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Asiatika Es kommen fast nur Chinesen zum Zuge

Asiatische Kunst bleibt das wichtigste Standbein für Nagel. Trotz der 9,4 Millionen Euro Umsatz sinken jedoch die Erlöse des Stuttgarter Auktionshauses. Seine chinesische Klientel ist zwar noch immer gierig, wird aber wählerischer. Viele haben inzwischen einen Wohnsitz in Europa. Vermutlich etabliert sich ein Zwischenhandel.
11.06.2015 - 14:10 Uhr Kommentieren
Der himmelblaue Tuschbecher aus der Kangxi-Periode (1662-1722) reizte einen chinesischen Porzellansammler zur Investition von 260.000 Euro (inkl. Aufgeld). Quelle: Nagel Auktionen
Erzielte das Vierfache seines Schätzpreises

Der himmelblaue Tuschbecher aus der Kangxi-Periode (1662-1722) reizte einen chinesischen Porzellansammler zur Investition von 260.000 Euro (inkl. Aufgeld).

(Foto: Nagel Auktionen)

Stuttgart Kunstliebhaber aus China und Hongkong sind nach wie vor zu großen Einsätzen bereit, wenn das richtige Objekt  zum Aufruf kommt. Diese Erfahrung lehrt erneut die Asiatika-Auktion vom 5. und 6. Juni 2015 bei Nagel in Stuttgart. Mehr als 15 Interessenten an den Telefonen und im Saal wollten den zornigen Gott Yamantanka mit dem Büffelkopf erwerben. Aber erst bei 700.000 Euro (alle Erlöse inkl. Aufgeld) wurde einem Neukunden aus Peking die auf 50.000 Euro taxierte, tibeto-chinesische Bronze zugeschlagen.

Die Bronze aus dem 15. Jahrhundert wurde das teuerste Kunstwerk der Auktion. Bei reizvollen Werken wie diesen war der asiatische, aber auch der Londoner Handel häufig dabei. Ein Händler aus Hongkong hatte das Nachsehen bei der zehnäugigen Gottheit Ushnishaviyaja. Die Bronze des 18. Jahrhunderts im Stil des Bildhauers Zanabasar sicherte sich für ca. 390.000 Euro ein chinesischer Liebhaber mongolischer Bronzen.

Anreize für Händler aus Taipeh

Bislang fanden buddhistische Holzskulpturen eher wenig Beachtung. Ein Grund, einen leicht verwitterten, hockenden Guanyin aus dem 13/14. Jahrhundert vorsichtig mit 10.000 Euro zu bewerten. Die Figur mit schöner Ausstrahlung und mit der hervorragender Provenienz Senta Wollheim aber reizte Händlern aus Taipeh, Hongkong und London. Für 160.000 Euro geht sie nach Taiwan.

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    Erwartungsgemäß konnte Nagel den Großteil des reichen Angebots an buddhistischen Bronzen bestens absetzen. Sowohl im vierstelligen als auch im fünfstelligen Taxenbereich erfuhren zahlreiche Lose Steigerungen um das Doppelte bis Vierfache.

    Milliardär sichert sich Pinselbecher

    Was für die Skulpturen gilt, trifft auch auf Porzellane zu. Mit der potentesten Händlerin Hongkongs und dem finanzstärksten Sammler der Inselstadt reihten sich zwei starke Mitbewerber für einen himmelblau glasierten, kaiserlichen Pinsel-Waschbecher (Taxe: 80.000 Euro) ein. Erst bei einem Einsatz von 265.000 Euro konnte der Hongkong-Milliardär das wohl proportionierte Gefäß übernehmen.

    Die agile Händlerin setze sich später mit 133.000 Euro bei einem Paar Schälchen des 18. Jahrhunderts mit klassischem Hühnerdekor durch. Fast immer kamen hier Chinesen zum Zug. Nur zwei Mal konnte sich ein deutscher Sammler durchsetzen. Für 100.000 Euro übernahm er beispielsweise eine seltene, mit 30.000 Euro bewertete türkisfarbenen Schale mit innseitigem Fledermausdekor aus der Zeit um 1700.

    Archaische Kultbronze
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