Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Astrophilatelie und NASA-Fotografie Ein Kapitel Menschheitsgeschichte unter dem Hammer

Briefe, die zum Mond flogen: Das Auktionshaus Christoph Gärtner versteigert eine riesige Philatelie-Sammlung zur Raumfahrtgeschichte. Ketterer bietet eine Kollektion NASA-Fotos an.
23.06.2021 - 10:24 Uhr Kommentieren
Die Mondumrundung des exklusiv gestalteten Briefcouverts zertifizierte der Astronaut James Lovell (Ausschnitt). Quelle: Auktionshaus Christoph Gärtner, Bietigheim-Bissingen
Geflogener Mondbrief aus der Sammlung Hopferwieser

Die Mondumrundung des exklusiv gestalteten Briefcouverts zertifizierte der Astronaut James Lovell (Ausschnitt).

(Foto: Auktionshaus Christoph Gärtner, Bietigheim-Bissingen)

Düsseldorf Für die Briefumschläge, die 1970 mit der Apollo 13-Mission ins Weltall geschossen wurden, war eigentlich eine Stippvisite auf dem Mond vorgesehen. Doch es kam anders, weil auf dem Hinflug ein Sauerstofftank explodierte und die Besatzung nur mit sehr viel Glück den zügig angetretenen Rückflug und die Landung im Pazifik überlebte. Mit ihnen aber auch die 50 exklusiv gestalteten Briefcover, die Astronaut James Lovell im Gepäck mitführte.

Später gelangte der von Lovell sorgfältig zertifizierte Brief Nr. 22 in die wohl weltbeste Astrophilatelie-Sammlung des Ingenieurs Walter Hopferwieser. Sie kommt nun im schwäbischen Auktionshaus Christoph Gärtner unter den Hammer.

Wer am 26. Juni erfolgreich auf Los Nr. 6 der Raritätenauktion bietet, könnte ein Museum eröffnen. Denn er bekommt laut Auktionator Gärtner „mit einem Schlag die ganze Raumfahrtgeschichte“: mehr als zehn „geflogene“ Apollo Mondbriefe, über 1000 Bände mit weit über 45.000 Briefen und Dokumenten, 50.000 Probedrucke, 35.000 Unterschriften, Autographen sowie spektakuläre Weltraum-Memorabilien amerikanischer, europäischer mit Schwerpunkt russischer und chinesischer Raumfahrtmissionen.

So eine Offerte wird es so wohl nicht mehr geben, da sie allein schon ca. 90 Prozent aller Unikate dieses Sammelgebietes beinhaltet. Gärtner, der sein Unternehmen bereits im Schulalter vor 37 Jahren gründete, spricht in seiner Begeisterung von einem „astrophilatelistischen Denkmal“.

In das Gesamtkonvolut sind die weltbesten Privatsammlungen eingegangen: die Kollektion Hopferwieser mit der von ihm erworbenen Sammlung des Raketenpioniers Friedrich Schmiedl, die Sammlung Ado Maier, Teile der Slawa Klotschko-Kollektion sowie zwei weitere anonyme Privatsammlungen. Kein Museum dieser Welt hat solche Bestände, schon gar nicht in diesem Umfang, auch nicht das weltweit führende National Air & Space Museum in Washington.

Das Farbfoto der hinter dem Mondhorizont aufgehenden Erde entstand im Dezember 1968 im Rahmen der Apollo 8-Mission. Erwartet werden 8000 Euro (Ausschnitt). Quelle: Ketterer Kunst
William Anders

Das Farbfoto der hinter dem Mondhorizont aufgehenden Erde entstand im Dezember 1968 im Rahmen der Apollo 8-Mission. Erwartet werden 8000 Euro (Ausschnitt).

(Foto: Ketterer Kunst)

Der Teil mit Pionier-Raketenpost aus der Sammlung von Schmiedl ist ebenfalls weitgehend komplett. 10.000 Raketenstarts unternahm der österreichische Naturwissenschaftler, der zur Finanzierung seiner Forschung auch „Raketenpostkarten“ verkaufte. Auf sein Konto geht auch die Entwicklung der ersten Nachtflugtauglichen Rakete mit Selbststeuerung.

Mit 2 Millionen Euro wird das Angebot nach Auffassung Gärtners zu einem „sehr zurückhaltenden Preis“ aufgerufen. So hat allein das Blatt, auf dem Neil Armstrong vor dem Rückflug der Apollo 11-Mission den Stempel zum Entwerten der mittransportierten Briefcouverts ausprobierte, einen sechsstelligen Wert. Die auf dem Sammlermarkt höchst begehrten sogenannten „geflogenen Mondbriefumschläge“ der Apollo 11-Mission rangieren zwischen 10.000 und 165.000 Dollar.

Bill Taub fotografierte den amerikanischen Astronauten, der am 7. Mai 1961 ungeduldig auf den verzögerten Start in den Weltraum wartet: „Why don’t you fix your little problem and light this candle?“ Quelle: Ketterer Kunst
Alan Shepard

Bill Taub fotografierte den amerikanischen Astronauten, der am 7. Mai 1961 ungeduldig auf den verzögerten Start in den Weltraum wartet: „Why don’t you fix your little problem and light this candle?“

(Foto: Ketterer Kunst)

Renommiert ist auch die Sammlung mit NASA-Fotografien, die das Münchner Auktionshaus Ketterer Kunst am 15. Juli in 277 Losen Online versteigern wird. Sie stammen aus der Sammlung des französischen Kurators Victor Martin-Malburet. Es ist nur rund ein Zehntel seiner Sammlung. Doch die Offerte deckt alle wichtigen NASA-Unternehmungen zwischen 1958 und 1972 ab, von der Mercury-Mission über die Gemini- bis zu den Mondlande-Missionen.

Alle Fotografien haben Original NASA-Stempel, Bildunterschriften und Identifikationsnummern. Geboten werden kann bereits seit 20. Juni. Etwa auf Buzz Aldrins berühmten „Footprint on the Moon“, geschätzt auf 5000 Euro. Oder auf ein Bild, das der Astronaut John Glenn 1962 bei einer der ersten Erdumrundungen machte. Er war der erste Mensch, der im All fotografierte, damals mit einer der ersten automatischen Kameras von Minolta (Taxe 4000 Euro).

„Schaut, was für ein Bild!“

Zu den höchst bewerteten Motiven gehört bereits jetzt die atemberaubende Farbaufnahme von der hinter dem Mondhorizont aufgehenden Erde, die William Anders im Dezember 1968 aus der Apollo 8 heraus fotografierte. Erwartet werden 8000 Euro. Elf Gebote wurden bis Redaktionsschluss bereits abgegeben, das letzte in Höhe von 1000 Euro. Dazu fällt ein Aufgeld von 32 Prozent an.

Die NASA hielt auch die persönlichen Kommentare der Astronauten fest. „Oh, mein Gott! Schaut, was für ein Bild!“, soll Anders beim Anblick des Heimatplaneten ausgerufen haben.

Mehr: Philatelie: Wie die Briefmarke ihr angestaubtes Image loswerden könnte

Startseite
Mehr zu: Astrophilatelie und NASA-Fotografie - Ein Kapitel Menschheitsgeschichte unter dem Hammer
0 Kommentare zu "Astrophilatelie und NASA-Fotografie: Ein Kapitel Menschheitsgeschichte unter dem Hammer"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%