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Meister der Inszenierung

Bayerns neuer Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit Star Wars-Figuren bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises.

(Foto: dpa)

Buchtipp: „Markus Söder – Politik und Provokation“ Markus Söder – Rabauke, Stratege, Machtmensch

Der neue Ministerpräsident Bayerns ist vielen noch immer ein Rätsel. Zwei Journalisten beschreiben Söders Weg an die Spitze des Freistaates.
13.04.2018 - 11:12 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Wissen Sie, wer niedersächsischer Finanzminister ist? Oder kennen sie den Ministerpräsidenten des Saarlandes? Wenn nicht, sind sie damit gewiss nicht allein. Bestimmt aber werden sie Bayerns Finanz- und Heimatminister gekannt haben, bevor der im März Ministerpräsident wurde.

Dieser Markus Söder nämlich ist ein Ausnahmepolitiker. Es lag weniger an seiner Statur, dafür mehr an seiner Lautstärke, dass er alle übertraf, als er im bundesweiten Maßstab noch ein kleines Licht war. „Ein Mann, den man kaum übersehen kann“, schreiben Roman Deiniger und Uwe Ritzer über Söder. „Aber kann man ihn durchschauen?“

Wenn es jemandem kann, dann die beiden Journalisten der „Süddeutschen Zeitung“. Dank zahlreicher Interviews mit dem CSU-Politiker und seinem Umfeld zählen sie zu den besten Söder-Kennern dies- und jenseits des Weißwurst-Äquators.

Trotz eines knappen Vierteljahrhunderts in der bayerischen Politik ist der Maurersohn aus Nürnbergs ärmlichem Westen vielen noch immer ein Rätsel. Wofür steht der Mann, den man zurzeit als Raubauz erlebt, dem keine Attacke auf Muslime und kein Spott über die Grünen zu billig scheint?

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    Von Roman Deininger und Uwe Ritzer. Campus Verlag, 384 Seiten, 19,99 Euro. Quelle: Campus
    Markus Söder: Politik und Provokation. Die Biographie.

    Von Roman Deininger und Uwe Ritzer. Campus Verlag, 384 Seiten, 19,99 Euro.

    (Foto: Campus)

    Der aber gleichzeitig auch mal der „grüne Schwarze“ war, „nach langen Jahren als Kernkraft-Cheerleader plötzlich befand, dass Fukushima alles ändere“.

    Die Autoren beschreiben Söder „als Zampano, der durchaus gewitzt jede Gelegenheit zum großen Auftritt nutzt – und das schon immer“. Etwa, als er in seinem ersten, harten Landtagswahlkampf 1994 den von seinem SPD-Kontrahenten organisierten Kirchweihumzug für seine eigene Wahlwerbung kaperte.

    Söder kann aber auch der durchtriebene „Anything goes“-Politiker sein. Peter Dilling, sein erster Mentor in der Nürnberger CSU, bezeichnet Söder „als skrupellosen Machtmenschen, Intriganten und Opportunisten“, nachdem der ihn in der Bezirk-CSU ausbootete.

    Die Autoren haben sich tief in Söders Umfeld gegraben, lange bevor die Söder-Kritiker in der CSU mit Blick auf die schwierige Landtagswahl im September verstummten. Deiniger und Ritzer liefern eine detaillierte Biografie, in der sich allerdings wenig Neues oder Überraschendes findet.

    So können auch sie nicht klären, was am Gerücht dran ist, Söder habe bei seiner 1998 abgegebenen Jura-Promotion geschummelt. Sie finden nur heraus, welche Sonderregelung ihm trotz eines nur „befriedigenden“ Jura-Examens die Zulassung zur Promotion ermöglichte.

    Wer die Karriere des neuen bayerischen Landesvaters bislang ignoriert hat, wird kein anekdotenreicheres und ausgewogeneres Werk über den Menschen, Politiker und Hundsfregger Markus Söder finden. Was fehlt, ist eine befriedigende Antwort auf die Frage, wohin Söder seinen unvergleichlichen Ehrgeiz als Nächstes richten könnte.

    Mit 51 ist er der jüngste Ministerpräsident Bayerns. Seine beiden Vorbilder Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber kandidierten, wenn auch erfolglos, fürs Bundeskanzleramt. Und Söder? Der „wolle nicht unbedingt Kanzler werden“, so zitieren die Autoren seine Weggefährten eher lapidar. Ob er dabei bleibt? Eine Volte ist bei Söder jedenfalls niemals ausgeschlossen.

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