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Ausblick 2020: Kunst Diese Ausstellungen lohnen in diesem Jahr einen Besuch

Vier internationale Museen feiern den Renaissance-Maler Raffael zu seinem 500. Todestag. Andere erinnern an Geschichtenerzähler mit Pinsel, Spritzpistole und Kamera.
02.01.2020 - 17:15 Uhr Kommentieren
Das Ölbild „Madonna mit Kind und Johannesknaben“ entstand um 1509/10 und wird „Garvagh Madonna“ genannt, da das Werk lange Zeit im Besitz von Lord and Lady Garvagh war (Ausschnitt). Quelle: The National Gallery, London
Raffael

Das Ölbild „Madonna mit Kind und Johannesknaben“ entstand um 1509/10 und wird „Garvagh Madonna“ genannt, da das Werk lange Zeit im Besitz von Lord and Lady Garvagh war (Ausschnitt).

(Foto: The National Gallery, London)

Düsseldorf Den Renaissancemaler aus Urbino, der eigentlich Raffaello Santi heißt, muss nicht wiederentdeckt werden, denn er war nie wirklich vergessen. „Die heilige Katharina von Alexandrien“ oder die unzählige Male kopierte „Madonna della Seggiola“ wurden auch schon unmittelbar nach seinem frühen Tod im Jahre 1520 als Inkarnation der reinen Schönheit empfunden. Die transzendente Sanftmut der Gesichter, die vollendete Harmonie der Figuren und die ausgewogene Balance der Farben besitzen eine Wirkungsmacht jenseits von Zeit und Ort.

Raffael, zu dessen Konkurrenten Leonardo da Vinci und Michelangelo gehörten, galt als der Einzige, der das Göttliche und das Menschliche zugleich erfassen kann. Selbst Päpste engagierten ihn. Heute gehören seine Bilder zum Weltkulturerbe.

Der 500. Todestag ist daher vielen Museen Anlass, die heutige Bedeutung des Raffael’schen Kosmos zu diskutieren. Die facettenreichste und höchstkarätige Schau bereitet die National Gallery in London vor. Ihr Konzept zielt darauf, Raffael als einen „Giganten der Renaissance“ vorzustellen: als Maler, Zeichner, Architekten, Poeten, Archäologen und Entwerfer für das Kunstgewerbe. Im Zentrum aber steht die Malerei.

Um 1506/07 entstand das Ölbild „Madonna mit den Nelken“, auch „La Madonna dei Garofani“ genannt. Das Bild aus der Londoner National Gallery ist nun in Berlin zu sehen. Quelle: The National Gallery, London
Raffael

Um 1506/07 entstand das Ölbild „Madonna mit den Nelken“, auch „La Madonna dei Garofani“ genannt. Das Bild aus der Londoner National Gallery ist nun in Berlin zu sehen.

(Foto: The National Gallery, London)

Die Londoner Sammlung ist reich an Raffael-Gemälden, besitzt jedoch nicht alle Glanzpunkte dieses Œuvres. Die legendäre „Madonna im Grünen“ etwa, die Raffael als 23-Jähriger 1506 während seiner Florentiner Zeit schuf, kommt aus Wien. Die „Madonna Terranuova“ leiht die Gemäldegalerie Berlin. Im Gegenzug erhielten die Berliner schon jetzt die „Madonna mit den Nelken“, die die National Gallery 2004 unter Nutzung des Vorzugskaufrechts bei national wertvollem Kulturgut für 22 Millionen britische Pfund erwarb. An der Spree ergänzt sie derzeit eine kleine Kabinettausstellung, die einen konzentrierten Blick auf Raffaels Frühwerk ermöglicht.

Dresden und Raffael ist ein anderes Kapitel. Die beiden kleinen Engel der „Sixtinischen Madonna“, die sich verträumt-kess über den Bildrand lehnen, sind mittlerweile so populär wie Mona Lisa und Mickey Mouse und ein entsprechender Merchandising-Erfolg.

Die „Sistina“ ist seit jeher der stärkste Besuchermagnet bei den Alten Meistern. Selten zu sehen dagegen ist die sechsteilige Serie von Bildteppichen nach Vorlagen Raffaels. Ursprünglich für die Räume des Vatikans entworfen und angefertigt, gelangten die Vorlagenkartons im 17. Jahrhundert in die Hände des damaligen Prince of Wales und wurden fortan in der Manufaktur von Mortlake gewebt. Unter dem Motto „Die Macht der Bilder“ kombiniert die Dresdner Ausstellung sie mit Zeichnungen aus dem Louvre in Paris und aus der Wiener Albertina.

Die Kohlezeichnung „Kopf eines Cherubs“ (Ausschnitt). Quelle: Christoph Irrgang/© Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett /
Raffael

Die Kohlezeichnung „Kopf eines Cherubs“ (Ausschnitt).

(Foto: Christoph Irrgang/© Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett / )

Die Hamburger Kunsthalle schließlich untersucht anhand von Zeichnungen und Grafiken die unmittelbare mediale Kraft seiner Bildfindungen, die bis heute reproduziert werden.

Termine: „The Credit Suisse Exhibition – Raphael“. National Gallery, London, 3. Oktober 2020 bis 24. Januar 2021

„Raffael in Berlin. Die Madonnen der Gemäldegalerie“, Gemäldegalerie, Berlin, bis 26. April

„Raffael – Macht der Bilder“, Zwinger Dresden, 3. April bis 19. Juli 2020

„Raffael“. Kunsthalle Hamburg, 21. Mai bis 19. Juli 2020

Geschichtenerzähler mit der Kamera
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