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Global Art Market Report Thesen, Trends und Tortendiagramme

Zahlen im weltweiten Kunsthandel sind nur schwer zu bekommen. Gute Anhaltspunkte bietet der „Art Basel and UBS Global Art Market Report 2018“ für das Berichtsjahr 2017. Seine wichtigste Botschaft: Es geht aufwärts.
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Susanne Schreiber

DüsseldorfMittlerweile gibt es zwei konkurrierende Kunstmarkt-Reports, die große Datenmengen der globalen Ökonometrie in Thesen, Trends und Tortendiagramme verwandeln. Clare McAndrew liegt zeitlich mit ihrem diese Woche veröffentlichten „Art Basel and UBS Global Art Market Report 2018“ vorn. Für das Berichtsjahr 2017 schätzt sie den weltweiten Kunstumsatz auf 63,7 Milliarden Dollar, ein Plus von 12 Prozent im Vergleich zum schwächelnden Vorjahr. 2016 hatte die Ökonomin ihn mit 56,6 Milliarden Dollar ermittelt, 2015 63,3 Milliarden Dollar. Der Tefaf-Report indes, dessen neue Ausgabe erst Anfang Mai veröffentlicht werden soll, hatte für das Berichtsjahr für 2016 deutlich weniger angesetzt: 45 Milliarden Dollar. Die Differenz zwischen den Wettbewerbern macht deutlich, wie ungefähr die hochgerechneten und im privaten Sektor bei ausgewählten Galeristen und Händlern ermittelten Zahlen sind.

Die wichtigsten Kennzahlen aus dem 350-Seiten-Opus-Magnum im „Art Basel and UBS Global Art Market Report 2018“ sind:

Globaler Kunstumsatz 2017: Das Wachstum um 12 Prozent auf geschätzte 63,7 Milliarden Dollar verdankt sich der Sehnsucht vieler reicher Sammler nach Trophäen. Mit seinem Verkaufspreis von 450 Millionen Dollar hat der überrestaurierte „Salvator Mundi“ von Leonardo da Vinci bei Christie’s entschieden dazu beigetragen. Die Autorin räumt allerdings auch ein, dass die Performance jenseits des prosperierenden High-End-Bereichs nicht besser als „mixed“ war. „Viele Kunsthandlungen geraten unter Druck,“ fasst McAndrew ihre Untersuchungen zu den Teil- und Nationalmärkten zusammen.

 

Händler und Galeristen realisieren 53 Prozent der Verkäufe (33,7 Milliarden Dollar) die Auktionshäuser 47 Prozent (Plus 4%).

 

Auch die Abfrage unter Händlern bestätigt, dass sich sehr teure Kunst leichter verkauft als solche unter 500.000 Dollar (Minus 4 %).

 

Clare McAndrew ist die Gründerin der Consultingfirma Art Economics (Foto: Art Basel/UBS)
Viel Erfahrung

Clare McAndrew ist die Gründerin der Consultingfirma Art Economics (Foto: Art Basel/UBS)

Die globalen Auktionsumsätze steigen 2017 um 27 Prozent auf 28,5 Milliarden Dollar an, ein Plus (2016: 22,1 Milliarden Dollar). Die Auktionsumsätze bei den Zeitgenossen summieren sich auf 6,2 Milliarden Dollar (Plus 12%). Die Klassische Moderne setzt 3,6 Milliarden Dollar Um (Plus 39%). Die Impressionisten und Postimpressionisten kommt auf 2,3 Milliarden Dollar (Plus 71 %). Die europäischen Alten Meister liegen - dank Leonardo - bei 977 Millionen Dollar.

 

High Net Worth Individuals, die in den USA leben, hat Clare McAndrew zusammen mit der Schweizer Bank UBS untersucht. Ihr Anteil wuchs um 7 Prozent auf 36,1 Millionen Individuen. 79 Prozent der an der Umfrage beteiligten HNWIs gaben an, Kunst unter 5.000 Dollar erworben zu haben. 93 Prozent hatten meist Kunst unter 50.000 Dollar gekauft. Nur 1 Prozent leistete Kunst über einer Million Dollar. Für Art Advisors scheint es noch Luft zu geben. McAndrew hat herausgefunden, dass 73 Prozent der antwortenden HNWIs zwar einen Finanzberater engagieren, aber nur 8 Prozent einen Kunstberater.

 

Die führenden Märkte sind 2017 - nach Wert - die USA (42%, 2016: 40%), China (21%, 2016:20%) und UK (20%, 2016: 21%). Diese drei Top-Kunsthandelsländer stehen für 83 Prozent nach Wert aller Verkäufe ein.

 

Deutschland und die Schweiz haben am globalen Kunstumsatz nur einen Anteil von je 2 Prozent. Frankreich kann 7 Prozent verbuchen, Spanien 1 Prozent. Bei der Anzahl der Ausstellungen liegt mit 12 Prozent hinter den USA (21 Prozent) und vor Frankreich (10 Prozent).

 

Innerhalb Asiens sind die chinesischen Sammler die größte Gruppe. Zusammen mit Japan, Südkorea, Indien und Indonesien machen die asiatischen Sammler 23 Prozent des globalen Umsatzes. 42 Prozent machen die USA, die EU 33 Prozent.

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