiven Beitrag der Schweizer, glaubt jedoch auch an ein Gelingen ohne sie: „Unser Erfolg ist von dem abhängig, was wir inzwischen aufgebaut haben, und nicht davon, wer eine Minderheitsbeteiligung hält.“ MCH halte 25,1 Prozent und sei daher auch nicht involviert in das operative Geschäft der Messe. Die Unterstützung der Gruppe sei jedoch für den Start sehr hilfreich gewesen.

Derweil kommt die Art Basel von ungewohnter Seite unter Druck, weil die Tefaf (The European Fine Art Fair) in die Qualitätsoffensive geht. Nach einer juristischen Beratung wurde der renommierten Antiquitätenmesse laut einer Pressemitteilung „geraten, ihre Jurygremien mit Experten zu besetzen, die möglichst geringe wirtschaftliche Interessen am Kunstmarkt haben“. Dabei geht es vor allem um Haftungsfragen.

Der Schritt bringt alle Messen in Zugzwang, die nicht nur zeitgenössische Kunst anbieten. Dazu gehören neben direkten Konkurrenten wie die Brüsseler Brafa und die Frieze Masters auch die Art Basel oder die Art Cologne. Der Interessenkonflikt ist im Sinne des Wettbewerbs bei zeitgenössischer Kunst jedoch viel größer, da bei fast allen Messen die Zulassungsgremien ausschließlich mit teilnehmenden Galeristen besetzt sind. Dieses Verfahren ist seit Jahrzehnten strittig. Wenn die Tefaf jetzt davon Abstand nimmt, Kollegen über die Zulassung von Kollegen und damit über deren wirtschaftlichen Erfolg entscheiden zu lassen, werden andere Messen ihre Kriterien ebenfalls überdenken müssen.

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