Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Auktionen für Alte Kunst in London Kleine Kostbarkeiten verkaufen sich gut

Sammler konkurrieren um ein vielfältiges und konservativ geschätztes Angebot. Insbesondere Kleinodien und kunstgewerbliche Objekte lassen sich problemlos absetzen.
12.12.2019 - 18:41 Uhr Kommentieren
Die Hl. Clara rettet ein in Seenot geratenes Schiff. Das originelle „sakrale“ Seestück (Detail) malte der Künstler im 15. Jahrhundert mit Ölfarben auf Holz. Quelle: Christie's Images Ltd.
Giovanni di Paolo

Die Hl. Clara rettet ein in Seenot geratenes Schiff. Das originelle „sakrale“ Seestück (Detail) malte der Künstler im 15. Jahrhundert mit Ölfarben auf Holz.

(Foto: Christie's Images Ltd.)

London Die auch von Ausstellungen begleitete Auktionswoche mit alter Kunst in London zeigte eine Vielfältigkeit, die man sich vom Markt für zeitgenössische Kunst oft nur wünschen kann. Erfreulicherweise wurde dieses Angebot von Sammlern durchweg gut aufgenommen. Obwohl es im Vergleich zu den Vorjahren kleiner ausfiel und weniger Spitzenwerke bereit hielt, sorgten doch lebhafte Auktionen mit überwiegend guten Ergebnissen für Optimismus in einer Sparte, die angeblich schon lange im Sterben liegt.

Obwohl die Gesamtumsätze der Woche noch nicht vorliegen, kann man vermuten, dass Christie’s besser als Sotheby’s dastehen wird. In der Abendauktion Alter Meister spielten 86 Prozent verkaufter Lose 24 Millionen Pfund ein, eine der besten Auktionen in den letzten Jahren. Die oftmals konservativen Schätzungen zahlten sich hier aus. Sie wurden vom Markt dankbar aufgenommen und oftmals nach oben korrigiert.

Bei Auktion nur 14 Millionen Pfund eingespielt

Sotheby’s verkaufte nur 76,9 Prozent der Lose und spielte bei einer insgesamt kleineren Auktion nur 14 Millionen Pfund ein. Das Haus ist weiterhin durch die Übernahme Patrick Drahis in instabilem Zustand, weil immer noch Umstrukturierungen durchgeführt werden. Da werden Unsicherheiten bei Einlieferern und Sammlern sicher noch eine Weile zu spüren sein.

Gerade Kleinodien und Kabinettbilder verkauften sich diese Woche gut. Christie’s nahm zum ersten Mal in London auch Skulpturen in die Abendauktion Alter Meister auf und verkaufte ein goldenes Kruzifix von Gasparo Mola, dem Goldschmied der Medici. Das Objekt aus dem 17. Jahrhundert erzielte 671.000 Pfund bei einer Schätzung von 200.000 bis 300.000 Pfund.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die Aufnahme des Kunstgewerbes in die Gemäldeauktion zahlte sich definitiv aus. Das Interesse an Objekten wurde auch durch die Einzelauktion von frühem englischem Silber aus der Sammlung von David Little geweckt. Silberobjekte aus der Zeit vor der Reformation sind in England unglaublich selten zu finden. Ein Silberbecher von 1589, ehemals aus der Sammlung von J.P. Morgan, erzielte mit 225.000 Pfund den Höchstpreis. Geschätzt wurde er auf 180.000 bis 220.000 Pfund.

    Ca. 1616 entstand die Darstellung der
    Antonio de Bellis

    Ca. 1616 entstand die Darstellung der "Hl Katharina von Alexandria" (Detail). Die Art wie sie gekleidet und in Szene gesetzt ist, hat etwas mit ihrer königlichen Abstammung zu tun.

    (Foto: Sotheby's London)

    Bei Sotheby’s kam der letzte Teil der Versteigerung von Miniaturen der Wella Erbin Dr. Erika Pohl-Ströher zum Aufruf. Die insgesamt 177 Objekte spielten ebenfalls zum Teil ausgezeichnete Ergebnisse ein. Das Porträt einer englischen Dame aus dem 17 Jahrhundert, geschätzt auf durchschnittliche 2.500 bis 3.500 Pfund, ließ sich für einen Rekordpreis von 40.000 Pfund verkaufen. In die USA und einige andere Länder dürfen allerdings solche Porträts, die auf Elfenbein gemalt wurden, seit den neuesten Gesetzesänderungen nicht mehr eingeführt werden. Dem Interesse scheinen diese neuen Verkaufsbedingungen nicht geschadet zu haben.

