Auktionshaus Lempertz Sammler reißen sich um edles Porzellan

Bieter aus der ganzen Welt stritten sich um die Stücke aus der legendären Porzellansammlung von Richard Baron Cohen. Mehr als zwei Millionen Euro kamen dabei zusammen.
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Vase mit dem Bild der Schlacht von Vitoria (170 000 Euro netto). Quelle: Lempertz
Top-Los aus der Sammlung Baron Cohens

Vase mit dem Bild der Schlacht von Vitoria (170 000 Euro netto).

(Foto: Lempertz)

BerlinEs war die beste Berliner Auktion des Traditionshauses Lempertz und ein Triumph für Porzellane der KPM Berlin. Die sogenannte „Twinight Collection“ mit Goldglanz auftrumpfender Porzellane hatte der New Yorker Unternehmer Richard Baron Cohen in 30 Jahren zusammengetragen. Jetzt lockten 155 Lose der Manufakturen Berlin, Wien und Sèvres Bieter aus aller Welt an, darunter aus Paris, Wien, Taiwan, Japan und Russland. Telefone und Internet waren nahezu pausenlos im Einsatz.

Cohen hatte stets zu Höchstpreisen auf internationalen Auktionen eingekauft, seltener im Handel. Das teuerste Los der Auktion, eine um 1838 als Geschenk für den Bayerischen Kronprinzen Maximilian entworfene KPM-Vase mit acht Ansichten von Berlin, erwarb er 1998 bei dem Berliner Händler Ulrich Gronert, nachdem sie zwei Jahre zuvor im Heidelberger Auktionshaus Metz 96.000 D-Mark eingespielt hatte. Nun wurde sie für 220.000 Euro zugeschlagen (Hammerpreise ohne 25-prozentiges Aufgeld).

Goldstrotzende Prunkvase

Für netto 170.000 Euro ersteigerte ein Londoner Privatsammler eine um 1817 entstandene Prunkvase der KPM mit Darstellung der vom Duke of Wellington befehligten Schlacht von Vitoria. 2014 hatte sie bei Christie’s 146.500 Pfund (damals 180.000 Euro) erzielt. Für 100.000 Euro wurde einem deutschen Privatsammler ein KPM-Service mit Minimosaik-Dekor für netto 100.000 Euro zugeschlagen. Dieser Preis übertrumpft die umgerechnet 48.600 Euro, für die das goldstrotzende Ensemble 2011 bei Christie’s versteigert worden war.

Elektrisierend waren die Bietgefechte um drei Porzellanbilder mit Innenansichten des Berliner Schlosses, die, bis maximal 50.000 Euro taxiert, für 65.000, 70.000 und 115.000 Euro zugeschlagen wurden. Diesen höchsten Betrag setzte ein deutscher Sammler für das von A. T. Kjellberg gemalte Interieur des Rittersaals ein, das 1993 auf der Berliner Orangerie-Messe mit 62.500 D-Mark beziffert worden war.

Schon das erste Los der Auktion, zwei um 1800 mit den Porträts des jungen preußischen Königspaars dekorierte Deckeltassen der KPM, schoss vielversprechend von 6.000 auf 40.000 Euro. Im letzten Teil der Auktion erwarb ein russischer Sammler für netto 40.000 Euro eine Kratervase mit umlaufender Darstellung der preußischen Infanterie von 1836.

Dazwischen gab es noch zahllose animierende Gebote für Teller mit botanischen Motiven und Minimosaik-Dekor, Tassen und Kratervasen. Nach drei Stunden waren brutto 2,45 Millionen Euro eingenommen.

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