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Bassenge Feuerwerk von Geboten

Bassenge, der Spezialist für alte Graphik, zieht auch Freunde der Kunst des 20. Jahrhunderts an.
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Emil Nolde: Das leuchtende „Bildnis einer blonden Dame im Halbprofil“ aus dem Jahr 1930 wurde für 75.000 Euro zugeschlagen. Mit Aufgeld sind das 91.000 Euro. Quelle: Galerie Bassenge

Emil Nolde: Das leuchtende „Bildnis einer blonden Dame im Halbprofil“ aus dem Jahr 1930 wurde für 75.000 Euro zugeschlagen. Mit Aufgeld sind das 91.000 Euro.

Quelle: Galerie Bassenge

BerlinMit einem Gesamtumsatz von rund sieben Millionen Euro zeigen die Herbstauktionen der Berliner Galerie Bassenge stabiles Wachstum, an dem die Kunstauktionen mit 4,8 Millionen den Riesenanteil haben. Basis des kontinuierlichen Erfolges bildet nach wie vor die alte Graphik, doch diesmal weckte auch die Moderne ein wahres Feuerwerk von Geboten im überfüllten Saal.

Bei manchen Losen waren zehn bis zwölf Telefone im Einsatz. Das gilt besonders für Alberto Giacomettis 66-seitiges Skizzenbuch im Format 14 mal neun Zentimeter aus Schweizer Privatbesitz mit Landschaften und Porträts. Gegen elf Mitinteressenten setzte sich die Pariser Fondation Alberto Giacometti beim Hammerschlag von 60.000 Euro (Taxe 12.000) durch.

Bei Gerhard Richters nächtlicher Ansicht des Stahlwerks Rheinhausen aus dem Jahr 1962 waren neun Bieter im Einsatz. Das Gemälde, das der Künstler nicht ins Werkverzeichnis aufnimmt, weil es ein „Richter vor Richter“ ist - fiel für 340.000 Euro netto an einen belgischen Privatsammler. Einem rheinischen Sammler wurde Andy Warhols signalfarbige „Marilyn“-Serigraphie bei 75.000 Euro zugeschlagen. Denselben Preis erlöste Emil Noldes Aquarellporträt einer feschen Blondine mit Kurzhaarschnitt (Hamburg privat). Gegen acht Bieter war ein britischer Privatsammler der Gewinner bei Edvard Munchs Kaltnadelradierung „Zwei Menschen. Die Einsamen“, die statt der geschätzten 20.000 Euro 33.000 Euro einspielte.

Bronzen hatten einen besonders guten Tag. Nicht nur verkauften sich die treudeutschen Frauenakte von Fritz Klimsch lückenlos (an der Spitze mit 20 000 Euro die frühen „Tänzerinnen“). Auch Georg Kolbes „Sitzende“ (1926) fand bei 30.000 Euro einen Käufer, Georg Minnes Kleinskulptur „L'Adolescent I“ wanderte gegen neun Bieter für 18.000 Euro (Taxe 3500) nach Istanbul, ein Zeichen wachsender Marktglobalisierung. Ein Rüsselsheimer Sammler bot Emy Roeders Messingbronze „Stute und Fohlen“ (1919) von 15.000 auf 78.000 Euro hoch.

Das Gemäldeangebot reizte die Sammler weniger als sonst. Dafür gab es bei den Zeichnungen lebhafte Gebote. An der Spitze der Zuschlagsskala stehen ein kleines „Ecce Homo“ des Manieristen Bartholomäus Spranger mit 68.000 Euro, das gegen vier Mitbewerber einen Käufer aus San Diego ging, eine großformatige „Meeresbrandung“ von Eugen Dücker (für 24.000 Euro an einen Käufer aus der Ukraine) und eine 1842 datierte Agrigent-Vedute von Alexander Hermann, die bei 20.000 Euro nach Los Angeles wanderte.

Erstaunlich hohe Gebote
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