    Aber auch bei den Abendauktionen mit Gemälden hatten es die kleinen Formate in sich. Sotheby’s konnte Nicolas Poussins kleinformatiges Kabinettbild (30 x 23 cm) der Taufe Christi anbieten, an dem dieser drei Jahre lang arbeitete. Die dramatische Komposition mit intensiver Figurengestaltung spielte bei einer Schätzung von 1,5 bis 2 Millionen Pfund 1,8 Millionen Pfund ein. Das Künstlerporträt, das Anthonis Mor von dem Bildhauer und Medailleur Jacopo da Trezzo schuf, wurde mit 1,9 Millionen Pfund zur teuersten Arbeit bei Sotheby’s. Die Schätzung belief sich auf 300.000 bis 500.000 Pfund.

    US-Bieter sticht Konkurrenten aus

    Bei Christie’s waren es vor allem Arbeiten aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die für Erfolge sorgten. Zwei Arbeiten des Sienesers Giovanni di Paolo wurden heftig umkämpft, was an der ungewöhnlichen Motivik sowie der Provenienz beider Bilder lag. Sie stammten aus der Harry Fuld Sammlung aus Frankfurt, deren verschiedene Stränge unter den Nationalsozialisten konfisziert und zwangsversteigert wurden.

    Diese Tafeln wurden nun von der Gemäldegalerie in Berlin restituiert. Das Interesse im Saal, online und an den Telefonen war groß. Die jeweils nur 20 x 30 cm großen, 1455 gemalten Predellentafeln stellen Szenen aus dem Leben der heiligen Klara von Assisi dar. Die eine verkaufte sich bei einer Taxe von 1,5 bis 2 Millionen Pfund für 5,3 Millionen, die andere für 3,6 Millionen Pfund. Geschätzt waren sie auf 600.000 bis 800.000 Pfund. Beide Tafeln wurden von Jennifer Wright von Christie’s New York für einen wohl amerikanischen Kunden ersteigert, der alle anderen Interessenten ausbootete.

    Das Stillleben einer Wan-Li-Vase mit Blumen, Schnecke und Muscheln erzielte 1,57 Millionen Pfund (Detail). Offenbar war mehr erwartet worden, da sich die obere Taxe auf 2,5 Millionen belief. Quelle: Christie's Images Ltd. 2019
    Ambrosius Bosschaert d. Ä.

    Das Stillleben einer Wan-Li-Vase mit Blumen, Schnecke und Muscheln erzielte 1,57 Millionen Pfund (Detail). Offenbar war mehr erwartet worden, da sich die obere Taxe auf 2,5 Millionen belief.

    (Foto: Christie's Images Ltd. 2019)

    Ähnlich heftig wurden die sechs einzeln angebotenen Zeichnungen der Lebensgeschichte des Puchinello von Giovanni Domenico Tiepolo umkämpft. Sie waren ursprünglich Teil einer Serie von 104 humoristischen Darstellungen. Nun kamen diese sechs mit Schätzungen von 200.000 bis 600.000 Pfund einzeln auf den Markt und erzielten zwischen 400.000 und 1 Million Pfund.

    Drei Tiepolo-Arbeiten gingen an einen Sammler und eine wurde von dem Londoner Händler Stephen Ongpin ersteigert. „Zeichnungen der Punchinello Serie stehen nur selten zum Verkauf. Sie werden allgemein als die besten Arbeiten Tiepolos eingestuft“, erklärte Ongpin auf Nachfrage. „Diese sechs Zeichnungen sind in ausgezeichnetem Zustand und befanden sich seit 1936 in der gleichen Sammlung.“

    Mehr Onlinegebote aus Asien

    Neben dem Erfolg der Kleinformate gab es bei beiden Auktionen mehr Onlinegebote. Auffällig war auch asiatisches Interesse. Nicht überraschend ist es dabei, dass wie immer Provenienz und Marktfrische mehr als alles andere zählt.

    Streiten kann man sich wie immer um Zuschreibungen. Sotheby’s brachte eine bei Rubens 1636 vom spanischen König in Auftrag gegebene Jagdszene der Diana zum Aufruf, stufte diese allerdings als Werkstatt Rubens ein, da man die Hand des Meisters nicht sicher sehen könne. Das Haus schätzte die dramatische barocke Jagdszene moderat auf 300.000 bis 500.000 Pfund ein. Möglicherweise ist die Zuschreibung hier noch nicht endgültig. Darauf deutet das Ergebnis von 1,7 Millionen Pfund hin.

    Mehr: Sakrale Skulpturen machen wilde Preissprünge: Lesen Sie hier, wie die Auktionen für Alte Kunst bei Lempertz gelaufen sind.

    Startseite
    Mehr zu: Auktionen für Alte Kunst in London - Kleine Kostbarkeiten verkaufen sich gut
    0 Kommentare zu "Auktionen für Alte Kunst in London: Kleine Kostbarkeiten verkaufen sich gut"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%