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Boubaker Fine Antiques Zuschlag in zehn Minuten

Nach dem erst kürzlich online gegangenen Kunsthandelsportal Auctionata steht nun ein weiteres Unternehmen in den Startlöchern des World Wide Web: die Online-Auktions-Plattform Boubaker Fine Antiques. Premiere ist am 2. und 3. Februar.
3 Kommentare
Amin Boubaker, Inhaber der Online-Versteigerungsplattform Boubaker Fine Antiques. Quelle: Stefanie MoelothBoubaker Fine Antiques, Augsburg

Amin Boubaker, Inhaber der Online-Versteigerungsplattform Boubaker Fine Antiques.

(Foto: Stefanie MoelothBoubaker Fine Antiques, Augsburg)

Düsseldorf Das nach eigener Darstellung „erste und einzige reine Online-Auktionshaus für hochwertige Kunst und Antiquitäten mit wöchentlichen Versteigerungen“, Boubaker Fine Antiques, geht an diesem Wochenende an den Start. Damit bekommt der erst kürzlich online gegangene Berliner Versteigerer Auctionata Konkurrenz. In Berlin wird jedoch, anders als bei Boubaker, auch parallel vor Ort versteigert.

Grenzen des Ebay-Handels

Ebay-Kunden ist Spiritus Rector und Inhaber Amin Boubaker seit zehn Jahren bekannt durch die „Antikloge“. Mit diesem Portal setzte der einstige BWL-Student nach eigenen Angaben allein 2012 rund 7 Millionen Euro um, vom Probierweingläschen bis zum Gemälde. Mehr als 10.000 Objekte schlägt der Jung-Unternehmer hier monatlich um, das meiste zu Preisen zwischen 50 und 500 Euro. Wenige Stücke erzielen mehr als 2.000 Euro. Doch „die Antikloge bei eBay hat ihre Grenzen“, erklärt der Unternehmensgründer, der am Rand von Augsburg ansässig ist und 36 Mitarbeiter beschäftigt.

Alles ab 1.000 Euro aufwärts verkauft sich nach Angaben Boubakers bei Ebay schwierig. Es fehle das Vertrauen und die entsprechende Kundschaft. An diesem Punkt setzt Boubaker Fine Antiques an, und das erklärt wohl auch das aufwendige und erstaunlich pompöse Marketing, das den Markteintritt von Boubaker.de begleitet. Dazu passt der Katalog, der gleichzeitig als Werbebroschüre dient und sich im Gewand eines vierteljährlich erscheinenden Magazins in streng limitierter Auflage präsentiert. Das Angebot dagegen ist zwischen Flohmarkt, Ebay und Varia angesiedelt und soll zukünftig einmal wöchentlich zur Auktion kommen.

Schöpfer des Puppenautomaten mit Federantrieb und kunstvoll gearbeiteter Figur ist Gustave Vichy. Quelle: Stefanie MoelothBoubaker Fine Antiques, Augsburg

Schöpfer des Puppenautomaten mit Federantrieb und kunstvoll gearbeiteter Figur ist Gustave Vichy.

(Foto: Stefanie MoelothBoubaker Fine Antiques, Augsburg)

Puppen-Automat aus dem 19. Jahrhundert

Von den je 300 Losen, die am kommenden Samstag und Sonntag zum Verkauf stehen, listet der Katalog 81 ausgewählte Objekte aus allen nur denkbaren Kategorien, vom Cartier Reisekoffer bis zur barocken Jagdflinte. Die ehrgeizig taxierten Top-Lose sind größer abgebildet und näher beschrieben, darunter ein Rad fahrender gut erhaltener Puppen-Android aus dem 19. Jahrhundert für 4.000 Euro, ein über sieben Meter hoher, blau gefasster neogotischer Hochaltar (32.000 Euro) und eine hübsche goldene Spindeltaschenuhr von 1730, deren Limit bei 12.500 Euro liegt. Im Internet können die Exponate von allen Seiten betrachtet werden.

