Art Karlsruhe: Der Publikumsliebling unter den deutschen Kunstmessen
Das packende Profilbildnis zweier Löwen wurde mit Acrylfarbe, Tusche und Buntstiften auf einen Bucheinband gezeichnet. Vertreten wird die Künstlerin von Kunkel Fine Art.
Foto: Kunkel Fine ArtDüsseldorf. Die „Art Karlsruhe“ ist Pandemie bedingt vom Winter in den Sommer gerückt. Sie findet von 7. bis 10. Juli in den lichtdurchfluteten Hallen der Karlsruher Messe in Rheinstetten statt. Mehr als andere Kunstmessen wendet sie sich eher an das breite Publikum als an Milliardäre. Dafür sorgen 215 Ausstellern aus zwölf Ländern.
Die Preise hier gehen zwar vereinzelt auch hoch. Aber auch mit kleinerem Budget wird der Kunstfreund hier Attraktives entdecken. Dafür sorgen Aussteller, deren Namen Klang hat in der Kunstwelt, Galeristinnen, die sich der Qualität verschrieben haben.
Thole Rotermund etwa zeigt, wie experimentierfreudig die Vertreter der Moderne ihre Ausdruckskraft auf Papier erprobten. Dr. Michael Nöth beleuchtet die Schönheit des deutschen Impressionismus. Die Kunst vergangener Epochen breiten Kunkel Fine Art
aus, aber auch die Galerie Boisserée und die Galerie Nothelfer.
Doch zahlreiche Aussteller geben Einblick in die aktuelle Kunstentwicklung. Feinfühlig, fantasievoll und weitgehend ungegenständlich sind die Mischtechniken von Sabine Banovic. Die dynamischen Schwarzweiß-Arbeiten präsentieren Jarmuschek und Partner.
Wer sich umschaut, wird auch Bilder und künstlerische Haltungen finden, die im schnelllebigen Marktgeschehen zu selten im Fokus stehen. Die Galeristin Helle Coppi etwa präsentiert Gemälde von Harald Metzkes und Herta Günther, zwei Charaktere, die in Ostdeutschland immer noch bekannter sind als im Westen. Da besteht Nachholbedarf.
Und auch die Galerie Döbele aus Mannheim wartet auf mit Bildern von Doris Ziegler, die man zu selten sieht. Mit Anleihen bei Größen der Malereigeschichte bezieht die Leipzigerin Stellung zum Leben in der DDR und von heute. Sie malt Parabeln, in denen Randfiguren die graue Tristesse des Konsumterrors überstehen: der Narr, die Clownin und der Punk. Unweit davon hängt bei Döbele ein abstraktes Gemälde von Willi Baumeister aus einer anderen Zeit, ein feines Werk, aber viel öfter zu sehen.
Satte Malerei, die aus dem Vollen schöpft, trifft die Messe-Flaneurin am Stand von Klaus Gerrit Friese an. Der Wahl-Berliner hat malerisch angelegten Bilder von Cornelius Völker und Karin Kneffel mitgebracht, aber auch die Abbreviaturen von Ambra Durante.
Wem Foto- und Medienkunst am Herzen liegen, darf den Stand von Anita Beckers nicht versäumen. Hier stoßen Sammler auf Werke der Medien-Pioniere Sommerer & Mignnoneau, aber auch auf Arbeiten von Christiane Feser, die die Grenzen zwischen Fotografie und Objekt verschiebt.
Die Art Karlsruhe läuft vom 7. bis 10. Juli von 11 bis 20 Uhr.