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Auktionshaus Sotheby's Aktionäre klagen gegen Übernahme

Zwei Aktionäre haben ihre Zustimmung zum Verkauf von Sotheby's an Patrick Drahis Unternehmen Bidfair verweigert.
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Der neue Chef des Auktionshauses Sotheby's. Quelle: Getty Images; Per-Anders Pettersson
Patrick Drahi

Der neue Chef des Auktionshauses Sotheby's.

(Foto: Getty Images; Per-Anders Pettersson)

New York Noch ist die Übernahme des börsennotierten Versteigerers Sotheby’s durch Bidfair USA, ein Unternehmen des französisch-israelischen Geschäftsmanns Patrick Drahi, nicht unter Dach und Fach. Das letzte Wort werden die Aktionäre haben, die in einer – zeitlich bisher noch nicht anberaumten – Sonderversammlung abstimmen werden. In der vergangenen Woche versuchten zwei Anteilseigner erst einmal, durch separate Klagen beim zuständigen New Yorker Gericht die geplante Übernahme in private Hände auszubremsen.

Die Kläger, Shiva Stein und Eli Goffmna, reagierten auf Sotheby’s pflichtgemäße Einreichung der Aktionärsinformation (Proxy Statement) bei der Securities and Exchange Commission (SEC) am 12. Juli, in der um die Zustimmung zum Verkauf an Bidfair geworben wird.

Drahi hatte am 16. Juni 3,7 Milliarden Dollar zum Aktienpreis von 57 Dollar geboten; die lagen um 61 Prozent über dem Tageswert (14. Juni 2019) und in der Nähe des Allzeithochs. 

Kläger fordern Schadensersatz

Laut Klageschriften liefere die Aktionärsinformation „unvollständige und irreführende Informationen“ über das Zustandekommen des Mergers (Transaktion). Nicht veröffentlicht sei etwa die darin häufig erwähnte Fünf-Jahres-Prognose, die von der internationalen Investmentbank Liontree im Auftrag von Sotheby’s erstellt wurde. Die Kläger fordern Schadensersatz.

Sotheby’s gibt sich aber gelassen: „Die Mehrzahl öffentlicher Merger über 100 Millionen Dollar muss auf Aktionärsklagen reagieren, sie werden erwartet und sind routinemäßig. Wir erwarten nicht, dass sie irgendeinen Einfluss auf den für das vierte Quartal anvisierten Merger haben werden“, gab ein Pressesprecher zur Auskunft. 

Shiva Stein wird in einem Artikel auf „Artnet News“ als eine Art „Berufskläger“ zitiert, der in der Vergangenheit bereits andere Vorstände, darunter auch bei Nike und Goldman, unter Druck setzte. Das US-Rechtssystem verlässt sich auf die Initiative und das Gewinnstreben opportunistischer Kläger, die damit den Aufsichtsbehörden auch die Arbeit erleichtern.

Aber das umfangreiche „Proxy Statement“ liefert gute Einblicke in das Zustandekommen des Verkaufspreises. Seit November 2017 hatten insgesamt neun – hier nur durch Buchstaben A bis I identifizierte – private in- und ausländische Investoren oder Anlegergruppen Interesse am Versteigerer gezeigt. Hin und wieder dachte Sotheby’s Vorstand sogar über eine öffentliche Auktion des Hauses nach, alles natürlich unter größter Geheimhaltung. 

CEO Tad Smith signalisierte am 27. Februar dieses Jahres seine Zustimmung zum Verkauf, sollten 55 bis 60 Dollar pro Aktie gezahlt werden. Der damalige Tageskurs belief sich auf 40,85 Dollar. Drahis ursprüngliche Offerte konnte im Juni schließlich auf 57 Dollar pro Aktie hochverhandelt werden. Drahi verzichtete auch auf eine Due-Diligence-Prüfung.

Mehr: Patrick Drahi nimmt Verkaufshaus Sotheby's von der Börse. Lesen Sie hier über Hintergründe und erste Maßnahmen.

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