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Bauhaus-Künstler Josef Albers Ein Leben für das Quadrat

Am Anfang machte Josef Albers Bilder aus zerschlagenen Flaschen. Dann fand er in farbig abgestuften Quadraten sein Lebensthema.
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Das 1945 in Öl auf Masonit gemalte Bild stammt aus dem Museum Quadrat in Bottrop. Quelle: The Josef and Anni Albers Foundation; Foto: Werner J. Hannappel; VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Josef Albers „Kinetic VIb“

Das 1945 in Öl auf Masonit gemalte Bild stammt aus dem Museum Quadrat in Bottrop.

(Foto: The Josef and Anni Albers Foundation; Foto: Werner J. Hannappel; VG Bild-Kunst, Bonn 2018)

EssenKein anderes Werk ist so eng mit dem Namen Josef Albers verknüpft wie die Serie „Hommage to the Square“. Der Künstler wurde 1888 in Bottrop geboren, entwickelte sich am Bauhaus vom Schüler zum Meister und wurde nach 1933, als die Nazis das Bauhaus geschlossen hatten, als Einwanderer in den USA einer der wichtigsten Lehrer und Impulsgeber.

In 26 Jahren spachtelte Albers für seine Verneigung vor dem Quadrat rund 2.200 Varianten. Immer handelt es sich um ineinander gesetzte Quadrate in Tonabstufungen, mal drei, mal vier Farben. Stets sitzen sie nicht in der Mitte der Hartfaserplatte, sondern sind nach unten verschoben.

„Josef Albers wollte Farbe denken und ihr Gewicht erkunden“, sagt Heinz Liesbrock, Direktor des Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop. Er hat die vorzügliche Retrospektive gemeinsam mit Ulrike Growe in der Villa Hügel in Essen eingerichtet (bis 7. Oktober).

170 Arbeiten geben Einblick in Albers’ künstlerische Entwicklung und Sammelleidenschaft. Denn auch die präkolumbischen Skulpturen, die er und seine Frau, die Künstlerin Anni Albers (Print, Seite 64), auf vielen Reisen durch Mexiko und Kuba sammelten, werden in „Josef Albers. Interaction“ im ehemaligen Familiensitz der Krupps gezeigt.

„Alles, was ich besaß, war ein Rucksack und ein Hammer“, zitiert die Schau den jungen Josef Albers. Den Werkstoff für seine Kunst fand er zunächst auf Müllhalden. Die dort aufgelesenen Flaschen zerschlug er, um daraus Bilder zu machen. Hier löst sich der Künstler aus den gegenständlichen Bildwelten. Albers hat in Bottrop Kirchenfenster gestaltet und war später am Bauhaus Werkmeister für Glas.

Seiner Lehrtätigkeit am Black Mountain College spürt die Ausstellung nach, aber auch seinem spirituell-transzendenten Werk und der Resonanz unter den amerikanischen Künstlern. Dem quadratischen Hauptwerk begegnet der Besucher in vielfältigen Beispielen und Größen. Dabei erkundet Albers Farbwerte, Wechselwirkungen und Energien. Durch die Reduktion lehrt jedes Bild den Blick auf Farbauftrag und Interaktion der Farbtöne.

Während im Privatverkauf für ein Quadrat schon bis zu drei Millionen Dollar bezahlt worden sein sollen, liegen die Auktionshöchstpreise darunter. 2012 umspielten sie die Marke von zwei Millionen Dollar, meistens lagen die Preise tiefer. Wer sucht, findet ein Square noch im sechsstelligen Bereich in Galerien und auch bei David Zwirner, der den unikaten Nachlass vertritt. Am beliebtesten sind Rot- und Gelbtöne.

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