Bieter kommen beim Aufgeld günstiger weg

Screenshot des Online-Versteigerers Boubaker Fine Antiques. (Ausschnitt) Quelle: elfgenpickBoubaker Fine Antiques, Augsburg

Screenshot des Online-Versteigerers Boubaker Fine Antiques. (Ausschnitt)

(Foto: elfgenpickBoubaker Fine Antiques, Augsburg)

Das, was Boubaker online „unter den Hammer“ bringt, wird von einem jungen, dreiköpfigen Experten-Team begutachtet. Sie setzen Limit-Preise an, die im Einzelfall auch im fünfstelligen Bereich liegen. Dem Einlieferer wird vom Verkaufspreis ein Abgeld abgezogen, das sich zumindest für Objekte bis 5.000 Euro im Bereich dessen bewegt, was auch reguläre Auktionshäuser ansetzen: 20 Prozent. Bis 10.000 Euro beträgt das Abgeld 15 Prozent und darüber 12,5 Prozent. Das Aufgeld für den Bieter beläuft sich auf 10 Prozent. Es liegt damit deutlich niedriger als bei herkömmlichen Versteigerern. Nachträglich erkannte Fälschungen nimmt der Versteigerer zurück, gibt Pressesprecherin Stefanie Kickum zur Auskunft.

60 Sekunden-Countdown

Wie im regulären Auktionsbetrieb können die angeboten Lose über einen längeren Vorlauf online und auf Wunsch auch vor Ort besichtigt werden. Die Auktion beginnt zum festgelegten Zeitpunkt, z.B. um 15 Uhr, bei einem festgesetzten Mindestpreis. Im Idealfall werden mehrere aufsteigende Gebote abgegeben. Bei boubaker.de läuft jedoch zu Beginn einer jeden Auktion zunächst eine zehnminütige Zeituhr mit. In diesem Zeitraum kann bereits geboten werden. Außerdem kommen elektronische Bietagenten zum Einsatz. Die letzten 60 Sekunden laufen als Countdown herunter. Sollte in dieser Zeit nicht mehr geboten werden, erhält der bis dahin Höchstbietende den Zuschlag. Sollte ein weiterer Interessent bieten, beginnt der Countdown erneut von 60 herunterzuzählen.

Den Überblick behalten

Die Auktion läuft rein technisch ab. Dabei gehen die Objekte nach einander an den Start, jedoch an einem festgelegten Termin. Am kommenden Wochenende sind dies pro Tag 300 Stück; am 17. Februar werden 74 Objekte aufgerufen. Um als Interessent an mehreren Objekten dennoch den Überblick behalten zu können, gibt es neben dem elektronischen Bietagenten, der bis zu einem gewünschten Limit mit bietet, auch ein persönliches „Dashboard“. Auf ihm kann der Nutzer die zuvor festgelegten Objekte nach Restlaufzeit und Höchstgebot im Überblick behalten.

Voraussetzungen für den Erfolg

Es ist gut vorstellbar, dass Boubaker Fine Antiques sich erfolgreich neben Konkurrenten wie Auctionata oder der dänischen Firma Bruun Rasmussen etablieren kann. Voraussetzung ist jedoch, dass der Nutzer das Angebot schnell und ohne sich gleich registrieren zu müssen sondieren kann. Das machen die einschlägigen Auktionshäuser zurzeit noch besser. Auf boubaker.de ist die Navigation noch recht schwerfällig.

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3 Kommentare zu "Boubaker Fine Antiques: Zuschlag in zehn Minuten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • mich würde mal interessieren wo der knappe 10.000 Artikel im Monat bekommt. Der muss ja ein riesen Lager haben. @anonym bei über 6000 Bewertungen im Monat sind 37 neg. Bewertungen nicht so schlimm....

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • 37 Negativbewertungen bei Ebay innerhalb von nur 1 Monat sprechen fuer sich. Ihre Redakteure sollten vor einer Veroeffentlichung eines solchen Artikels besser recherchiert haben! Helmut Schiedel

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