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Buchbesprechung Heinrich Pieroth – Heimatbilder eines sesshaften Fotografen

Der Berufsfotograf Heinrich Pieroth dokumentierte die Eifel an der Schwelle zur Moderne – mit Einfühlungsvermögen in Landschaft und Bewohner.
20.09.2020 - 10:22 Uhr Kommentieren
Dieses Bauernpaar porträtierte der Fotograf auf dem Dorfplatz (Ausschnitt). Quelle: Rheinisches Bildarchiv Köln
Heinrich Pieroth

Dieses Bauernpaar porträtierte der Fotograf auf dem Dorfplatz (Ausschnitt).

(Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln )

Düsseldorf Darum geht es: Um die versunkene Bilderwelt der Vulkaneifel, die der Berufsfotograf Heinrich Pieroth (1893-1964) der Nachwelt hinterlassen hat. Seine Söhne sorgten dafür, dass dieser Schatz aus über 5000 Glasplattennegativen und rund 400 Mittelformatnegativfilmen ins Rheinische Bildarchiv in Köln gelangte und dort aufgearbeitet werden konnte.

„Kleine Heimat in großen Bildern – eingefangen mit dem Objektiv eines sie liebenden Herzen“, formulieren sie im Eingangskapitel über den „Lebenslauf eines Sesshaften“, dessen Werk nun im Kölner Emons Verlag publiziert wurde. Denn Heinrich Pieroth blieb aus gesundheitlichen Gründen dort, wo er geboren wurde, in der Kleinstadt Mayen und ihrer Umgebung.

Pieroth war nicht mobil. Umso intensiver schaute er hin: Auf fahrende Händler, die Hausrat, Kleider und Bücher feilboten, auf Viehhändler und Bauern, das Leben auf der Straße, Vergnügungen und Prozessionen. Mit den Linienwagen der „Kraftpost“ unterwegs blickte er in naturbelassene Täler und über parzellierte Felder, fotografierte die Basaltgewinnung über und den Schieferbergbau unter Tage.

Seine Heimat hat Pieroth mit Empathie festgehalten. Dabei folgte er einem ausgeprägten heimatkundlichen Interesse, jedoch keinem strengen, in Serie gedachten Konzept wie sein Kollege August Sander, der ebenfalls die Eifel bereiste.

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    Das sind die Autorinnen: Katja Hoffmann ist studierte Geisteswissenschaftlerin und arbeitet seit über 20 Jahren in der Kultur- und Denkmalvermittlung. Sie hat die Glasplatten-Negative Pieroths im Rheinischen Bildarchiv gesichtet und für dieses Buch so zusammengestellt, dass sich das gesamte Lebenswerk in Zeitgeschehen und Fotogeschichte einordnet.

    Kinder in der 1935/36 errichteten Robert-Ley-Siedlung am Mayener Ortsrand (Ausschnitt) Quelle: Rheinisches Bildarchiv Köln
    Heinrich Pieroth

    Kinder in der 1935/36 errichteten Robert-Ley-Siedlung am Mayener Ortsrand (Ausschnitt)

    (Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln)

    Susanne Kube ist Kunsthistorikerin und Autorin zweier Bücher über Pieroth. Für den Band fasst sie ihre Forschungsergebnisse zusammen. Johanna Gummlich ist Leiterin des Rheinischen Bildarchivs. Sie erläutert in ihrem Beitrag die Methoden, wie ein weitgehend nur aus Negativen bestehender Bestand erschlossen wird.

    Das überrascht: Der geglückte Spagat zwischen einem wissenschaftlichen Fotobuch und einem schön gestalteten Bildband mit spannendem Lesestoff. Ausführliche Bildunterschriften erklären nicht nur die Motive. Sie verraten auch fototechnische und bildästhetische Eingriffe und lehren den Betrachter, die analogen Fotos in ihrer Eigenart korrekt zu lesen und richtige Schlussfolgerungen aus ihnen zu ziehen.

    In der Eifel: Fotografien von Heinrich Pieroth aus den 1920er bis 1950er Jahren.
    emons Verlag
    320 Seiten
    39,95 Euro

    Das nervt: Dass der Abbildungsteil – anders als die Bilder im Textteil – digital endbearbeitet, beschnitten, ausgefleckt und in den Kontrasten korrigiert wurde, ist nur dem Textbeitrag von Johanna Gummlich zu entnehmen. Eine Vorbemerkung im anhängenden Werkverzeichnis fehlt. Ansonsten gibt es wenig auszusetzen. Schön wäre ein Inhaltsverzeichnis gewesen, das die Orientierung erleichtert.

    „In der Eifel. Fotografien von Heinrich Pieroth aus den 1920er bis 1950er Jahren“. Bearbeitet für das Rheinische Bildarchiv Köln von Katja Hoffmann. Hrsg. Rheinisches Bildarchiv Köln. Gebunden, mit Schutzumschlag 28,5 × 31 cm, 320 Seiten Emons Verlag, Köln 2020, ISBN 978-3-7408-0794-8, Euro 39,95

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