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Auktionen in New York Erlöse von Sotheby's liegen im Rahmen der Erwartung

Sotheby’s nimmt 283,9 Millionen Dollar für Kunst und Design des 20. und 21. Jahrhunderts ein. Proteste verhindern die Auktion dreier Werke aus einem Museum.
29.10.2020 - 16:29 Uhr Kommentieren
Die drei Alfa Romeos aus den Jahren 1953 bis 1955 verdanken ihre futuristische Stromlinienform dem Flugzeugingenieur Franco Scaglione. Sie erzielten 15,5 Millionen Dollar. Quelle: Ron Kimball © 2020 RM Sothebys
Alfa Romeo B.A.T. Concept Cars 5,7 und 9

Die drei Alfa Romeos aus den Jahren 1953 bis 1955 verdanken ihre futuristische Stromlinienform dem Flugzeugingenieur Franco Scaglione. Sie erzielten 15,5 Millionen Dollar.

(Foto: Ron Kimball © 2020 RM Sothebys)

New York Seit Anfang Oktober ist der Chor empörter Stimmen stetig lauter geworden. Anlass: Das Baltimore Museum of Art hatte angekündigt, drei kapitale Werke zu veräußern. Das Ziel: die Gründung einer mit erhofften 65 Millionen Dollar überaus großzügig dotierten „Stiftung für die Zukunft“.

Das Liniengemälde Brice Mardens und Clyfford Stills Werk „1957-G“ sollten als zwei Highlights in Sotheby’s New Yorker Auktion am Mittwochabend mindestens 22 Millionen Dollar einbringen. Andy Warhols „Last Supper“ aus dem Jahr 1986 sollte zu geschätzten 40 Millionen Dollar im Privatverkauf die Hände wechseln. Dem landesweiten Protest schlossen sich zuletzt zwei ehemalige Mitglieder des Museumsvorstands an. Sie zogen versprochene Spenden ans Museum in Baltimore in Höhe von 50 Millionen Dollar wieder zurück.

Das zeigte Wirkung: Kurz vor der Auktion gab das Museum nach einer Beratung mit der Association of Art Museum Directors (AAMD) bekannt, die Verkaufspläne erst einmal auf Eis zu legen. Um weitgehend privat finanzierten Museen ein Überleben in der Pandemie zu ermöglichen, hatte der Verband im April eine auf zwei Jahre befristete vorübergehende Lockerung der strikten Vorschriften gegen Bestandsverkäufe erlaubt. Das löste eine Welle von Veräußerungen aus.

Nun rudert AAMD-Direktor Brent Benjamin zurück: „Kunstsammlungen sollten nicht monetarisiert werden, außer unter sehr limitierten Umständen.“ Zwei weitere Museen nutzten dagegen Sotheby’s außerplanmäßig angesetzte New Yorker Abendauktionen von Impressionisten, Moderne und Zeitgenossen am 28. Oktober erfolgreich.

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    Allein sieben vom Brooklyn Museum of Art freigesetzte Kunstwerke spielten hohe 20,8 Millionen Dollar ein. Die Schätzung hatte bei 12,6 Millionen gelegen. Die Einnahme soll dem Unterhalt der Sammlung dienen.

    Der 1949 entworfene Esstisch hielt Sammler über zehn Minuten lang in Atem, bis der Hammer bei 6,2 Millionen Dollar fiel. Ein neuer Rekord für italienisches Design. Quelle: Sotheby's New York
    Carlo Mollino

    Der 1949 entworfene Esstisch hielt Sammler über zehn Minuten lang in Atem, bis der Hammer bei 6,2 Millionen Dollar fiel. Ein neuer Rekord für italienisches Design.

    (Foto: Sotheby's New York)

    Vor allem der verblüffende Esstisch des Architekten und Designers Carlo Mollino von 1949, dessen Gestell an eine Wirbelsäule erinnert, hielt Sammler über zehn Minuten lang in Atem. Mollinos exzentrische Möbel erzielen stets hohe Preise, aber am Mittwoch fiel der Hammer erst bei 6,2 Millionen Dollar – ein neuer Rekord für italienisches Design. 

    Ein besonderer Hingucker waren natürlich drei spektakuläre Alfa Romeo B.A.T. Concept Cars 5,7 und 9 aus den Jahren 1953 bis 1955. Ihre Stromlinienform verdanken sie dem Flugzeugingenieur Franco Scaglione. Gemeinsam ließ sie der amerikanische Einlieferer für mindestens 14 Millionen Dollar offerieren. Doch bei mäßigem Interesse fiel der Hammer bereits bei 15,5 Millionen Dollar inklusive Aufgeld. 

