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Biennale für Alte Kunst Digitale Modernisierung bleibt Stückwerk

Die einst angesehene Biennale für die Alte Kunst in Rom ist eine antiquierte Veranstaltung geworden. Jetzt versucht sie sich mit High Tech-Mitteln ein zeitgemäßes Gesicht zu verpassen.
30.09.2014 - 17:42 Uhr Kommentieren
Auf dem Stand der Galleria Cesare Lampronti: Bernardo Bellottos Ölgemälde

Auf dem Stand der Galleria Cesare Lampronti: Bernardo Bellottos Ölgemälde "Il Portico di Ottavia", 1769. 84,5 x 107 cm. (Ausschnitt)

Rom Seit geraumer Zeit scheint Italien sein kulturelles Gut sträflich zu vernachlässigen. Zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht. Auf dem italienischen Kunstmarkt ist die Alte Kunst zum Aschenputtel geworden. Trotz der Krise geht die Internationale Biennale der Alten Kunst und Antiquitäten („Biennale Internazionale di Antiquariato“) jedoch erneut an den Start. 42 Galerien zeigen vom 1. bis 6. Oktober 2014 im römischen Palazzo Venezia ihre Schätze. Einst lenkte hier Mussolini das Schicksal des Landes. Heute ist der Palazzo ein Museum. Kunst im Museum kaufen, das ist die Losung der Messe, aber die Zauberformel scheint an Wirkungskraft verloren zu haben.

Von Ausgabe zu Ausgabe nimmt die Zahl der Aussteller ab. Die Veranstalter – die Gesellschaft D.O.G.E - beschönigen die Verluste und sprechen im Presseschreiben von einer immer rigoroseren Auswahl der „Auserkorenen“. Tatsache ist, dass viele Händler nicht mehr nach Rom kommen, weil das Geschäft nicht läuft. Vor allem internationale Händler bleiben der Messe fern.

Bei Alessandro Di Castro (Rom): Matteo di Giovannis Madonna mit Kind darf nicht exportiert werden. Tempera auf Holz, 1470-1475. (Ausschnitt)

Bei Alessandro Di Castro (Rom): Matteo di Giovannis Madonna mit Kind darf nicht exportiert werden. Tempera auf Holz, 1470-1475. (Ausschnitt)

Nur vier internationale Aussteller

An der jetzigen Ausgabe nehmen nur mehr vier internationale Kunsthändler teil: Grippaldi und Dario Ghio aus Monte Carlo und aus New York Grassi Studio und Adam Williams Fine Art. Letzterer hat allerdings keinen eigenen Stand, sondern ist Gast bei dem Florentiner Galeristen Moretti. 2010 waren es noch 18 Ausländer. Damals reiste unter anderen Bernheimer/Colnaghi (München /London) an.

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    Für das schwindende Interesse wird auch gern die italienische Rechtsprechung verantwortlich gemacht. Das strenge Ausfuhrverbot für Kulturgut von nationaler Bedeutung drängt den italienschen Markt ins Abseits. Dies ist allerdings eher ein Handicap für inländische Galeristen als für internationale Händler: Ihre Werke betrifft das Exportverbot nicht. Für sie gilt die Regelung der temporären Einfuhr.

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