    Legendäre Malerinnen etablieren ihr Preisniveau

    Claude Monets stimmungsvolles Gemälde einer Flusslandschaft „Les îles à Port-Villez“ von 1897 hingegen sah als einziges Angebot des klassischen Impressionismus heftigen Wettbewerb. Ein asiatischer Telefonbieter wurde bei 4,6 Millionen Dollar von einem Onlinebieter geschlagen.

    Das Palm Springs Art Museum veräußerte Helen Frankenthalers über fünf Meter langes Riesenformat „Carousel“ in glühenden Rot- und Violetttönen aus den besonders geschätzten 1970er-Jahren. Nach siebenminütigem Ringen wurde auch hier bei 4,7 Millionen Dollar die höchste Erwartung übertroffen. „Heute Abend setzten wir die verdiente Rekalibrierung des Markts für legendäre Malerinnen der Nachkriegszeit fort“, kommentierte David Galperin von Sotheby's. Dazu gehörte auch Lee Krasners orangefarbenes Bild „Camouflage“ von 1963, das sich zu 3,8 Millionen Dollar verkaufte.

    Wieder wurde die insgesamt vierstündige Verteilung per Livestream aus London übertragen, mit aus Hongkong und New York zugeschalteten Kollegen. Gewohnt konzentriert und routiniert dirigierte Oliver Barker, Chairman Europe, seine Screens. Fast eine Million Zuschauer hat laut Sotheby’s das Geschehen verfolgt. Insgesamt spielten 75 verkaufte Lose 283,9 Millionen Dollar ein. Die Contemporary Art erlöste 142,8 Millionen Dollar, Impressionisten und Moderne Kunst 141,1 Millionen Dollar.

    Fünf Lose spielten über zehn Millionen Dollar ein, davon nur eines aus der Contemporary Art. Bis auf Ausnahmen blieben Bietfeuerwerke aus, die meisten Zuschläge bewegten sich im Rahmen der Erwartungen.

    Hohe Verkaufsraten

    Bemerkenswert sind die hohen Zuschlagsraten des Abends: Nur zwei Werke endeten auf der Rückgangsliste. Leider war auch das Toplos des Abends, Mark Rothkos düsteres Farbspiel „Black on Maroon“ dabei, das mindestens 25 Millionen Dollar einspielen sollte. Das handliche Format, an dem Sotheby’s laut Katalogsymbol eine Beteiligung hält, erzielte beim letzten Auktionsauftritt im Mai 2013 noch 27 Millionen Dollar brutto.

    Das späte Blumenbild avancierte mit 16,3 Millionen Dollar zum zweitteuersten Werk der Session. Es blieb im Rahmen der Schätzung. Quelle: Sotheby's
    Vincent van Gogh "Fleur dans un verre"

    Das späte Blumenbild avancierte mit 16,3 Millionen Dollar zum zweitteuersten Werk der Session. Es blieb im Rahmen der Schätzung.

    (Foto: Sotheby's)

    Heftig gerungen wurde aber um zwei späte dreidimensionale Werke Jean-Michel Basquiats mit den Schriftzügen „Jazz“ und „Black“. Eingeliefert hatte sie der Nachlass von Basquiats im August verstorbenem frühen Förderer, dem Pariser Händler Enrico Navarra. Jeweils auf vier bis sechs Millionen Dollar geschätzt, sprang „Jazz“ auf 8,1 Millionen Dollar. Hier konnte Amy Cappellazzo, Chairman Fine Art Division, zugreifen und bemühte sich auch gleich noch, aber leider erfolglos um „Black“. Das Werk wurde bei 6,9 Millionen Dollar einer Kollegin zugewiesen.

    Für Impressionisten & Moderne lief der Abend besonders erfolgreich. Alle 36 Lose wurden verkauft. Alberto Giacomettis Skulptur „Femme Leoni“ erzielte mit 25,9 Millionen Dollar den höchsten Preis des Abends. Zweitteuerstes Werk wurde Vincent van Goghs spätes Blumenbild. Bei 16,3 Millionen Dollar wurde es dem einzigen Interessenten zugewiesen. René Magritte erfährt gerade eine Neubewertung. „L’Ovation“, ehemals in der Sammlung de Menil in Houston, konnte die Taxe bei 14 Millionen Dollar bestätigen.

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